Weihnachtswunder für den Zirkus

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Umzug geschafft: Alois Frank (2. v. l.) vom Zirkus Alaska freut sich, dass seine Tiere in der neuen Unterkunft im Gmünder gewerbegebiet "Krähe" gut durch den Winter kommen können.

Dank des Engagements vieler Leser der Gmünder Tagespost hat die Herbergssuche des Zirkus Alaska jetzt ein Ende.

Schwäbisch Gmünd

Neun Monate, seit Beginn der Pandemie, saß der Familienzirkus Alaska in Bettringen auf der Freifläche am Ortsausgang Richtung Weiler fest. Das Auftrittsverbot machte Weiterreisen unnötig, der Mangel an Einnahmen machte es unmöglich. Der warme Frühling, gefolgt vom heißen Sommer und einem milden Herbst machte den Zwangsaufenthalt einigermaßen erträglich. Doch im Herbst blickte die Zirkus-Familie Frank nervös Richtung Winter.

Seit die Temperaturen in den Minusbereich gefallen sind, wich die Nervosität purer Existenzangst, gepaart mit der Sorge um das Wohl der rund 30 Tiere. Die Sonne ließ die Grünfläche tagsüber auftauen, nachts gefror der Boden und war dadurch kaum noch begehbar. Geld und Zeit kostete es, den Untergrund für die Tiere so zu gestalten, dass diese keinen Schaden nahmen. "Wir haben Unmengen an Einstreu und Hackschnitzel ausgebracht", erzählt Chefin und Luftakrobatin Natascha Köllner. Eine andere Unterkunft zu finden, wurde immer dringlicher.

Artikel bringt Helfer auf den Plan

Die Gmünder Tagespost hat die gestrandete Familie seit ihrer Ankunft in Bettringen regelmäßig besucht und um Hilfe aus der Bevölkerung gebeten. Nun kam Bewegung in die "Herbergssuche". Viele Leser haben sich bei der Gmünder Tagespost und bei der Familie Frank gemeldet. Auch das Amt für Familie und Soziales brachte sich ein. Und Andreas Funk und Marco Biegert von der Gmünder Firma Biegert und Funk wurden durch den Artikel aufmerksam und boten dem Zirkus Asyl in ihrer unbenutzten Scheune im Technologiepark in Gmünds Westen an.

Natascha Köllner und Alois Frank konnten ihr Glück kaum fassen, denn die Unternehmer sorgten auch dafür, dass die gegenüberliegende Grünfläche im Besitz der Firma Nubert von den Zirkustieren als Weidefläche genutzt werden kann. In städtischem Besitz sei der Platz neben der Scheune, auf dem die Franks ihren Fuhrpark über den Winter abstellen dürfen.

Am Dienstag startete der große Umzug. Alois Frank und einige Helfer verwandelten die leere Scheune in ein wohnliches Heim für die Tiere. In unzähligen Fahrten wurden Gehege von Bettringen nach Gmünd gebracht und aufgebaut. Der mit Pflaster versehene Boden wurde dick eingestreut, Strom und Wasser sind vorhanden, freuen sich Köllner und Frank. Am Nachmittag konnten Ziegen, Pferde und Kamele umziehen. Hier dürfen die Tiere übrigens auch besucht werden.

Geschafft, aber glücklich wollen sich die Zirkusleute bei allen bedanken, die geholfen haben. Spendern. Besuchern, die die Tierschau besucht haben. Firmen und Personen, die Obdach gewährt haben. Jetzt freut sich die achtköpfige Familie auf Weihnachten und verspricht: "Ohne ein großes Gastspiel verlassen wir Gmünd nicht."

Spenden mit Zweck "Tierfutter" auf Konto DE 71 600 100 700 702 62 6702

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