Wenn Gas plötzlich das Siebenfache kostet

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Hohe Kosten: Gas ist richtig teuer geworden.

Die Stadtwerke haben 400 „ungeplante Neukunden“ - weil deren Versorger aufgeben mussten.

Schwäbisch Gmünd. Die Stadtwerke haben in den letzten Monaten rund 400 neue Kunden dazubekommen, die von ihren bisherigen Lieferanten im Stich gelassen worden sind. Das ist eine der Auswirkungen der stark gestiegenen Energiepreis auf dem Weltmarkt. Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Ernst berichtete davon am Mittwoch im Sozialausschuss des Gmünder Gemeinderats.

„Ich bin seit 25 Jahren im Energiegeschäft, aber das ist einmalig“, sagte Ernst. Dass das Thema so brisant werde, damit habe niemand gerechnet. Für die Bestandskunden der Stadtwerke wirkt sich die längerfristige Vertragsbildung noch als Dämpfer gegen die weltweiten Preisausschläge aus. Für die Neukunden, die von den Stadtwerken als Gmünder Grundversorger aufgefangen worden sind, gilt das nicht. Für diese müssten die Stadtwerke die ungeplanten Mengen nun zu den aktuellen Preisen des Markt einkaufen – zu sehr hohen Preisen: „Sechsmal höher für Strom, siebenmal höher für Gas im Vergleich mit unseren langfristigen Einkaufspreisen“, so Ernst. Es seien Spekulanten auf dem Energiemarkt aktiv, das habe zusätzlich die Preise hochgetrieben. Im Moment arbeiten die Stadtwerke, so Ernst, an einem neuen Sondervertrag für die Neukunden, so dass diese am Ende auch 24 Monate Preissicherheit haben.

Bürgermeister Christian Baron rückte die Auswirkungen der Preisaufschläge für die Stadt und die Bürger in den Blick. „Für uns als Stadtgesellschaft hat das wachsende Relevanz. Die

Beträge sind beträchtlich, das wird uns alle treffen, wir spüren es über unsere sozialen Systeme“, so Baron. Und er fügte hinzu: „Wie wir damit verfahren, wissen wir im Moment noch nicht.“ Auf jeden Fall werde es gesonderte Sitzungen des Gemeinderats und des Aufsichtsrats der Stadtwerke geben, die sich mit dem Thema beschäftigen.“ „Was kommt auf die Leute zu?“, das ist aus Barons Sicht die zentrale Frage. „Wir betrachten das Thema sensibel und nehmen es sehr ernst, aber die wesentlichen Ursachen können wir in Gmünd nicht beeinflussen“, sagte der Bürgermeister.

Peter Ernst hätte durchaus Ideen: „Der Gesetzgeber könnte helfen, indem er die Anforderungen an Lieferanten erhöht, indem man Spekulanten vom Markt ausschließt und durch steuerliche Erleichterungen.“ Denn momentan sei es so, dass der Staat durch die Mehrwertsteuer an den gestiegenen Preisen noch einmal mitverdiene und so der Preis zusätzlich steige.

Für Fragen gibt es bei den Stadtwerken ein dreiköpfiges Hilfsteam, unter E-Mail: kundenservice@stwgd.de.

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