Waldstetter Brücke: Eine zweite Brücke neben der großen?

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Die Waldstetter Brücke
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Schwäbisch Gmünd

Gmünder, die häufig die Waldstetter Brücke passieren, müssen sich auf eine lange Umleitungsphase einstellen. Ende März könnten die Bauarbeiten dort beginnen, sagt Jürgen Musch, Leiter des Städtischen Tiefbauamts.

An der fast 140 Jahre alten Brücke Schäden sind festgestellt worden, darum muss das Bauwerk saniert werden, und zwar möglichst schnell: „Es kann kein Statiker sagen, wie lange die Brücke noch hält, wir haben keine Nachweise“, sagt Musch.

Die Bauarbeiten an und neben der Brücke sollen auch genutzt werden, um die angrenzenden Straßen fahrradfreundlicher zu machen. „Die Mitte des Kreisverkehrs wird etwas verschoben, um die spätere Anbindung von Radwegen vorzubereiten“, sagt der Tiefbauamtsleiter. Außerdem sei geplant, an der Südseite der Josefstraße einen Radfahrstreifen einzurichten.

Stadträtin Sabine Braun (Grüne) wünschte in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses noch mehr Informationen zur Verkehrsplanung. „An der Brücke ist ein sehr sensibler Punkt mit viele Schulwegen und Radverkehr“, sagte sie. „Wie verläuft der Radverkehr stadtein- und stadtauswärts, wie kann der Radverkehr in die Grabenallee einbiegen?“, so Braun weiter.

Neue Radbrücke aus Holz?

Genau steht das noch nicht fest, weil die Stadtverwaltung noch über Alternativen nachdenkt. Denn an einer Eigenschaft der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Brücke lässt sich nichts ändern: „Es wäre ideal, wenn wir sie verbreitern könnten, aber das geht nicht wegen des Denkmalschutzes, sie bleibt ein Nadelöhr“, sagt Musch.

„Vielleicht kann in näherer Zukunft parallel eine Radbrücke in Holzbauweise entstehen, da müssen wir abstimmen, was es kosten würde“, so Jürgen Musch. „Das gehört zum Radkonzept, es sind schon Planungen im Gange.“ Außerdem müsse bedacht werden, wie sich – neben dem „enormen Schülerverkehr“ - der Verkehr dort nach dem Bau des neuen Feuerwehrhauses verändere.

Kosten: 1,85 Millionen Euro

Wie der Verkehr von der Waldstetter Brücke, zu dem auch etliche Buslinien zählen, während der Bauzeit umgeleitet wird, das stehe noch nicht fest laut Markus Herrmann, dem städtischen Pressesprecher.

Durch die Bauarbeiten wird die Brücke nicht nur saniert, sondern auch gestärkt. „Wir heben das Bauwerk auf eine Tragkraft 30 Tonnen“, sagt der Tiefbauamtsleiter. Diese „Ertüchtigung“ führe dazu, dass die Stadt Fördergelder bekomme. „Bei einer reinen Instandsetzung wäre dies nicht möglich gewesen“, so Musch. Die gesamten Kosten der Bauarbeiten liegen bei 1,85 Millionen Euro, der voraussichtliche Zuschuss aus dem „kommunalen Sanierungsfonds Brücken“ liegt bei gut 400  000 Euro, die Stadt muss als Eigenanteil noch etwas mehr als 1,4 Millionen Euro investieren.

Info: Die Waldstetter Torbrücke am Josefsbach/Waldstetter Bach stammt ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert. Die Gewölbebrücke ist aus Sandstein und Quadermauerwerk gefertigt. Anfangs hatte die Brücke eine Breite von etwa sechs Metern. 1883 wurde ein Natursteingewölbe angebaut, damit wurde die Brücke auf nun 12,90 Meter verbreitert. 1990 ist die Brücke zum bisher letzten Mal saniert worden.

Es wäre ideal, wenn wir sie verbreitern könnten.“

Jürgen Musch,, Leiter Tiefbauamt

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