Wasserversorgung gesichert

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Millioneninvestitionen der Stadtwerke in den vergangenen Jahren sorgten dafür, dass jeder Stadtteil inzwischen über ein zweites Standbein bei der Versorgung verfügt.
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Professor Frieder Haakh von der Landeswasserversorgung und Benjamin Peter von den Stadtwerken beleuchten die Zukunft im Klimawandel.

Schwäbisch Gmünd

Fakt ist: Es wird wärmer. Das merkt man auch in Gmünd. Unter anderem an extremen Niederschlägen. Doch trotz der Unmengen an Wasser, die oft zum Problem werden, ist Wasserknappheit in der Zukunft ein Problem. Wie die Situation in Gmünd in den kommenden Jahren aussehen könnte, erläuterten Professor Dr. Frieder Haakh von der Landeswasserversorgung und Benjamin Peter von den Gmünder Stadtwerken am Mittwochabend dem Gmünder Gemeinderat.

„Der Klimawandel greift uns dadurch an, dass es wärmer wird“, sagt Haakh und zeigt dabei ein Foto eines vertrockneten Maisfeldes. „So etwas werden wir in Zukunft öfter sehen.“ Selbst wenn es gelinge, die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten, seien Hitzesommer wie der aus dem Jahr 2018 die Regel. „Darauf müssen wir uns einstellen“, mahnt Haakh.

Unter diesen Bedingungen könne die Versorgung über das Grundwasser, aus der 40 Prozent unseres Wassers stammen, rund ein Viertel geringer ausfallen. Hinzu kommen zehn bis 16 Sommertage mehr pro Jahr. An diesen sei der Wasserbedarf, etwa für Gärten, höher. Außerdem sinke die Niederschlagsmenge über den Winter.

Generell gebe es in Baden-Württemberg eine „sehr robuste Wasserversorgung“. Dennoch gebe es einige Stellen, an denen die Versorgung ausgebaut werden müsse. Dazu gehöre Gmünd allerdings nicht, sagt Haakh und bekräftigt: „Die Trinkwasserversorgung als Mitglied der Landeswasserversorgung ist sicher.“ Auch die Stadtwerke trügen dazu bei.

In Gmünd gebe es „ein relativ sicheres System der Wasserversorgung“, sagt Geschäftsführer Peter Ernst. Das liege auch an regelmäßigen Investitionen. In den Jahren 2016 bis 2020 haben die Stadtwerke jährlich rund 1,5 Millionen Euro in die Versorgung investiert, erklärt dann Mitarbeiter Benjamin Peter. Das mache mehr als ein Viertel des jährlichen Investitionsbudgets aus. Diese Ausgaben bewirkten, dass es in keinem Gmünder Ortsteil mehr zu Engpässen komme. Degenfeld und Weiler seien die letzten Teilorte gewesen, die keine Verbindung zur Fernwasserversorgung hatten. Nun habe jeder Ortsteil „ein zweites Standbein“ zur örtlichen Wasserversorgung.

Nach den beiden Vorträgen können Stadträtinnen und Stadträte Fragen stellen. Thomas Kaiser (CDU), einst Ortsvorsteher von Hussenhofen, erinnert sich, dass es im Teilort früher örtliche Quellen gab. Mit weicherem Wasser. „Kann man am Härtegrad bei der Landeswasserversorgung etwas drehen“, möchte er wissen. Ob das Wasser auch weicher sein könne, interessiert auch Kaisers Fraktionskollegen Christof Preiß. „Wir könnten noch weiter enthärten“, antwortet Haakh. Es sei allerdings nicht sinnvoll. Der Härtegrad des Landeswasserversorgung-Wassers sei „ein guter Kompromiss“. Härteres Wasser schmecke besser, Maschinen und Leitungen seien aber anfälliger. Bei zu weichem Wasser herrsche Rostgefahr.

Gabriel Baum (Grüne) möchte wissen, ob Wasser aus Rückhaltebecken, etwa nach starken Niederschlägen, zum Gießen benutzt oder in Zisternen gespeichert werden könne. „Es ist Trinkwasser, es sollte Trinkwasser bleiben“, sagt Haakh. Der Einsatz von Wasser aus Rückhaltebecken gefährde die Qualität.

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