Waldbrandgefahr: jetzt die Grillstellen im Auge behalten

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Gefährlich wird's bei starkem Wind: Grillstelle im Taubental.

Mit zunehmender Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr – auch in Schwäbisch Gmünd und Umgebung. Sperrung der Grillplätze von einer auf die andere Stunde denkbar.

Schwäbisch Gmünd

Forstminister Peter Hauk warnt vor einer hohen Waldbrandgefahr. Die ist inzwischen auch im Südwesten nicht mehr zu unterschätzen. "Das Risiko steigt auch hier an", sagt Jens-Olaf Weiher, Chef der Forst-Außenstelle Schwäbisch Gmünd. Als Grund nennt er die Trockenheit der vergangenen zwei Sommer. Seine Behörde hat jetzt die Waldflächen ganz besonders im Auge und setzt darauf, "dass Waldbesucher so viel gesunden Menschenverstand mitbringen und dort nicht grillen". Nach seiner Einschätzung kann es aber jederzeit passieren, "dass wir einzelne Grillstellen sperren müssen". Ungewöhnlich ist das nicht. Die Stadt Schorndorf hat jetzt Grillplätze beim Aichenbach und beim Schützenhaus Weiler gesperrt und das mit Absperrband deutlich gemacht. Die Stadt Göppingen hat am Mittwoch das Grillen im und am Wald sowie den Konsum von Shishas auf öffentlichen Grün- und Erholungsflächen untersagt.

Der Landesbetrieb Forst nennt in diesem Zusammenhang die bestehenden Regeln:

  • Rauchen: Das ist vom 1. März bis 31. Oktober im Wald grundsätzlich verboten.
  • Feuer machen ist nur an den offiziellen, fest eingerichteten Feuerstellen auf den Grillplätzen erlaubt. Je nach örtlicher Situation können die jeweiligen Forstbehörden weitere Maßnahmen anordnen und insbesondere das Grillen im Wald vollständig verbieten.
  • Grillen auf mitgebrachten Grillgeräten ist im Wald nicht erlaubt.
  • Gelöscht werden muss das Feuer nach dem Grillen auch an erlaubten Stellen. Waldbesucher müssen das Feuer immer beaufsichtigen.

Auch die Stadt Schwäbisch Gmünd hat die Grillplätze genau im Visier. "Wir sind in ständigem Kontakt zur Forstverwaltung, können bei Bedarf Orte kurzfristig sperren", sagt Pressesprecher Markus Herrmann. Vor allem auf das Taubental habe man immer ein Auge. Der Grillplatz am Radweg ist nach seiner Einschätzung weniger Gefahrenpunkt, weil dort kein Wald ist. Jens-Olaf Weiher sieht die größeren Gefahren in der Höhe. Dort wo der Wind den Boden austrocknet, etwa beim Grillplatz auf dem Stuifen, sei die Gefahr, dass ein überspringender Funke ein Feuer auslöst, größer. Nadelwälder bedeuteten, so Weiher, ein größeres Risiko als Misch- oder Laubwälder. Der Oberforstrat denkt dabei auch an den Wind. Funkenflug rund um Grillstellen endet gewöhnlich bei zehn Metern. Starke Winde könnten aber Glutstücke über 100 Meter tragen. "Dann wird es gefährlich." Ein umsichtiges Verhalten der Waldbesucher sei Grundvoraussetzung, um Waldbrände zu vermeiden, schreibt die Pressestelle des Forstministeriums.

Auf dieses Verantwortungsbewusstsein setzt auch Uwe Schubert, Kommandant der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd. Man sei natürlich für Waldbrände gerüstet. Unter anderem mit wasserführenden Einsatzfahrzeugen. Und mit einem speziellen Schlauchwagen, dessen Besatzung eine Wasserleitung über zwei Kilometer legen kann. "Solche Einsätze schlauchen aber unsere Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner", sagt Uwe Schubert, der hofft, dass es nicht dazu kommen muss. Wasser über längere Strecken zu pumpen, sei sehr aufwendig. Für gezielte Einsätze arbeite man heute mit der Kameradrohne, die ein genaues Brandbild abgeben könne. In der Vergangenheit musste die Gmünder Feuerwehr lediglich zu kleineren Bränden an Wegrainen ausrücken. Bei einem wirklich großen Waldbrand wird die Wehr rasch auf Überlandhilfe setzen.

Nach Zahlen der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg gab es 2019 insgesamt 17 Waldbrände auf einer Gesamtfläche von sechseinhalb Hektar. Der Deutsche Wetterdienst aktualisiert täglich die Karten zur Waldbrandgefahr. Die Region um Schwäbisch Gmünd bewegt sich aktuell auf den Stufen drei bis vier, das bedeutet hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr. Die Trockenheit, das verkündet der Wasserwirtschaftsverband Baden-Württemberg am Mittwoch, nimmt vor allem im Osten des Landes zu. Der Verband nennt dabei speziell den Ostalbkreis.

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