Weg mit veralteten Rollenklischees

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Feinmotorik, so das Klischee, liegt Frauen - Tüfteln, Mechanik und etwas in Bewegung setzen, ganz offensichtlich auch. Dies konnten die 16 weiblichen Gäste beim Girls' Day der Robert Bosch Automotive Steering erfolgreich unter Beweis stellen.
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Beim Girls' Day der Robert Bosch Automotive Steering zeigen Schülerinnen, was sie technisch „drauf“ haben.

Schwäbisch Gmünd

Was ist dran am Klischee von typischen „Männerberufen“ und „Frauenberufen“? Für die Robert Bosch Automotive Steering nicht viel – zumindest bei den Ausbildungsberufen Elektronik für Automatisierungstechnik, Mechatronik und Industriemechanik setzt man hier auf geballte Frauenpower. Beim bundesweiten Berufsorientierungstag für Frauen, dem „Girls' Day“, öffnete Bosch seine Lehrwerkstätten in der Lorcher Straße für Mädchen ab der 5. Klasse, um einen Einblick in die Ausbildung zur Mechatronikerin zu geben.

Amy Mienkus, Leonie Gutbrod, Isabella Schuler und Ines Tomesch sind Auszubildende im ersten Lehrjahr zur Mechatronikerin und stellen fest: „Den typischen Männerberuf in der Automobilbranche gibt es nicht mehr“. Das bestätigen auch Andreas Nebert, Verantwortlicher für die Ausbildung allgemein, und Marco Heindl, Ausbilder für das erste Lehrjahr. Im Zuge der immer weiter fortschreitenden Automatisierung seien Mädchen genauso wie Jungen rein körperlich den angebotenen Ausbildungsberufen gewachsen.

Amy, Leonie, Isabella und Ines begleiteten 16 Mädchen im Alter zwischen elf und 15 Jahren durch den „Girls' Day“ und demonstrierten dabei eindeutig, welche Erfolge bereits im ersten Ausbildungsjahr erzielt werden können. In zwei Gruppen aufgeteilt, erhielten die besuchenden Realschülerinnen und Gymnasiastinnen einen Einblick in die Welt der Mechatronik.

Der Zusammenbau eines kleinen Roboters etwa erforderte Fingerspitzengefühl, „was Mädchen auf jeden Fall haben“, schmunzelt Isabella. Auch beim logischen „Denkvermögen“ - nötig, damit Steckverbindungen richtig miteinander funktionieren - zeigten die Mädchen Talent: Am Ende führte jeder Roboter den ihm zugewiesenen Befehl aus. Amy und Leonie brachten die Grundzüge pneumatischer Schaltungen bei. Ein Schaltplan zur Bewegung pneumatischer Zylinder wurde am PC erstellt. Mit etwas Unterstützung der Auszubildenden schafften es die „Girls“, die Zylinder tatsächlich zu aktivieren. War das jetzt kompliziert oder schwierig? „Sie haben es uns ja erklärt“, meint die 15-jährige Luisa.

Für die Gymnasiastin ist eine technische Ausbildung durchaus denkbar. „Ausbilderin“ Leonie kam über den „Girls' Day“ zu ihrem Traum-Ausbildungsberuf der Mechatronikerin. Für sie steht fest: „Wenn Mädchen etwas selber machen, ist jede Aufgabenstellung vorstellbar“. Isabella absolvierte zuerst ein Studium der Elektrotechnik, diese „spannende Technik“ sei die Zukunft. Das Berufsbild der Mechatronik fasse Mechanik und Elektrik zusammen und garantiere ein schnelles Erfolgserlebnis. „Man kann das Ergebnis der Arbeit sofort sehen“.

Ausbildungsplätze verfügbar

Was sind die Voraussetzungen für eine Ausbildung? „Etwas Interesse für Mathe und Physik wäre vorteilhaft“, meint Andreas Nebert. Leonie gibt sofort Entwarnung: Stumpfes Formellernen sei nicht erforderlich, für alles gebe es während des Unterrichts Formelsammlungen, auf die zurückgegriffen werden darf, auch der Berufsschulunterricht sei geprägt von viel Praxis.

Dass Bosch im letzten Ausbildungsjahr gleich fünf junge Damen begrüßen konnte, freut Nebert genauso wie Ausbilder Heindl. „In gemischten Teams geht es harmonischer zu“, erklärt dieser. Im September beginnt bei Bosch der nächste Ausbildungsstart. „Ausbildungsplätze sind noch verfügbar“, meint Nebert. Auf der Gmünder Ausbildungsmesse am 3. Mai informiert Bosch über die verschiedenen Ausbildungsberufe und dualen Studiengänge.

Den typischen Männerberuf gibt es nicht mehr.“

Weibliche Auszubildende, Robert Bosch Automotive Steering

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