Wer im Weg steht, wird abgeschleppt

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Zum Abschluss der Europäischen Woche der Mobilität geht's mit der Feuerwehrdrehleiter zur Fahrt durch Engpässe in der Gmünder Innenstadt – falsch parkende Autos, die das Einsatzfahrzeug behindern wie jenes in der Hospitalgasse links auf dem Bild, werden abgeschleppt.

Stadt, Feuerwehr und Arbeitskreis Mobilität und Verkehr haben am Dienstag mit einer Drehleiter Engpässe in Gmünds Innenstadt kontrolliert und wollen so Falschparker sensibilisieren.

Schwäbisch Gmünd

Langsam lenkt Max Schamberger die Drehleiter in die Hospitalgasse. Plötzlich stoppt der Feuerwehrmann. An einem Auto, das links außerhalb der Parkflächen abgestellt ist, käme er womöglich gerade noch vorbei. Doch um die Kurve Richtung Remsstraße besteht keine Chance: Ein Auto parkt direkt an der schmalen Ecke. "Den lassen wir abschleppen", sagt Rabea Haug und zückt ihr Telefon.

So ist das üblich bei der Rundfahrt, die die Stadtverwaltung regelmäßig mit der Feuerwehr veranstaltet. Am Dienstagnachmittag war es wieder soweit. Zwei Stunden lang fuhren Max Schamberger und Markus Hirsch mit einem Einsatzfahrzeug durch die Innenstadt, flankiert von zwei Wagen der Ortspolizeibehörde. "Wir kennen die Punkte, an denen es wegen Falschparkern eng werden kann", erklärt Rabea Haug. Dementsprechend führte die Route etwa durch Kornhausstraße, Milchgässle, Hospitalgasse, Fischergasse und Pfeifergässle. Haug, Abteilungsleiterin beim Rechts- und Ordnungsamt, war dabei, ebenso wie Thomas Kaiser, Bettina Winter-Schulligen und Erich Wenzel vom Arbeitskreis Mobilität und Verkehr. "Heute ist der letzte Tag der Europäischen Mobilitätswoche", sagt Kaiser. Deswegen habe er bei Haug nachgefragt, ob die Rundfahrt vom Frühjahr an diesem Tag nachgeholt werden könne. Die war wegen Corona nämlich verschoben worden.

Blechschaden in Kauf nehmen

"Wir veranstalten die Fahrten ein-, zweimal im Jahr, um die Menschen für das Problem zu sensibilisieren", sagt Haug. Das Problem seien Falschparker, die ihr Auto außerhalb markierter Flächen abstellen oder in die Fahrbahn ragen lassen. Und damit im Ernstfall den großen Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr im Weg stehen. "Schon Busfahrer ärgern sich jeden Tag darüber", so die Abteilungsleiterin, "doch wenn die Feuerwehr zum Notfall muss und nicht durchkommt, hat das nochmal eine ganz andere Bedeutung." Laut Zugführer Markus Hirsch habe in Gmünd noch kein falschgeparktes Auto einen Einsatz verhindert. Wie würde man im Zweifelsfall reagieren? "Ich denke, man müsste abwägen", meint er. "Sobald es um Menschenleben geht, würden wir einen Blechschaden in Kauf nehmen." Haug sieht die Sache ganz einfach: "Die Leute müssen verstehen, dass sie sich an die Parkflächen halten müssen."

Anders als eine Frau am Kornhausplatz. Obwohl Schamberger die Drehleiter versiert lenkt, hätte er wegen ihres falsch geparkten Autos nicht ins Milchgässle einbiegen können. Zufällig kam die Besitzerin des Wagens gleich angerannt. "Sie hatte Einsehen, meinte aber auch, dass es wirklich schwierig sei, in Gmünd zu parken", erzählt Haug. Kaiser meint: "Die Stadt hat bereits jeden Zipfel als Parkplatz genutzt, mehr Spielraum gibt es nicht."

So viel Glück wie die Autofahrerin hatte der Besitzer des Autos in der Hospitalgasse nicht. Sein Auto wurde abgeschleppt. Am Dienstag blieb es bei diesem einen Fall.

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