Von wandelnden Blättern und Riesenspinnen

+
In 70 Terrarien präsentieren sich bei „Insectophobie“ rund 400 exotische Tiere am Sonntag im Leutze-Saal des Stadtgartens.
  • schließen

In 70 Terrarien präsentieren sich bei „Insectophobie“ rund 400 exotische Tiere am Sonntag im Leutze-Saal des Stadtgartens.

Schwäbisch Gmünd. Rund 400 exotische und so manches Mal giftige Schönheiten aus aller Welt präsentierten sich am Sonntag im Leutze-Saal des Gmünder Congress-Centrums. Viele Familien aus der ganzen Region nutzten die Möglichkeit, einmal eine Vogelspinne aus Afrika, einen Skorpion aus Südafrika, einen Rüsselkäfer aus Indonesien und vieles mehr einmal aus der Nähe zu bestaunen. „Wo sieht man schon so was?“, begründete ein Familienvater mit zwei Söhnen aus Schorndorf den Besuch. Ganz Mutige ließen sich gar eine Gramnostola spatulato auf den Handrücken setzten. Die Vogelspinne aus Chile fühlte sich dabei offensichtlich wohl. Dazu gab es Erläuterungen von den Experten Pierre Bülow und Giovanno Neigart, die seit 2011 mit ihrer Ausstellung „Insectophobie“ durch Deutschland und die angrenzenden Länder reisen. So konnte man etwa in Erfahrung bringen, dass es rund 3000 Spinnenarten auf der Welt gibt. Oder, dass die Spinnen aus Afrika nicht nur beißen können, sondern auch ihre Gifthaare aus dem Abdomen mit ihren Hinterfüßen abstreifen und dem Feind entgegenschleudern, wenn er sich zu sehr nähert. Hingegen die Vogelspinnen aus Asien haben keine Gifthaare. „Deshalb sind sie auch gefährlicher und beißen schnell“, erklärt so Pierre Bülow. 

Auch Spinnen gab es zu sehen.

Doch neben den Spinnen gab es noch jede Menge andere Gliederfüßler und Insekten zu sehen. Mit staunendem Blick verfolgten so manche jungen Besucher die Bewegungen der vermeintlichen Floristik in einem Terrarium. Hierbei handelte es sich um ein „Wandelndes Blatt“, dass sich auf den Seychellen oder auch in China findet. „Boah“ entfuhr es einer Besucherin, als sie die Achatschnecke entdeckte. Diese kann bis zu zwölf Zentimeter lang werden. Ein Albtraum, wenn man diese Riesen in den heimischen Balkonpflanzen finden würde. Aber da besteht keine Gefahr, hierzulande muss man sich meist nur über Nacktschnecken aufregen. Denn die Achatschnecke lebt in Ostafrika.

Fast wie ein lebendiger Edelstein grüßte ein Pracht-Rüsselkäfer, der mit leuchtenden Farben in Türkis-Schwarz in Indonesien zu Hause ist. Was für Tricks die Natur auf Lager hat, zeigte sich beim „Laternenträger“. Hierbei handelt es sich um ein Insekt, dass bis zu neun Zentimeter große wird und seinen Gegner mit einem zweiten Flügelpaar in Kontrastfarben täuscht. Was man noch in Erfahrung bringen konnte? Dass etwa eine Wasserwanze, die im tropischen und subtropischen Gebiet zu finden ist, bis zu zwölf Zentimeter groß werden kann. „Der will man beim Baden nicht begegnen“, stellte ein Besucher trocken fest. Außerdem gab es noch Tausenfüßler, Hundertfüßler und vieles mehr. Ein beeindruckender Auszug aus dem Getier, das auf dem Boden und an Pflanzen oder im Wasser zu finden ist. Einer der Stars, der die meisten Blicke auf sich zog, war der Hadogenes Troglodytes, der größte Skorpion der Welt. Dieser findet sich in Südafrika und präsentiert sich mit einer Länge von bis zu 25 Zentimetern. Nächste Station der Ausstellung ist in Baden-Baden. Auf die Reise geht es für die Exoten in einem Thermo-Anhänger, der so isoliert ist, dass immer eine Temperatur zwischen 20 und 25 Grad im Inneren herrscht. So, wie es die Tiere brauchen. Regelmäßige Besuche des Veterinäramtes, bei dem die jeweiligen Ausstellungen angemeldet werden, sind selbstverständlich für die Tierliebhaber Giovanno Neigert und Pierre Bülow.

Schmetterlinge in der Ausstellung.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Kommentare