Von Hasen, Lämmern und Küken

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Lämmer, Hasen + Küken
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Wohl kein anderes christliches Fest hat so viel Symbolkraft wie Ostern. Was es mit Osterhase, Lamm und Küken auf sich hat. Besuche bei Tierhaltern in der Region.

Schwäbisch Gmünd

Gefärbte Ostereier, flauschige kleine Küken, niedliche Lämmer und fleißige Osterhasen sind Symbole des Osterfestes. Ob als Dekoration in Heim und Garten, gedruckt auf Servietten, als Schmuck an Ostersträußen oder Dekoration in Schaufenstern. Küken, Hasen und Lämmer sind während der Osterzeit nahezu allgegenwärtig. Kaninchen, Lämmer und Küken gibt es nicht nur in „lila Verpackung“ und aus Krokant, Biskuit oder Schokolade. Tierfreunde in der Region gewähren Einblicke in die Kinderzimmer der Tiere.

Das mit Sicherheit am engsten mit dem Osterfest verknüpfte Tier ist der Osterhase. Seine Symbolkraft bezieht das Langohr dadurch, dass Hasen als eine der ersten Tiere im Frühjahr ihren Nachwuchs bekommen, und das in ziemlicher Vielzahl. Gerhard Stangl aus Lindach ist seit über 40 Jahren Vorsitzender der Lindacher Kleintierzüchter und erklärt, zwischen Hasen und Kaninchen gebe es keinen genetischen Zusammenhang. Hasen lebten in freier Wildbahn in Erdkuhlen, den Sassen. Wildkaninchen hingegen grüben tiefe Tunnel als Bau. Wilde Kaninchen kämen auf bis zu elf Würfe mit jeweils bis zu sieben Jungen. Die hohe Nachkommenschaft sei wichtig, viele Fressfeinde machten den Tieren zu schaffen. Während Hasenkinder sofort überlebensfähig mit Fell und offenen Augen zur Welt kommen, sind Kaninchenkinder blind, unbehaart und komplett auf ihre Mutter angewiesen, wie Stangl erläutert. Häsinnen „setzen“ ihren Nachwuchs in den Kuhlen ab, und kommen einmal täglich zum säugen vorbei, Kaninchen bleiben im „Nest“, das die Mutter mit Hilfe ihres eigenen Fells weich ausgepolstert hat. Tiere als Ostergeschenk lehne Stangl ab, Tiere bedeuteten Verantwortung und Arbeit, mahnt der Kleintierzüchter an. Immerhin bis zu 15 Lebensjahre könnten die Tiere erreichen. Es komme nicht selten vor, dass vor der Ferienzeit viele Kaninchenbesitzer auf den Verein zukommen, um ihre „abgeliebten“ Tiere abzugeben.

Lamm als Braten?

Vergnügt tollen in Eschach die Lämmer der Familie von Andreas und Helga Wagner über die große Weide. Die achtjährige Anna ist ganz begeistert und verliebt in die Tierchen. Bevor Andreas Wagner zum Klavierbauer umschulte, betrieb die Familie Landwirtschaft. Mit den Schafen seien die perfekten Landschaftspfleger eingezogen, meint Helga Wagner lachend. Zur Zeit bevölkern sechs Muttertiere mit neun jungen Lämmern die Weide. Dazwischen der als Flaschenkind aufgezogene und jetzt kastrierte Bock Schlappi. Coburger Fuchs heißt die Schafrasse, die bei den Wagners ein gutes Zuhause gefunden hat. Im Frühjahr „setzen“ die Muttertiere ihre Jungen, wie es in der Fachsprache heißt. In der Regel bringe jede Mutter zwei Lämmer zur Welt. Die Kleinen verbleiben bei ihren Müttern und machen bereits nach wenigen Minuten die ersten, wenn auch wackligen, Schritte. Mit fünf Monaten werden die kleinen Böcke geschlechtsreif, dann wird es Zeit, sie von den Muttertieren zu trennen, erklärt Helga Wagner, Inzucht unter den Tieren schade dem Nachwuchs. Ob sich solch kleine Lämmer als Lammbraten eignen, bezweifelt Helga Wagner. „An den Kleinen ist ja nichts dran.“

Im Automaten ausgebrütet

Flauschigen Kükennachwuchs ist bei Fabian Max in Utzstetten zu finden. Der junge Mann betreibt eine Wachtelzucht und verkauft die Produkte. Diesen Frühling konnte Fabian Max nicht auf eigene Küken zurückgreifen. Rund zwei Dutzend Wachtelküken hat Fabian dazugekauft. Die Kleinen wiegen nach dem Schlüpfen um die 30 Gramm, die Eier wurden mit einem Brutautomaten ausgebrütete. Ob´s Buben oder Mädels sind? Das kann Fabian Max noch nicht bestimmen, dies sei erst ab der siebten Woche möglich. Ob Männlein oder Weiblein, beim Wachtel-Max kommen alle Tiere in die großzügigen Volieren. Probleme bei der Zusammenführung zwischen Alt und Jung gebe es keine. Es gelte, etwas das Gehege umzugestalten „und die Alten arrangieren sich“. Spätestens nach neun Wochen seien die Küken ausgewachsen. „Die ersten Eier legen sie mit zehn Wochen“, erklärt Max. Bis es soweit ist, verbleiben die Kleinen gut behütet im Haus unter einer wärmenden Rotlichtlampe.

Braten? An denen ist ja nichts dran.“

Helga Wagner,, „Lämmer-Mama“
Kaninchen, Lämmer und Küken gibt es nicht nur in „lila Verpackung“ und aus Krokant, Biskuit oder Schokolade. Tierfreunde in der Region gewähren Einblicke in die Kinderzimmer der Tiere.
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