Visionen und Verunsicherung am „westlichen Stadttor“

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Baubürgermeister Julius Mihm (rechts) vor dem Sieger-Enwurf im Gespräch mit Stadträten und anderen Bürgern. Alle Pläne sind nun im VHS-Foyer ausgestellt.
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Ausstellung zeigt Planungsideen für den Bereich beiderseits der Lorcher Straße. Anwohner äußern bei der Eröffnung ihre Sorgen.

Schwäbisch Gmünd

Das Gebiet zwischen Bahnhof und Bockstor hat sich durch den Umbau im Zuge des Tunnelbaus und der Landesgartenschau verändert. Das soll nun im Quartier „Westliches Stadttor“, das sich westlich direkt anschließt, fortgesetzt werden. Im städtebaulichen Wettbewerb Europan bat die Stadtverwaltung junge Planer um ihre Ideen für das Gebiet. Alle Vorschläge, die dafür eingingen, können Interessierte nun im Foyer der VHS anschauen. Bei der Eröffnung dieser Ausstellung am Montagabend zeigte sich aber auch, dass die Verwaltung es noch längst nicht geschafft hat, Ängste und Verunsicherung der Anwohner und Eigentümer in diesem Gebiet zu nehmen. „Es ist unangenehm für uns, die wir dort wohnen“, schilderte eine Anwohnerin ihre Gefühlslage angesichts der Tatsache, dass ihr Wohnhaus überplant wird. Ein anderer meinte, die Stadt habe mit ihrem bisherigen Vorgehen „auch einige Ängste geweckt“.

Oberbürgermeister Richard Arnold und Baubürgermeister Julius Mihm bemühten sich, klarzumachen, dass die Planungen, die nun vorliegen, „Visionen“ seien, die Diskussionen anstoßen sollen. Für Arnold ist das nun als „westliches Stadttor“ bezeichnete Gebiet „unfertig, eine Brache“. Dabei habe es sehr viel Potenzial und gerade die jungen Planer brächten interessante Ideen ein. „Offen sein, das ist die Devise“, sagte der OB, insbesondere auch an die Bewohner und Grundstückseigentümer des Gebiets gerichtet.

Vertreter der beiden Planer-Teams, die im Europan-Wettbewerb auf den vorderen Plätzen gelandet waren, hatten die Gelegenheit, ihre Planungen vorzustellen. „Gmünder Talfinger“ heißt das Konzept, das Marcel Tröger erläuterte. Es sieht das „westliche Stadttor“, als Bereich, in dem drei Linien zusammenlaufen, die Gmünd und das Remstal charakterisieren: die Rems-Linie natürlich, eine Stadt-Dorf-Linie und eine Infrastruktur-Linie. Die Planung sieht unter anderem Manufakturen und an der Rems eine Landwirtschaft vor.

Tom Macht stellte den favorisierten Entwurf „Viriditas ante Portas“ (übersetzt etwa: Lebendigkeit vor den Toren ) vor. Dafür seien viele Gmünder Charakteristika aufgegriffen worden: etwa ein Kulturturm als Ergänzung der Gmünder Stadttürme, zwei längsgezogene Plätze wie der Marktplatz. Markant in dieser Planung ist ein dickes grünes Band, dass vom nördlichen bis zum südlichen Talhang reichen soll. Ebenso wie das Tröger-Team empfahl Macht, den in diesem Bereich unterirdisch laufenden Mühlbach wieder zu öffnen.

Der Zeitplan

Auf die Frage nach dem Zeitplan sagte Baubürgermeister Mihm, dass bis Jahresende der städtebauliche Rahmenplan stehen könnte und im nächsten oder übernächsten Jahr nötige Bebauungsplanverfahren laufen könnten. Er betonte jedoch auch, dass niemand gezwungen werden soll, an seinem Anwesen etwas zu verändern. Das städtebauliche Verfahren könne den Eigentümern aber interessante Fördermöglichkeiten eröffnen. Es sei das Ziel, die kleinteilige Grundstücksstruktur möglichst beizubehalten. Und es bleibe bei der schon früher gegebenen Zusage, dass die Stadtverwaltung mit allen Bewohnern des Gebiets ins Gespräch komme wolle.

Mihm selbst machte deutlich, dass die Planentwürfe voraussichtlich nicht eins zu eins umgesetzt werden. Die Lorcher Straße zum Beispiel, die im Sieger-Entwurf verkehrsberuhigt werden soll, wird nach seiner Überzeugung eine Hauptverkehrsstraße bleiben müssen.

„Es ist unangenehm für uns, die wir dort wohnen.“

Eine Anwohnerin, über die Planung an sich

Ideen für den Westenbis 3. Juni

Die Ausstellung in der VHS zeigt alle Pläne und Wettbewerbsergebnisse zur städtebaulichen Entwicklung des Quartiers am westlichen Stadteingang entlang der Lorcher Straße zwischen Remspark und Vogelhof-Unterführung. Sie wird für alle Interessierten bis Freitag, 3. Juni, im Foyer der Gmünder VHS am Münsterplatz zu sehen sein.

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