Wenn Steine von den Herzen abfallen

+
Bei der Feier zur Osternacht vor St. Michael war die Kirche in bunten Farben beleuchtet.
  • schließen

Feier zur Osternacht vor St. Michael in der Weststadt.

Schwäbisch Gmünd. Als die Dämmerung am Samstagabend rund um die St. Michael Kirche in Schwäbisch Gmünd immer mehr Raum griff, kamen immer mehr Familien und einzelne Gläubige die Stufen hoch zum Gotteshaus. Die einen ließen sich mit ihren Kindern am Hang auf dem Gras nieder, andere säumten den Weg am Hang. Alle waren der Einladung zur Osternacht gefolgt, die die evangelische Pfarrerin Maike Ulrich und die katholische Pastoralreferentin Silke Weihing im Geist der Ökumene ausgesprochen hatten. Bereits am Karfreitag hatten zahlreiche Gläubige symbolhaft Steine auf ein weißes Tuch in Form eines Kreuzes am Fuße der Kirche abgelegt.

Sorgensteine niedergelegt

Sie standen für die Sorgen, die die Menschen umtreiben. "Die einen haben Sorge wegen des Krieges in der Ukraine, andere bangen um das Klima oder haben ganz persönliche Dinge, die sie belasten", sagte Pfarrerin Ulrich. Und schlug so die Brücke zu dem großen Stein, der damals vor das Felsengrab Jesu gerollt worden war. Quasi unüberwindbar, wie die Frauen dachten, als sie sich auf den Weg in der Osternacht machten, um den Leichnam Jesu zu balsamieren. Beide Geistliche schilderten, was sich dann aber für ein Anblick bot, als die drei Frauen am Felsengrab angekommen waren: Der große Stein war zur Seite gerollt worden, die Grabkammer selbst war leer.

Die Auferstehung

"Denn der Herr ist auferstanden", erinnerten Weihing und Ulrich an die biblische Überlieferung. Und eben so, wie einst der Stein zur Seite gerollt worden war, so würden auch die Steine, die den Menschen auf der Seele und auf den Herzen lasten, beseitigt, stellten Pfarrerin und Pastoralreferentin fest. So wurde einst Ostern zum Fest der Hoffnung und der Gewissheit, dass Jesu für die Menschen gestorben und auferstanden ist.

Das Gotteshaus wurde vom Hang her in unterschiedlichen Farben angestrahlt. Als das Osterfeuer nach dem Klang der Glocken angezündet, und an diesem die Osterkerze entzündet wurde, war es dunkel geworden. Um so heller schienen da die Osterkerze und das Osterfeuer vor St. Michael. Zum Gesang von "Schola", Veronika Portzer, Bärbel Junker, Gabi Schiftan, Walburga Hiegler-Beil und mit Rosi Schmid als Organistin, wurden viele Osterlichter an der Osterkerze entzündet, die die Gläubigen anschließend mit nach Hause nehmen konnten. Zudem waren an unterschiedlichen Stationen neben der St. Michaelkirche etwa Taufbecken und ein Tisch aufgebaut. "Am Taufbecken können sie sich an die Taufe erinnern und ein kleines Glaubensbekenntnis sprechen", forderte Pfarrerin Maike Ulrich auf.

Osterbrot zum Mitnehmen

"Und am Ostertisch können sie sich ein Osterbrot mitnehmen", ermunterte Silke Weihing. Viele Gläubige folgten der Aufforderung und gingen langsam zum Platz vor dem Saal, nachdem man gemeinsam ein Vater Unser gebetet und Lieder wie "Ein Licht in dir geborgen" oder "Meine Hoffnung und meine Freude" gesungen hatten.

Ostergeschichte für zuhause

Zudem gab es noch die Ostergeschichte zum Mitnehmen. "Die können Sie dann zuhause vorlesen", animierten die beiden Geistlichen vor allem die Eltern. Und erinnerten daran, dass das leere Grab Jesu als Zeichen der Hoffnung gesehen werden darf. Und so würden auch schwere Steine vom Herzen und der Seele der Menschen abfallen, die diese belasten.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare