Weihnachtsferien ohne Langeweile und Lagerkoller

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Wie lassen sich in Zeiten von Corona die schulfreien Tage gut strukturieren und mit Programm füllen? Tipps für Familien mit Kindern.

Schwäbisch Gmünd

Hallenbäder, Zoos, Museen und Freizeitparks sind dicht. Sich mit Freunden treffen: Fehlanzeige. Für Familien mit Kindern sehen die Weihnachtsferien in Corona-Zeiten anders aus als bislang. Was zu tun ist, damit weder Langeweile noch Lagerkoller aufkommen.

Tieren auf der Spur: Tiere hinterlassen Spuren. Diese Spuren können Kinder bei einem Spaziergang durch den Wald entdecken. Dr. Heike Herrmann unterrichtet an der Fachschule für Sozialpädagogik St. Loreto in Schwäbisch Gmünd das Fach "Naturwissenschaftliche Bildung für Kinder". Sie hat einige Tipps parat: Eichhörnchen, Specht und Maus hinterlassen zum Beispiel Fraßspuren an Zapfen. Spuren von Buchdruckern oder Rehen finden sich an der Rinde von Bäumen. Der Hase formt eine Grube, in der er sich ausruht. Im Schnee können Kinder die Fußspuren der Tiere entschlüsseln. Fuchs, Reh, Wildschwein, Kaninchen oder Steinmarder? Wie die Fußspuren aussehen, können die Erwachsenen vor dem Spaziergang im Internet nachschauen und ausdrucken. Dr. Heike Hermanns Buchtipp: "Welche Tierspur ist das?" – erschienen im Kosmos-Verlag.

Vogelfutter herstellen: "Fettfutter gehört im Winter zu den wichtigsten Energielieferanten", weiß Dr. Heike Herrmann. Das Anrühren und Gestalten des Futters mache viel Spaß. Kinder brauchten hierbei aber die Hilfe der Erwachsenen. Benötigt wird Rindertalg, den es beim Metzger gibt, oder als Alternative gehärtetes Kokosfett. Dieses lässt man im Topf zergehen und gibt, damit es in der Kälte nicht zu fest wird, auf zirka 500 Gramm Fett etwa zwei bis drei Esslöffel Öl dazu. In das Fett rührt man etwa die doppelte Menge an Körnern wie Sonnenblumenkörner, Haferflocken oder gehackte Erdnüsse ein. Die Kinder können die Masse in Plätzchenformen füllen oder in Blechtassen. Tipps können sich die Erwachsenen auch beim Naturschutzbund Nabu holen, rät die Dozentin. Dort gibt es beispielsweise eine Anleitung zur Herstellung von Meisenknödeln und Futterglocken.

Versuche für zuhause: Wenn das Wetter mal nicht mitspielt, hat Dr. Heike Herrmann Tipps für Versuche zuhause parat. Versuch Nummer eins: Wie kommen die Jahreszeiten zustande? Die Kinder brauchen dazu einen Globus und eine Lampe als Sonne. Herrmann: "Dann können sie versuchen, die Jahreszeiten nachzustellen." Die Achse der Erde ist in Bezug zur Sonne geneigt. Die Erde kreist um die Sonne und innerhalb von 24 Stunden um sich selbst. Sommer auf der Nordhalbkugel: Ist die Nordhalbkugel zu Sonne hingeneigt, konzentrieren sich, bedingt durch den Einfallswinkel, die Sonnenstrahlen auf eine kleine Fläche. Winter auf der Nordhalbkugel: Ist die Nordhalbkugel von der Sonne weggeneigt, dann strahlt die Sonne deutlich schräger auf die Halbkugel als im Sommer, die Sonnenstrahlen verteilen sich auf eine größere Fläche. Der Winter ist da. "Am besten, man markiert die Stelle, wo man wohnt", rät Dr. Heike Herrmann.

Versuche mit Wasser machen vielen Kindern Spaß, weiß die Dozentin. Für den zweiten Versuch brauchen sie Wasser, Öl, Limonade oder Sirup. Die Fragen: Was kann man mit Wasser mischen und was nicht? Gibt es Schichtungen und warum? Heike Herrmann erklärt: "Alles, was weniger dicht als Wasser ist, schwimmt als Schicht auf dem Wasser, zum Beispiel Öl." Alles, was dichter ist, wie beispielsweise zuckerreicher Sirup, bilde eine Schicht unten im Wasserglas. Mischt sich alles mit Wasser? Herrmanns Erklärung: "Alles, was eine wässrige Lösung ist, lässt sich mit Wasser mischen, zum Beispiel Limonade, Tee oder Sirup." Andere Lösungen wie Öl ließen sich nicht mit Wasser mischen, Öl sei wasserabweisend. Gebe man eine Substanz zu Wasser und Öl, die beide Lösungen "liebt", wie beispielsweise Spülmittel, könne man beide Lösungen zusammenbringen. "So funktioniert das Abspülen", erklärt Herrmann. Spülmittel "greife" sich das Fett und das Wasser. Das Ganze könne man dann am besten mit heißem Wasser abwaschen.

Rollenspiele: Viele Kinder schlüpften gern in verschiedene Rollen. Wer mag, kann einen Besuch im Restaurant nachspielen oder im Einkaufsladen einkaufen, im Reisebüro einen Urlaub buchen oder in der Werkstatt das Auto reparieren lassen. "Hierzu können Alltagsgegenstände verwendet werden und das Geschehen wird fantasievoll nachgespielt", sagt Dr. Heike Herrmann.

"Es geht bei allen Ideen darum, Zeit gut zu strukturieren, um je nach Alter der Kinder auch solche Phasen zu ermöglichen, in denen Kinder sich selbst weiterbeschäftigen, sozusagen im Homeoffice", erklärt Christof Scherberger, Schulleiter der Fachschule für Sozialpädagogik.

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