Walter Deininger gibt das „Brazil“ nicht auf, aber ab

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Wie es um den Traumpalast und das Gmünder Programmkino Brazil steht und welche Veränderungen demnächst anstehen.

Schwäbisch Gmünd

Seit 40 Jahren betreibt Walter Deininger das Brazil-Kino mit der angeschlossenen Kino-Kneipe-Fabrik, besser bekannt als KKF. Die vergangenen beiden Corona-Jahre haben dem Kinobetreiber das Leben nicht gerade einfach gemacht.

In seinem Programmkino im Hirschgäßle hat Walter Deininger seit 40 Jahren Filme jenseits des Mainstreams, des Massengeschmacks, im Programm hat. Mit einer 60-prozentigen Belegung, wie es die derzeitigen Hygienevorschriften vorgeben, wäre Deininger schon glücklich. Aber die Programmauswahl spreche halt eine nur Menschen eines bestimmten Alters an. Und von diesen seien „viele noch zurückhaltend, was einen Kinobesuch angeht“, sagt Deininger. Dabei seien die Sorgen unbegründet, schließlich gebe es ein Hygienekonzept. Und auch die Lüftungsanlage biete Sicherheit. „Trotzdem haben manche Leute noch Angst“, sagt Deininger und versteht das auch.

Reichtümer sind mit dem Betrieb eines Programmkinos nicht zu verdienen, aber Walter Deininger und seine rechte Hand Jana Thiem bespielen das „Brazil“ mit viel Leidenschaft und mit anspruchsvollen Filmen. Selbst dann noch, „wenn es finanziell schmerzt“. Das Konzept von KKF und Brazil-Kino basiert darauf, dass die Kneipe nebenan den Kinobetrieb finanziell stützt. Doch genau hier gab's in den vergangenen beiden Jahren ein Problem: Die Pandemie bewirkte, dass auch der Kneipenbetrieb drastisch eingeschränkt wurde.

Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten sollte der Kinobetrieb eigentlich eingestellt und der Kneipenbetrieb ausgedehnt werden, sagt deshalb Walter Deininger, gibt aber, als Filmliebhaber schlechthin, sofort Entwarnung: „Das Brazil bleibt erhalten“, wenn auch in absehbarer Zeit unter neuer Leitung. Jana Thiem wird Walter Deininger beerben. In der jetzigen Situation aber wollen beide mit der Übergabe noch etwas warten. Bis wieder mehr Besucher kommen.

Ein finanzieller Einschnitt

Für Heinz Lochmann, den Geschäftsführer des Gmünder Traumpalasts, ist Kino eine Weltanschauung. Die Eröffnung des Traumpalasts in Gmünd sei in eine ungünstige Zeit gefallen. „Kaum geöffnet, kam der erste Lockdown.“ An Aufgeben hat Lochmann trotzdem nie gedacht. Er glaube an das Kino als Ort der Begegnung und der Kommunikation. Dem Gmünder Traumpalast gehe es „momentan den Umständen entsprechend gut“, meint Lochmann und verweist auf die angeordnete Reduzierung der Sitzplätze auf 60 Prozent in den zehn Sälen des Traumpalastes. Dies sei ein finanzieller Einschnitt, zu dem auch noch die „Nicht-Besucher“ gezählt werden, die nach wie vor Angst vor einer Infektion haben. Diese sei – wie auch im Brazil-Kino – „völlig unbegründet“, klärt der Geschäftsführer auf. Der Traumpalast in Gmünd verfüge über die größten Hygienestandards, die möglich seien. Zudem sorge eine Lüftungsanlage ständig für Frischluft.

Filme sind genügend da

Dass das Kino im Allgemeinen irgendwann einmal nicht mehr existieren könnte, daran glaubt Heinz Lochmann nicht. Menschen seien soziale Wesen, die soziale Kontakte benötigen, so der Geschäftsführer. Und „Kino ist ein Freizeitvergnügen der besonderen Art“, meint der Traumpalast-Chef. Kino sei eine Leidenschaft, ein besonderes Erlebnis. Und es sei nur eine Frage der Zeit, wann für die Bürger das „neue Normal kommt“. Heinz Lochmann ist dafür gerüstet, Filme seien genügend da. Er könne ein abwechslungsreiches Programm mit Blockbustern und anderen „Straßenfegern“ bieten.

Kino ist ein Freizeitvergnügen der

Heinz Lochmann,, Traumpalast-Geschäftsführer
Traumpalast
Sieht sich für das „neue Normal“ gut gerüstet: Traumpalast-Geschäftsführer Heinz Lochmann. Archivfoto: Tom

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