Wenn das schnelle Netz auf die Zypresse trifft

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In Weiler sind die Tiefbauarbeiten für die Glasfaser-Anbindung des Gebiets „Unterm Bilsen“ so gut wie abgeschlossen, meldet der städtische Breitbandbeauftragte. ÌFoto: Tom
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Die Glasfaser-Anbindung schwach versorgter Gebiete im Stadtgebiet kommt voran. Auch Anlieger der Leitungstrassen können anschließen.

Schwäbisch Gmünd

In Weiler, aber auch in  Lindach, Großdeinbach, Bargau und anderen Teilorten gibt es noch „weiße Flecken“ -Orte, in denen die Internetanbindung  nur Übertragungsraten  von  weniger als 30 Megabit pro Sekunde erlaubt.  Diese „Flecken“ auszumerzen, das ist derzeit die zentrale Aufgabe von Markus Hofmann,  der seit Jahresanfang Breitbandbeauftragter in der städtischen Wirtschaftsförderung ist.

Langes Verfahren

Die Wartezeit aufs schnelle Internet kann schon lang sein.  Im April vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat  die Anbindung der  Neubaugebiete „Strutfeld II“  in Bargau, „Unterm Bilsen“  in Weiler und „Holder“ in Großdeinbach ans Glasfasnetz  beschlossen. Im November fragte Stadtrat Christian Krieg an,  weshalb immer noch Bauherren im Bilsen auf den schnellen Internetzugang warten. Jetzt graben die Bagger in Weiler in Richtung Bilsen. „Das ist kein unüblicher Zeitrahmen“, sagt der Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, Alexander Groll.  Wenn der Gemeinderat die Verlegung der Glasfaser  beschlossen hat, müssten  die Arbeiten ausgeschrieben und im Detail geplant, müssten Fristen eingehalten werden.

Zu Beispiel müssen die Anlieger das künftigen Glasfaser-Trasse angeschrieben werden. Sie  - allerdings nur die direkten Anlieger - bekommen im Rahmen des Weiße-Flecken-Programms nämlich  die Möglichkeit, zum Nulltarif an die Glasfaser anzuschließen.  Ob sie den Anschluss dann in Betrieb nehmen, bleibt ihre Entscheidung.  Diese Abfrage sei nun zum Beispiel für den   Anschluss des Holder in Großdeinbach gelaufen.  Viele, so Groll,  sind erfreut über das Angebot, sehen den Anschluss als  Wertsteigerung für ihre Immobilie.  Ein Anwohner  in einem Teilort habe  abgelehnt, weil er Sorge hatte, dass durch die Leitungsheranführung  die Zypresse in seinem Garten beschädigt wird. „Wer nicht will, muss das schriftlich bestätigen“, schildert Alexander Groll den Verfahrensablauf. Später sei ein kostenloser Anschluss nicht mehr möglich.

Weiler schon weit

In Weiler, wo die Trasse praktisch durch die ganze Ortsdurchfahrt läuft, hätten ungefähr 20 Anlieger  die Gelegenheit genutzt, bilanziert  Markus Hofmann.   Dort seien die Tiefbauarbeiten  praktisch abgeschlossen, die Anschlüsse dürften relativ zeitnah bereit sein. In Großdeinbach, wo Holder II angeschlossen werden soll,  seien etwa 50 Anlieger der Trasse angeschrieben worden. „Wir versuchen die Eingriffe in das jeweilige Grundstück so gering wie möglich zu halten“, versichert Hofmann.  Für die zweite Erweiterung des Baugebiets Strutfeld in Bargau werde derzeit die optimale Trassenführung geprüft.

„Es geht jetzt wirklich voran“, sagt der Breitbandbeauftragte über die  Ausmerzung der „weißen Flecken“  auf der Internetanschlusskarte des Stadtgebiets.  2023 wolle die Stadt mit den letzten Tiefbauarbeiten dafür beginnen. 

Dass dies möglich ist, ist auch der Förderung durch Bund und Land zu verdanken. 24,6 Millionen Euro sind dafür nach Gmünd geflossen.  Etwa zweieinhalb Millionen musste die Stadt beisteuern. Und wenn alle „weißen Flecken“ beseitigt sind? „Dann kommt das „Graue-Flecken“-Programm“ für Netzstärken unter 100 Megabit, sagt Markus Hofmann.

Es geht jetzt wirklich

Markus Hofmann, , Breitbandbeauftragter

Sieben Schulen kommen dran

  • Sieben weiterführende Schulen werden derzeit ans Glasfasernetz  angeschlossen: Scheffold-Gymnasium, Adalbert-Stifter-Realschule und  Waldorfschule   (alle im Schulzentrum Strümpfelbach) sowie die nahe beieinander liegenden großen Innenstadtschulen Parler-Gymnasium, Hans-Baldung-Gymnasium, Schiller-Realschule und St. Josef. Auch diese Maßnahme wurde durch  ein Förderprogramm des Bundes möglich.  Mit einer zweiten Tranche Fördergeld sollen weitere Schulen schnelles Netz bekommen - allerdings erst  2023.

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