Wenn nackte Kerle Volleyball spielen

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Die Frisur sitzt, die Witze auch - beim Wommy-Wonder&Friends-Abend auf der Remsparkbühne.
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Eine Reise ans Ende des Verstands - „für einige ein Kurztrip“. Humoristisches Dauerfeuer mit Travestiekunst von Wommy Wonder und
Käthe Kächele.

Schwäbisch Gmünd

Es war ein Angriff auf die Lachmuskulatur: Fräulein Wommy Wonder und die schwäbische Hausfrau Käthe Kächele traten am Samstag gemeinsam mit dem Zauberkünstler Thomas Gysin auf der Remsparkbühne auf. „Fräulein“ Wommy Wonder alias Michael Panzer begrüßte die Gäste mit einem: „Ja, die Alte gibt es immer noch“. Seit 35 Jahren präsentiert sich Wommy als „Dame mit Format“ ihrem Publikum, mit einer Frisur, die seit dieser Zeit nur hochgetürmt und „betaftet“ wurde - stabill genug, um eine Panzerglasscheibe zu zertrümmern.

Mit Wortwitz im Sekundentakt blieb kaum Zeit das Gehörte zu verarbeiten, es folgte Gag auf Gag, manchmal derb und direkt, manchmal subtil und ums Eck kommend. Das Fräulein versprach für einen Abend eine Reise ans Ende des Verstands, wobei dies „für einige ein Kurztrip“ werden würde und einen Abend voller „Sauerei oder Soiree?“ Naja, in Französisch sei sie schon gut, die Sprache selbst beherrsche sie nicht. Gekleidet in ein hautenges Paillettenkleid zündete Wommy ein wahres Feuerwerk an Wortakrobatik und auch schlüpfrigen Witzen.

Dem Publikum gefiel es, auch wenn der „Schwabe“ per se von dem Stuttgarter Künstler sein „Fett weg bekam“. Thema Sparsamkeit :„Selbst beim Applaus sitzen die Schwaben auf ihren Händen“ eine Theorie die Wommy sogleich relativierte, den im Gegensatz zu den Norddeutschen hätten die Schwaben richtig Temperament. Denn der Vulkan der Leidenschaft brodelt in Norddeutschland unterirdisch.

Mit Käthe Kächele, dargestellt von Ute Landenberger, eroberte ein echtes „schwäbisches Original“ die Bühne und gab tiefe Einblicke in ihre Ehe mit Karl-Eugen. Unterm Strich gesehen mag Käthe ihren Karl-Eugen schon, wenn er sie nur nicht immer so aufregen würde. Und einig ist sich das Ehepaar auch eher selten. Während Käthe von einem Urlaub in Italien mit den „gutaussehenden charmanten Italienern“ träumt, schleppt Karl Eugen sie an einen FKK-Strand. Käthes Irritation wurde bei der Schilderung der Erlebnisse nahezu greifbar und regte zu einem äußerst amüsanten „Kopfkino“ an. Denn wenn „nackte Kerle Volleyball spielen“, sorgt sich die schwäbische Hausfrau darum, „was tut man wenn einer der Kerle am Netz hängen bleibt“? Zurück zu den Italienern, diese „Prachtexemplare“ übertrumpfen den schwäbischen Mann mit seinem Bewegungsdrang wie eine Nacktschnecke“ um Welten.

Manchmal fragt sich Käthe beim Anblick schwäbischer Männer „duad der überhaupt no?“. Und dann gibt’s in Stuttgart auch noch so eine „saudumme Schüssel“, die Deutschkurse für Schwaben anbietet, für Käthe im Land der Tüftler und Schaffer ein absolutes „No Go“. Die Kleider der Moderatorin Wommy Wonder wurden im Laufe des Abends immer kürzer - „das ist ein Burda-Schnitt“, gab's zur Beruhigung zu hören. Okay, während der Pandemie hat auch Wommy zugenommen, "aber so lang mein IQ höher ist wie mein Gewicht ist alles vertretbar“.

Zauberkünstler Thomas Gysin aus Metzingen verriet, er habe einen Auftritt in Las Vegas zugunsten Schwäbisch Gmünd eingetauscht. Der Künstler bot eine Mischung aus fingerfertiger Zauberei, gemischt mit kleinen Anekdoten und Gedankenlesen und verriet sogar am Ende eine Zaubertrick selbst unter der Angst, dass der magische Zirkel jetzt ein „Killerkommando“ schickt. Am Ende präsentierte sich Fräulein Wommy Wonder als schwäbische Putzfrau „Fräulein Schäufele“, die kein gutes Haar an Helene Fischer und Andrea Berg ließ. Die „ungesättigte Fette“ verkündete am Ende: „Ein Dreier muss nicht unbedingt ein BMW sein“.

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