Wie anderswo die Orgeln klingen

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Bericht Orgelreise Evang. Kirchengemeinde Schwäb. Gmünd mit 57 TN

Vierte Orgelreise der evangelischen Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd führt in den südlichen Schwarzwald.

Schwäbisch Gmünd

Die vierte Orgel- und Domreise der evangelischen Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd führte die 53 Teilnehmenden unter der Reiseleitung von Wolfgang Schmidt mit Dekanin Ursula Richter, Bezirkskantor Thomas Brückmann und Pfarrer Reiner Kaupp in den südlichen Schwarzwald. Auch diese Orgel- und Domreise stand im Zusammenhang mit dem Neubau der Augustinuskirchenorgel.

Von Weil am Rhein aus führten Ausflüge nach Freiburg und Zürich. Ein ganzer Tag war dem Wandern und Spazieren auf dem Feldberg sowie einer Bootsfahrt auf dem Schluchsee gewidmet. Täglich boten Richter und Kaupp geistliche Impulse. Auf der Reise hörte und sah die Gruppe verschiedenste Orgeln, anschaulich erklärt von Bezirkskantor Brückmann. Dieser beeindruckte auf allen Orgeln mit Werken aus alter Zeit, Barock und Romantik bis in die Moderne. Wie schnell er die unterschiedlichsten Orgeln perfekt spielte, beeindruckte die Gruppe. So ließ er die Späth-Orgel in der Heilig-Geist-Kirche in Schramberg mit 35 Registern auf zwei Manualen und Pedal erklingen. Anschließend ging es nach St. Blasien zur ehemaligen Benediktinerabtei samt Kuppelkirche, dem „Schwarzwalddom“. Das Gehäuse der dortigen Orgel haben die Gebrüder Metzger aus Überlingen angefertigt, zwölf Meter hoch, sieben Meter breit und vier Meter tief. Die Gruppe saß zum Konzert auf der Orgelempore und ließ sich von herrlichen Klängen umspielen.

Am nächsten Tag erlebten die Reisenden neben der Stadtführung ein Orgelkonzert im Freiburger Münster mit international bekannter Orgelanlage. Durch einen elektrischen Hauptspieltisch können alle vier Orgeln einzeln und zusammen erklingen - ein einmaliges Klangerlebnis im gotischen Münster, bei dem auch der dortige Münsterorganist alle Register zog.

17 Tonnen schwer und fahrbar

Der dritte Tag führte nach Zürich ins Großmünster der evangelisch-reformierten Zentralkirche in der Altstadt von Zürich. Die Orgel von 1960 mit 66 klingenden Registern auf vier Manualen und Pedal erinnerte im Klang an die inzwischen abgebaute Augustinuskirchenorgel aus derselben Zeit.

Die Heimreise führte nach Alpirsbach zur „schwebenden Orgel“ im Benediktinerkloster. Die fahrbare Orgel mit 2238 Orgelpfeifen, 35 Registern und drei Manualen wurde von Orgelbauer Claudius Winterhalter aus Oberharmersbach 2008 gebaut. Er versah sie mit einem „Luftkissen“ und Antrieben. Dies erlaubt ein „Verfahren“ des 17 Tonnen schweren Instruments in drei Positionen. 16 Jahre lang hatte die Kirchengemeinde auf die 850 000 Euro teure Orgel gespart.

Auf der Heimfahrt gab Richter Neuigkeiten zum Bau der Eule-Orgel in der Augustinuskirche bekannt. Deren Einweihung verschiebe sich wegen Verzögerungen durch Corona von Ende 2022 auf Juli 2023. Zwischen März und Juni 2023 werde die Orgel in der Augustinuskirche aufgebaut und intoniert. „Der Spendenstand ist derzeit bei 680 000 Euro. Es fehlen noch 60 000 Euro bis zum Ziel.“ Bezirkskantor Brückmann betonte, dass noch genug Pfeifenpatenschaften für Pfeifen aller Klangschattierungen und Preisklassen möglich sind und dass der Realisierung der neuen Orgel wohl nichts mehr im Wege steht. Kirchengemeinderatsvorsitzender Wolfgang Schmidt kündigte die nächste Orgelreise an, die in einem Jahr nach Polen ins Kloster Wigry führen soll, wohin die alte Augustinusorgel gebracht wurde.


Spendenkonto für die neue Augustinusorgel: Empfänger evangelische Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd, Kennwort: Die neue Augustinus-Orgel, IBAN: DE06 6145 0050 0440 0010 92, BIC: OASPDE6AXXX, Kreissparkasse Ostalb

Bereits zum vierten Mal ging die evangelische Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd mit zahlreichen Interessierten auf Orgelreise. Sie lernten Instrumente im südlichen Schwarzwald und in Zürich kennen.

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