Welche Bäume für Gmünd?

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Insgesamt betrachtet haben sich die Hoffnungen erfüllt und das Arboretum im Himmelsgarten als Klimaallee bringt viele Einsichten und Erkenntnisse. Die Arten müssen in das heimische Ökosystem passen.
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Das „Lions Arboretum“ hat sich in sieben Jahren gut entwickelt. Davon überzeugten sich Baubürgermeister Julius Mihm und Experten vom Forst.

Schwäbisch Gmünd

Im Arboretum des Himmelsgartens in Wetzgau fand eine Bestandsaufnahme statt. Der Lions Club Schwäbisch Gmünd-Aalen-Ellwangen hatte in seinem 50. Jubiläumsjahr 36 Bäume für die Gmünder Landesgartenschau 2014 gestiftet. Baubürgermeister Julius Mihm wollte vor Ort eine Vorstellung davon entwickeln, welche Bäume sich für welchen Standort in der „grünen Stadt“ im Sinne der Nachhaltigkeit eignen. Mit einem Einsatz von 15000 Euro hatte sich der Lions Club für Anlage und erste Pflege wie Nachpflanzungen des Arboretums beteiligt.

19 Baumarten gepflanzt

Forstdirektor a. D. Reinhold Elser, Lions Club, erläuterte, dass insgesamt 19 Baumarten gepflanzt wurden. Davon fünf heimische, die in Süddeutschland vorkommen, 14 aus Nordamerika, Asien und Südeuropa. Ausschlaggebend für die Auswahl war ihre Klima-Robustheit, das heißt, dass sie eine zu erwartende Steigerung der Jahrestemperatur, aber auch Frost aushalten. Weiterer Faktor war ihre Eignung für eine städtische Umgebung, maximale Höhe von 20 Metern und geringe Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge.

In einem Teil des Arboretums sind die Bäume als Allee einander gegenüber stehend gepflanzt, weitere wie in einem Park platziert. Darunter imposante Einzelbäume wie Trompetenbaum und Urweltmammutbaum, die durch ihren Wuchs, die Blütenpracht und Blattfärbung besondere Akzente setzen, aber auch die prachtvolle Blutbuche, Atlaszeder und der Tulpenbaum.

Insgesamt betrachtet haben sich die Hoffnungen erfüllt und das Arboretum als Klimaallee bringt viele Einsichten und Erkenntnisse. Die Arten müssen in das heimische Ökosystem passen. Es seien viele Lichtbaumarten vorhanden, aber da die Wälder bis zum Ende des Jahrhunderts lichter werden, hätten sie eine gute Chance, so Jens-Olav Weiher, Leiter der Forstaußenstelle. Für die Stadtplanung sind Antworten auf die Frage „Was hat Zukunft?“ ganz wesentlich. Wie entwickeln sich die „Stadtbäume“, sind sie kleinwüchsig oder großwüchsig? Auch Häuslebauer müssen Bäume in ihre Planung aufnehmen. Hier will Julius Mihm einen Katalog aufstellen lassen mit geeigneten Baumarten, die sozusagen mit der Familie mitwachsen.

Anregungen gibt es genug

Anregungen dazu kann man sich im Lions Arboretum holen und gleichzeitig eine Idee davon erhalten, wie schmal oder mächtig die Bäume werden. Zum Beispiel der Urwelt-Mammutbaum mit kegelförmiger, lockerer Krone. Sehr reizvoll der Dreispitzahorn, dessen Blätter sich im Herbst in Schattierungen von Scharlachrot bis Orangegelb färben. Mit apfelförmigen orangeroten eineinhalb Zentimeter großen Früchten ziert sich die Mehlbeere, die bis zu zehn Meter hoch wird. Wie grüne Seesterne sehen die dichten Blätter des Amberbaums aus, der sich mit stacheligen kugeligen Kapseln schmückt.

Die Blumenesche, auch Manna-Esche genannt, kann ihre breite pyramidenförmige Krone bis in zehn Metern Höhe ausbreiten, geziert mit reich verzweigten weißen Blütenrispen. Man sagt von Karl dem Großen, er habe den Speierling als Obstgehölz erkannt. Reinhold Elser weiß zu berichten, dass man dessen Früchte dem Most beigesetzt hat. Das Holz ist vielseitig einsetzbar, sogar beim Instrumentenbau.

Die Namen der Bäume sind mit weitergehenden Infos auf Tafeln zu lesen. Viele sind bestens geeignet, die Fantasie zu beflügeln: Flaumeiche, Zerreiche, japanische Zelkove, um nur einige zu nennen. Gepflegt wird das Lions Arboretum von Stadtgärtnerin Ramona Baur und ihren drei Helfern. Es werden Bäume aus anderen Ländern und Kontinenten nach Gmünd gebracht, da sich durch den Klimawandel die Lebensbedingungen für einige einheimische Bäume verschlechtert haben. Sie können durch Arten aus Nordamerika, Südeuropa und Kleinasien, Japan, Korea und China ersetzt werden, aber auch durch Hybridzüchtungen wie die Stadtulme oder holländische Ulme, eine Resistenzzüchtung aus Feldulme und Bergulme gegen das Ulmensterben.

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