Vom Carport bis zum Schloss: Was hinter "Vermögen und Bau" steckt

+
Das Amt für Vermögen und Bau in Schwäbisch Gmünd. Hinter diesen Mauern geht es um Millionenprojekte, die auch für das demokratische Miteinander wichtig sind.
  • schließen

Für welche Projekte das Gmünder Amt zuständig ist und welche Idee dahinter steht.

Schwäbisch Gmünd.Hinter seinen unscheinbaren Mauern steckt eine Menge Geld. Ein Umsatz von 89,3 Millionen Euro steht im Jahr 2020 beim Amt "Vermögen und Bau Baden-Württemberg Schwäbisch Gmünd" unter dem Strich. Insgesamt 13 dieser Ämter gibt es in Baden-Württemberg - unter anderem auch in Ulm, Stuttgart und Ludwigsburg. Sie alle kümmern sich um die Liegenschaften des Landes in den jeweiligen Gebieten. Und dazu gehören eine Menge. Vom Schloss bis zum Carport ist alles dabei.

Das Land Baden-Württemberg ist der Chef: Irgendwie hat jeder noch einen über sich. Beim "Vermögen und Bau" ist es das Land Baden-Württemberg. Genauer gesagt ist oberste Dienstbehörde das Finanzministerium, wie der Leiter des Amtes Dr. Stefan Horrer dazu erklärt. Das Land sei eine Rechtsperson, die Eigentum wie Häuser, Wiesen, Felder haben kann. Für die Liegenschaften sei die "Vermögen und Bau" zuständig. "Wir kaufen, bauen, mieten, verwalten alles, was dem Land Baden-Württemberg gehört", so Horrer. "Außer Wald und Straßen". Dafür reicht der Arm des Amtes weit über die Kreisgrenzen hinaus. Es ist zuständig für die Landkreise Göppingen, Heidenheim und den Ostalbkreis.

Es geht um Millionen: Miet- und Pachteinnahmen hat "Vermögen und Bau" vor allem auch durch die landwirtschaftlichen Nutzflächen. Insgesamt bewirtschaftet es 8000 landeseigene Gebäude und hat 1800 einzelne Räumlichkeiten angemietet, fast 42 000 Hektar Land gehören ebenfalls dazu. Allein im Bauhaushalt gab es im Jahr 2020 einen Umsatz von rund 38 Millionen Euro, für den Unterhalt bestehender Gebäude und Räumlichkeiten wurden noch mal 16 Millionen umgesetzt.

Den Glanz vergangener Zeiten erhalten: Ob nun das Schloss Göppingen, Burg Wäscherschloss in Wäschenbeuren, die Burgruine Hohenstaufen, die Schlösser Ellwangen, Hellenstein in Heidenheim, Untergröningen, Burg Niederalfingen, das Kloster Lorch oder das Kloster Anhausen - sie alle sind im Besitz des Landes Baden-Württemberg. "Das kostet richtig viel Geld und immer mehr als es einbringt", sagt Horrer. Aber es gehe um die Monumente des Landes. "Und es ist der politische Auftrag, diese Monumente den Menschen zugänglich zu machen, damit die Erinnerung nicht stirbt." Sie gelte es, gut gepflegt, schön auszuschauen, zum Genießen und zum Verweilen zu erhalten, so Dr. Stefan Horrer weiter. Auch für den Erhalt der Demokratie. "All das gehört ja den Menschen und wir arbeiten für die Menschen", sagt er. Fehlt etwa an der Burgmauer ein Geländer, ist er durchaus auch schon mal selbst vor Ort gewesen. "Dann wird eine Entscheidung getroffen", so der Amtsleiter. Es gehe um den Erhalt, nicht um die Bewirtschaftung. "Aber wir versuchen, dafür zur sorgen, dass die Monumente genutzt werden. Leerstände kosten noch mehr Geld", sagt Horrer. "Wir sind dankbar, wenn die Burgen und Schlösser bespielt werden."

Gebäudemanagement, Immobilien, Flächen: Carports und Funktürme, alle einzelnen Gebäude der LEA in Ellwangen, die Planung für Gebäude an der Hochschule wie etwa das ZIMATE, aber auch die Schulpsychologische Beratungsstelle oder die Polizei - all das gehört in den Aufgabenbereich der Vermögen und Bau Schwäbisch Gmünd, die rund 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. "Kaufen, mieten, halten, verkaufen ", das Gebäudemanagement ist ein wesentlicher Bestandteil der Aufgaben des Amtes. Dazu gehört es auch, die Infrastruktur bestehender Einheiten zu erhalten und zu verbessern. Ingenieurtechnik werde in diesem Bereich immer wichtiger, so Dr. Stefan Horrer. Eine weitere Abteilung ist dem Hochbau zugeordnet. "Dort wird eigentlich wie in einem Architekturbüro gearbeitet", sagt Horrer und nennt hier wieder die Planung für das ZIMATE, aber auch für den Waldcampus, so der Amtsleiter, der selbst Jurist ist. "Die Dinge müssen funktionieren und pünktlich fertig sein." All das würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber gerne machen, weil "man sieht, was man gemacht hat." Alles werde vorab genau geprüft, bevor etwa neu gebaut wird, so Horrer. Alle würde einen tollen Job machen.

Die Idee dahinter: "Unser nobelster Auftrag ist aber, dafür zu sorgen, dass Gerichte, Hochschulen, die nutzenden Verwaltungen modern, sicher, sauber, repräsentativ und menschlich untergebracht sind, damit sie ihren Auftrag richtig erfüllen können", sagt Dr. Stefan Horrer. Das sei auch der Grund, warum man baue. Die Verwaltung und das Gemeinwesen könne nur in Frieden und Wohlstand funktionieren. Man könne notfalls auf Schlösser und landwirtschaftliche Stellen verzichten. "Sie können aber nicht ordentlich arbeiten, wenn sie nicht ordentlich untergebracht sind", so der Leiter des Amtes für Vermögen und Bau.

Dr. Stefan Horrer Leiter Amt Vermögen und Bau Aalen
Schloss Ellwangen. Auch hier ist das Amt zuständig.
Faszinierend bis heute - das Wäscherschloss.
Schloss Kapfenburg ist ebenfalls im Besitz des Landes Baden-Württemberg.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

WEITERE ARTIKEL

Kommentare