Was nun beim Friseur gilt

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Der Friseurbesuch ist nun auch ohne Test möglich. Doch der erhoffte Kundenansturm bleibt vorerst aus. Der Grund dafür könnte sein, dass noch nicht alle Bescheid wissen.

Für den Friseurbesuch gibt es keine Testpflicht mehr. Doch gerade dieser Beschluss verunsichert die Kunden im Moment.

Schwäbisch Gmünd.

Wo bleiben die Kunden? Das fragt sich die Obermeisterin der Friseurinnung Schwäbisch Gmünd, Jutta Grames. Obwohl bereits seit fast zwei Wochen die Testpflicht beim Friseurbesuch weggefallen ist, bleibe der erhoffte Ansturm weiter aus. Der Grund dafür: „Fast immer weiß keiner mehr so richtig was man wann und wo darf.“ Wie sich dadurch die Situation in den Friseursalons geändert hat? Wir haben bei vier Friseurinnen nachgefragt.

„Es waren noch mehr positive Nachrichten“, schildert Salonchefin Jutta Grames vom gleichnamigen Friseursalon in Böbingen ihre Reaktion auf den Beschluss, dass der Friseurbesuch ohne einen negativen Corona-Test möglich sei. „Natürlich gilt aber weiterhin dasselbe Prozedere wie vor und während des Lockdowns“, sagt sie. Das heißt, Besuche sind weiterhin nur mit einem Termin möglich, es gilt Maskenpflicht und persönliche Daten müssen für die Nachverfolgung angegeben werden.

Dennoch habe sich die Situation in den vergangenen Tagen verändert. „Aber ins Positive“, stellt Grames fest. Sie bemerkte, dass der Test für viele Kunden ein Hindernis war. „Wir haben in den letzten Tagen wieder mehr Kundschaft als in der Zeit mit einem Test“, sagt sie. Vor allem zu Beginn des Lockdowns, als ein Bescheid vorgelegt werden musste, sanken die Kundenzahlen. „Als wir dann den Selbsttest angeboten haben, ging es etwas bergauf“, sagt sie. Trotzdem sei es nicht wie erhofft. Ein Grund könnte sein, „dass viele noch nicht Bescheid wissen“.

Noch ist für manche Dienstleistungen ein Test nötig, etwa beim Bartschneiden. „Bei allem, wo die Maske abgesetzt werden muss, ist ein Test, der nicht älter als 24 Stunden alt ist, nötig.“

Geschäftsführerin Elina Freer vom „Friseursalon Elina“ in Schwäbisch Gmünd hat ähnliches erlebt. „Seitdem keine Tests mehr nötig sind, steigt die Zahl der Kunden langsam wieder an“, sagt sie. Während des Lockdowns haben die Kunden bewusst auf einen Termin verzichtet, „da sie einfach keinen Test machen wollten“, erzählt sie. Als sie dann Schnelltests anbot, änderte sich die Situation. „Diesen mussten die Kunden allerdings draußen oder im Auto machen“, erzählt sie. Damit kein Risiko entstehe. „Doch erfreulicherweise war bei den Schnelltests nicht ein positiver dabei.“ Trotz allem sei sie froh, dass der Salon überhaupt öffnen durfte. „Wir hatten große Angst, wieder schließen zu müssen“, sagt Freer.

„Bei uns hat sich die Situation wieder etwas normalisiert“, sagt Geschäftsführerin Ursula Frohs vom Friseursalon Karl Schäffner in Gmünd. Auch hier kam der Test nicht bei jedem gut an. „Die Kunden wussten oftmals nicht, wo sie sich überhaupt testen lassen sollten“, erzählt Frohs. Vor allem, da es sich überwiegend um ältere Kunden handle. Das Einfachste sei gewesen, sie zum Hausarzt zu schicken.

Mit Schnelltests dagegen hat Frohs gar nicht erst angefangen. „Dazu brauchte es erst eine Einweisung der Mitarbeiter und dann sollten die Kunden noch fünf Euro zahlen“, sagt sie. Das hätte sowieso niemand gemacht, „wenn sie das woanders kostenlos machen könnten“.

Doch der Kundenverkehr ist noch nicht wieder der alte. „Tatsächlich sind es jetzt noch ein bisschen weniger Kunden“, sagt sie. Das liege aber vielleicht daran, dass noch nicht viele Bescheid wissen.

„Es herrscht große Verwirrung bei den Kunden“, sagt die stellvertretende Salonleiterin Daniela Minic vom Friseursalon „Styling Crew“ in Gmünd. Jede neue Lockerung verunsichere die Menschen und „die Situation im Salon verschlechtert sich wieder“, sagt sie weiter. Zwar gehe es langsam wieder bergauf, doch es sei bei weitem nicht wieder normal.

Es herrscht große Verwirrung.“

Daniela Minic,, Stellvertretende Salonleiterin „Styling Crew“

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