Vor dem Ruhestand „Segel neu setzen“

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Ana de Requesens Moll und Marc Schnabel
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Neue Initiative der Katholischen und Evangelischen Erwachsenenbildung Ostalbkreis will Menschen Orientierung für die Zeit nach dem Beruf geben.

Schwäbisch Gmünd

Manche freuen sich und zählen die Tage bis zum Ruhestand, manche fürchten das „Emty-Desk-Syndrom“ (die Angst vor dem leeren Schreibtisch) und manche sind schon in ein psychisches Loch gefallen, weil die Aufgaben fehlen. Alle könnten von der neuen gemeinsamen Initiative der Evangelischen und Katholischen Erwachsenenbildung im Ostalbkreis profitieren: „Segel neu setzen“ ist sie überschrieben und will Menschen erreichen, die „die 20 oder 30 aktiven Jahre nach dem aktiven Berufsleben neu gestalten wollen“, wie Ana de Requenses Moll, Geschäftsführerin der Katholischen Erwachsenenbildung Ostalbkreis anmerkt. Interessierte können an Workshops und Online-Seminaren teilnehmen.
Marc Schnabel, Geschäftsführer der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kreis, erinnert sich an seine Großeltern, „für die es eine Erfüllung war,  mit gut 60 in Rente zu gehen und die Zeit zu genießen“. Heute gehe es aber darum, im Blick auf die zunehmende Lebenserwartung die Zeit zu planen. Immerhin 17 Prozent der Menschen zwischen 65 und 69  seien heute noch berufstätig, vor zehn Jahren waren das nur 9 Prozent. Aber es muss nicht die Fortsetzung des beruflichen Lebens sein. „Segel neu setzen“ soll helfen, ein Engagement zu finden, in dem die Menschen aufgehen können“, so Marc Schnabel. Das könne durchaus Freizeitgestaltung sein. Mit Gleichgesinnten Radfahren  sei ebenso denkbar wie das Herz ans Gärtnern verlieren. 
Und Ana de Requenses Moll rät, sich möglichst frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen,  mit 55 oder 60, in der Zeit vor dem Ruhestand. Sie würde auch gerne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Personalabteilungen in Unternehmen ansprechen, damit diese Menschen in Richtung Ruhestand besser begleiten können. Los geht‘s in Schwäbisch Gmünd (Workshops finden auch in Aalen und Ellwangen statt) am 12. und 13. Mai in den Räumen der Spitalmühle. Es soll kein Seminar am grünen Tisch werden, sondern eine Veranstaltung mit viel Begegnung. Um Möglichkeiten des freiwilligen Engagements aufzuzeigen, geht es in die Praxis, zu Einrichtungen, die Ehrenamt anbieten. Und ein gemeinsamer Spaziergang durch die Stadt soll Impulse wecken. Auch die Wohnsituation ist Thema. „Neue Kontakte knüpfen, wenn der Kollegenkreis wegfällt“, das steht beim Seminar am 2. Juli in Heubach auf dem Programm. Keine Veranstaltung in Stuhlreihen, sondern ein gemeinsames Erlebnis in der Natur soll  die Kreativität anregen. In weiteren Seminaren geht es ums freiwillige Engagement und auch ums Wohnen. In Online-Seminaren im November können Teilnehmende Bilanz ziehen, Erfahrungen mitteilen. „Segel neu setzen“ richtet sich nicht nur an künftige Ruheständlerinnen und Ruheständler. Auch wer die ersten Erfahrungen nach dem Berufsleben gesammelt hat, könne sich einklinken, meint  Ana de Requenses Moll. Es gebe viele Menschen, die für den Ruhestand nichts geplant haben, die sich plötzlich in einem Loch finden.

Das Angebot „Segel neu setzen“ richtet sich an Menschen ab etwa 55. Zum Auftakt in Schwäbisch Gmünd findet am 12. und 13. Mai ein Seminar in der Spitalmühle statt. Eine Anmeldung ist unter info@keb-ostalbkreis oder kontakt@eeb-ostalb möglich.

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