Waldkindergarten-Einweihungsfeier mit Verspätung

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Foto: Jan-Philipp Strobel
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„Waki“ bei den Höffnungshäusern im Taubental eingeweiht.

Schwäbisch Gmünd. Bereits seit März ist der zweite Waldkindergarten der Evangelischen Gemeinde Schönblick in der Nähe des Salvators geöffnet. Erst jetzt ließen die Coronabedingungen eine Einweihungsfeier zu. Der ‚Waki‘, wie er abgekürzt wird, liegt auf einer Lichtung mitten in einem natürlichen Wald mit Unterholz, kleinen Bächen, vielen Büschen und abgestorbenen Ästen. Das ideale Spielfeld für kleine Entdecker und Forscher mit Spielmaterialien, die sich nach Lust und Laune verwandeln.

Nur schlechte Kleidung

Waldkindergarten heißt, die Kinder sind während der Betreuungszeit von halb acht bis halb zwei draußen. Wie Leiterin Julia Klassen lächelnd sagt: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.“ Deshalb sind wasserdichte Buddelhosen, festes Schuhwerk und lange Hosen auch im Sommer nötig. Wenn das Wetter besonders widrig ist, geht es in die Schutzhütte. Hier gibt es Brettspiele, ausgewählte Bücher, Handpuppen, Tücher sowie Mal-, Bastel- und Werkutensilien, aber auch Garderobe, Holzofen und Kuschelecke auf einer Empore.Am Morgen zwischen halb acht und dreiviertel neun treffen die Kinder ein. Im freien Spiel verbringen sie die Zeit bis zum Morgenkreis auf der Holzterrasse, dem zentralen Treffpunkt für die gemeinsamen Aktivitäten. Ringsherum haben sich die Kinder eingerichtet. Die Orte zum Spielen wandeln und verändern sich stetig. Es wird an der Werkbank gearbeitet, werden Hütten und Lägerle gebaut, Weidenhäuser gepflanzt, . Täglich werden Ausflugsziele angesteuert im Erholungswald Taubental.

Die Geländestruktur mit ihren vielen kleinen Bachläufen gibt jedem Kind die Möglichkeit, etwas zu entdecken. Pflanzen, Tiere und physikalische Phänomene werfen viele Fragen auf. So lernen Kinder ganz nebenbei, dass Brennnesseln wichtig sind, weil Raupen sie fressen, aus denen farbenprächtige Falter schlüpfen. An Sammelplätzen warten die Schnelleren auf die Langsameren, die mehr Zeit beim Schauen und Ausprobieren brauchen. Gemeinsam schleppen sie schwere Funde wie Wurzeln an. Die Kinder sind ständig in Bewegung, sie balancieren, klettern, rutschen und rennen. Sie wachsen heran, erfahren von kleinauf Gemeinschaft, gleich, welchen Glaubens oder Nationalität sie sind.

Sehnsuchtsort

Der Kindergarten steht allen Gmünder Kindern offen, die Anzahl ist auf 20 Kinder limitiert. Erster Bürgermeister Christian Baron erinnerte in seinem Grußwort, dass der deutsche Wald seit der Romantik ein Sehnsuchtsort ist: „Diese Kinder haben ihn.“ Das Team der Stiftung „Hoffnungsträger“ und die Stadt haben gemeinsam etwas Tolles geschafften, so Baron, er überreichte ein Schwungtuch als Geschenk.

Die Einweihungsfeier auf der Lichtung vor den Hütten des Waki brachte für Eltern und Zukünftige Gelegenheit, miteinander und den Fachkräften ins Gespräch zu kommen. Ringsherum wuselten die geschäftigen Waki-Kinder, die wissensdurstig alle Spielmöglichkeiten ausprobierten oder beim Tauziehen mit viel Gelächter ihre Kräfte massen. Für Pastor Johannes Börnert von der Evangelischen Gemeinde Schönblick eine gute Gelegenheit, Kinder Werte erfahren zu lassen, oder wie Julia Klassen es ausdrückt: „Kinder sind wie ein Schwamm, alles wird aufgesogen!“ Die Erfahrungen werden auch nach Hause getragen und die Vielfalt der deutschen Sprache kennengelernt durch die vielen Kinderfragen, die die drei Erzieherinnen und die FSJlerin, die ihr freiwilliges Jahr im Waldkindergarten (Waki) macht, beantworten. Gise Kayser-Gantner

Info: https://www.schoenblick.de/waldkindergarten-hoffnungshaus

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