Wasserstoff made in Gmünd - Produktion ab 2024

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Auf dem Gügling baut eine Firma aus Frankreich einen Elekrolyseur zur Herstellung von Wasserstoff.

Schwäbisch Gmünd. Ende 2023 soll in Gmünd der erste Wasserstoff erzeugt werden, 2024 soll die Produktion richtig anlaufen: Eine Firma aus Frankreich will ab dem kommenden Sommer auf dem Gügling einen Standort zur Erzeugung und Auslieferung von Wasserstoff bauen.

Pascal Louvet und Projektentwickler Mario Michels von der französischen Firma Lhyfe haben ihre Pläne am Mittwoch im Gmünder Gemeinderat vorgestellt. Auf einem 10  000 Qadratmeter großen Grundstück im Gewerbegebiet Gügling, zwischen Bosch und Leicht Küchen, ist die Produktionsstätte für Wasserstoff geplant. „Wir produzieren vier Tonnen Wasserstoff pro Tag“, sagt Pascal Louvet. Der Elektrolyseur ist mit einer Leistung von 10 Megawatt geplant.

Gmünd will „mutig vorangehen“

Damit wolle Gmünd „mutig vorangehen“, sagt Oberbürgermeister Richard Arnold. „Das ist der Einstieg in die Transformation, wir werden damit etwas haben, was andere nicht haben“, so Arnold. Es ist eine Produktion, die Abnehmer nach sich ziehen soll: „Es gibt schon Firmen, mit denen wir in Kontakt sind, für die wir eigentlich zu langsam sind“, sagt Pascal Louvet. Aber wo die gesamte Nachfrage nach dem erzeugten Wasserstoff herkommen wird, kann er noch nicht sagen: „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Kunden finden.“ Der vor Ort erzeugte Wasserstoff soll Betriebe anziehen.

Auch grüner Strom von hier?

Gebaut wird auf dem Gügling, weil es dort schneller geht als im neuen Gewerbegebiet Aspen, das noch in der Planungsphase ist. Der hergestellte Wasserstoff soll so genannter „grüner Wasserstoff“ sein, also erzeugt mit Strom aus erneuerbaren Energien. Dafür sollen die Stadtwerke sorgen.

Grünen-Stadtrat Karl Miller sprach dann einen aus seiner Sicht wichtigen Punkt an: „Wir müssen schauen, dass wir den grünen Strom auch hier in der Region erzeugen.“ Und er stellte Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Ernst die Frage: „Wie viel Windenergie werden wir dafür neu benötigen, wenn wir das mit Windkraft erzeugen wollen und nicht nur mit Beschaffung?“ Sechs Windkraftanlagen würde man dafür brauchen, anwortete Ernst.

Tankstelle und Pipeline

Neben der Produktionshalle mit dem Elekrolyseur soll eine öffentliche Wasserstoff-Tankstelle entstehen und eine Logistikfläche, wo spezielle LKW zum Abtransport von Wasserstoff beladen werden können. Bei der Produktionsmenge von vier Tonnen täglich sind das vier bis sechs LKW-Fahrten, rechnet Mario Michels vor. Später soll noch eine Wasserstoffleitung gebaut werden, die Betriebe im Aspenfeld und auch im Gebiet Gügling direkt versorgt.

Auch eine Einspeisung ins Erdgasnetz ist am Standort geplant. „Dafür haben wir einen Förderantrag gestellt“, sagt Wirtschaftsförderer Alexander Groll. „Für uns ein spannendes Experiment“, sagt Stadtwerke-Chef Ernst – der aber nicht mit nennenswerten eingespeisten Mengen rechnet.

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