Warum die Arbeiten an der Augustinuskirche länger dauern

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Dach und Fassaden der Augustinuskirche sind renovierungsbedürftig. Bis Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Im Bild (von links) Ursula Richter, Christiane Schoch, Dr. Stefan Horrer und Dr. Stefan Scheffold.

Augustinuskirche in Gmünd und Evangelische Stadtkirche Ellwangen gehören Baden-Württemberg. Aktuell laufen Sanierungsarbeiten.

Schwäbisch Gmünd

Viele Schlösser, Parks und Amtsgebäude gehören dem Land Baden-Württemberg. Aber auch einige wenige Kirchen. Darunter die Evangelische Stadtkirche in Ellwangen und die Augustinuskirche in Schwäbisch Gmünd. Zwei von 480 Landesimmobilien, um die sich das Amt für Vermögen und Bau in Schwäbisch Gmünd kümmert. Zuständig ist es für den Ostalbkreis und die Kreise Göppingen und Heidenheim.

Aktuell wird die Augustinuskirche saniert, Schäden an Dach und Fassade müssen behoben werden. Amtschef Dr. Stefan Horrer und Abteilungsleiterin Christiane Schoch informierten jetzt Dekanin Ursula Richter und den CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Scheffold über den Renovierungsfortschritt. Christiane Schoch erläutert die Maßnahmen:

  • Das Dachtragwerk muss an einigen Stellen stabilisiert werden.
  • Firstziegel werden überprüft, neu eingespeist.
  • Am Glockenturm wird das Dach erneuert.
  • Fassaden: An der West- Ost und Nordfassade sind Ausbesserungsarbeiten nötig.

Zunächst sollten die Sanierungsarbeiten bis Herbst fertig sein. "Aber im Lauf der Bauarbeiten haben sich weitere Schäden aufgetan", sagt Christiane Schoch. Deshalb rechne man nun mit einer Fertigstellung bis Ende des Jahres.

Die Arbeiten brauchen auch mehr Zeit, weil bei jedem Schritt zunächst die Denkmalbehörde informiert werden muss, damit sie grünes Licht für den Weiterbau gibt. Rund 300 000 Euro kosten die laufenden Maßnahmen. Das Amt für Vermögen und Bau hat die Augustinuskirche auch im nächsten Jahr schon im Blick. Dann soll ein Wasserschaden im Kirchenschiff beseitigt werden, der sich etwa über dem Haupteingang im Norden aufgetan hat.

"Wir haben volles Vertrauen in die Arbeit der Behörde", sagt Dekanin Ursula Richter, die nicht unglücklich ist, dass die Kirche dem Land gehört. Dr. Stefan Scheffold teilt die Meinung von Baubehörde und Kirchengemeinde, "dass das Geld hier gut angelegt ist". Um die Zukunft des Gebäudes müsse man sich keine Sorgen machen. Alle fünf Jahre wird es auf Schäden untersucht. Die würden jeweils zeitnah behoben.

Zuletzt 1975 saniert

Der Sonderstatus der Augustinuskirche basiert auf der politischen Entwicklung. 1803 wurde das Kloster aufgehoben. 1806 wurde die Klosterkirche zur "Garnisonskirche für den evangelischen Kultus" bestimmt und 1817 endgültig evangelische Stadtpfarrkirche. Sie blieb aber im Staatseigentum, wie Richard Strobel im Band Kunstdenkmäler in Schwäbisch Gmünd beschreibt. Die ursprünglich gotische Kirche wurde Mitte des 18. Jahrhunderts teilabgebrochen und von Stadtbaumeister Johann Michael Keller dem Zeitgeist entsprechend erneuert. Kleinere Umbauten hat es bis ins 20. Jahrhundert gegeben. 1960 hat der Stuttgarter Hans Manz den Innenraum der Kirche restauriert, der Sakristeianbau wurde 1963 verändert. Zuletzt wurden die Fassaden von Kirche und Klostergebäude – dort ist das Finanzamt untergebracht – in den Jahren 1974 und 1975 saniert. 1985 war schon wieder eine Innensanierung der Kirche nötig, diesmal betreut vom Ulmer Restaurator Ulrich Lucas.

Kunstgeschichtliche Bedeutung haben die Deckengemälde von Johann Anwander. 1757 entstand das Werk "Leben und Verklärung", kurz darauf "Die Bekehrung Augustini". Eine Besonderheit der Kirche ist das "Storr‘sche Oratorium", eine kastenförmige Loge, die hoch wie eine Empore ins Kirchenschiff ragt und für Bürgermeister Storr von Ostrach in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut wurde.

Die Augustinuskirche hat gotischen Ursprung, wurde von Johann Michael Keller umgebaut.

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