Wochenmarkt: Wetterkapriolen haben „ihren Preis“

  • Weitere
    schließen
+
Spargel am Marktstand von Kurz Sonja und Thomas Scheufele: Regen und Kälte schlagen sich auf die Ernte und somit auf die Preise nieder, darunter leidet auch und vor allem das Stangengemüse.
  • schließen

Ein Rundgang über den Gmünder Wochenmarkt deckt die Hintergründe der derzeit hohen Preise bei Erdbeeren und Spargel auf.

Schwäbisch Gmünd

Ein Frühsommertag wie aus dem Bilderbuch. Ein strahlend blauer Himmel spannt sich über die Gmünder Innenstadt und lockt Einkäufer auf den Gmünder Wochenmarkt. Die Sonne lässt die angebotenen Früchte, das Gemüse, die Kräuter und die Blühpflanzen in einem noch „besseren Licht“ erscheinen.

Ein Blick auf die Preisschilder der derzeit saisonalen Erdbeeren und dem Spargel trübt allerdings die Sommer-Sonne-Gute-Laune. Eine Schale deutscher Erdbeeren ist nicht unter vier Euro zu bekommen, der Preis für die importierten „süßen Früchtchen“ aus Italien beginnt bei knapp drei Euro.

Gerd Pfendert aus Waldstetten an seiner „kleinen Markthalle“

Warum die Preise derzeit hoch sind, erklären drei Marktstandbetreiber des Gmünder Wochenmarkts. Gerd Pfendert betreibt die „kleine Markthalle“. Der Händler aus Waldstetten erklärt, Erdbeeren seien ein „Selbstläufer“ und sehr begehrt, der derzeitige Preis resultiere aus dem „nassen und kalten“ Mai, der die Erdbeerernte kleiner ausfallen ließ. Italienische Ware werde „günstiger produziert“, was sich auf den Preis niederschlage. Pfendert bricht trotzdem eine Lanze für deutsche Erdbeeren, die deutlich „geschmackvoller“ sind, das wisse auch die Kundschaft die gern zur deutschen Beere greift.

Nebenan am Marktstand Kurz aus Urbach liegen die Erdbeerpreise im gleichen Segment. Bereits vor rund drei Wochen hätten die ersten Freilanderdbeeren angeboten werden sollen, der erste „Ernteschwung“ aus dem Remstal sei aber durch die „Wetterkapriolen“ erfroren, erzählen die Inhaber Sonja und Thomas Scheufele. Jetzt kommen langsam die ersten „Tunnelerdbeeren“ auf den Markt. Um die Kunden mit den Früchten zu bedienen, fahren auch die Scheufeles „zweigleisig“ mit Import- und heimischer Ware. Die Scheufeles setzen jetzt auf stabileres Wetter, dann werde sich auch der Erdbeerpreis „regulieren“.

Spargel ist ein Schönwetterprodukt.“

Matthias Schaafs,, Standbetreiber

Extrem gelitten

Importierte Erdbeeren findet man bei Matthias Schaafs aus Aspach nicht, Schaafs bietet nur Erdbeeren aus eigenem Anbau an. Die ersten Freilanderdbeerpflanzen hätten unter dem schlechten Wetter „extrem gelitten“, trotz der großen Anbaufläche sei nur ein geringer Ertrag herausgekommen. Schaafs derzeit angebotenen Erdbeeren stammen aus „kostspieligeren“ Folientunnels, so teure Erdbeeren habe er noch nie verkauft, bedauert der Obst- und Gemüsehändler.

Wer jetzt leckeren Spargel genießen möchte, muss ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Beim Marktstand Kurz weiß man, das schlechte Maiwetter habe den Spargel am Wachstum gehindert. Mit Tricks und Kniffen sorgen die Spargelanbauer trotzdem für eine relativ gute Ernte, dazu wird der unterirdisch wachsende Spargel mittels einem sich selbst aufheizenden Folientunnels zum besseren Wachstum animiert.

Nach Herzenslust Gesundes aussuchen können.

Für den grünen Spargel könnte sich die Saison noch lohnen, „der wird später geerntet“. Matthias Schaafs sieht es genauso, Spargel sei ein „Schönwetterprodukt“, Regen und Kälte schlagen sich daher auf die Ernte und somit auf die Preise nieder. Hinzu kommen die gestiegenen Kosten bei der Ernte, durch die Pandemievorschriften dürfen die Erntehelfer nur noch in Zweierteams aufs Feld, die Unterbringung der Erntehelfer unterliege ebenfalls den Verordnungen, sprich weniger Personen in mehr Räumen. Für „brauchbare Ware“ liege der Preis derzeit bei Schaafs zwischen 7,90 Euro und 12,90 Euro.

Viele Kirschblüten erfroren

Wie sieht es mit Kirschen und Zwetschgen aus, wie ist die Prognose? Hier seien die Standorte der regionalen Anbauflächen entscheidend. Bei den Scheufeles sind schon die ersten prallen Kirschen aus Deutschland zu erwerben, aber aus dem Bezugsgebiet der Scheufeles seien viele Kirschen- und Zwetschgenblüten erfroren. Der Waldstetter Gerd Pfendert hingegen zeigt sich für die kommende Kirschenernte „relativ zuversichtlich“.

Ziel: Immer gut und freundlich bedient werden.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL