Stadtradeln: 500 Kilometer in drei Wochen

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Ulrike Philipp fährt auch deshalb gern Rad: „Man sieht etwas von der Gegend.“
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Warum Ulrike Philipp in drei Wochen 500 Kilometer geschafft haben will - eine Teilnehmerin der Aktion Stadtradeln im Porträt.

Schwäbisch Gmünd

Seit einiger Zeit schläft Ulrike Philipp weniger – und ihr geht's tagsüber trotzdem besser. Es ist ein Effekt vom „Stadtradeln“. Seit die Mitmachaktion für Radfahrer begonnen hat, fährt die Erzieherin fast täglich mit dem Rad zur Arbeit. „Da ist mein Kreislauf aktiviert, anders als wenn ich Auto fahre.“ Auch wenn sie eine halbe Stunde früher aufstehen muss: „Ich fühle mich fitter, trotz weniger Schlaf.“

13 Kilometer sind es von ihrem Zuhause in Waldstetten bis zu Ulrike Philipps Arbeitsplatz in Großdeinbach. Das Stadtradeln, das am 7. Juni gestartet ist, hat ihren Ehrgeiz angestachelt. Über 500 Kilometer ist sie im letzten Jahr in den drei Wochen der Kilometer-Sammelaktion geradelt. „Da war's wirklich knapp, ich war am Ende Zweite in unserem Team.“ Als Erzieherin in der „Villa Holder“ fährt sie fürs Team der Stadt Gmünd. Lange lag sie vorne letztes Jahr, „dann ist unser Ortsvorsteher noch an mir vorbei gezischt“.

Keine Knautschzone

Man muss nicht so ehrgeizig sein wie Ulrike Philipp; es gibt auch so einige gute Gründe fürs Fahrrad als Verkehrsmittel. „Man sieht etwas von der Gegend“, nennt sie als Vorzug. Und man fühle sich ausgeglichener, fitter. Zugegeben: Den Effekt, sich nach dem Radeln nicht müde, sondern aktiviert zu fühlen, den gibt es nur, wenn man regelmäßig fährt. Dranbleiben, dann macht es auch Spaß, rät Philipp.

Menschen fürs Radfahren zu begeistern ist eines der Ziele von Stadtradeln, an dem sich deutschlandweit mehr als 2000 Kommunen beteiligten. Was braucht es aus Ulrike Philipps Sicht zuallererst, damit mehr Leute das Rad als Verkehrsmittel für sich entdecken? „Richtig gut ausgebaute Radwege“, findet sie. Aus Sicherheitsgründen: „Ich habe keine Knautschzone.“ Dass Sicherheit das entscheidende Argument ist, das stellt Philipp oft fest, wenn es in ihrem Bekanntenkreis ums Radfahren geht. „Oh Gott, mit dem Rennrad zur Arbeit, bei dem Autoverkehr“, solche Sachen hört sie dann, wenn sie von sich erzählt.

Ich fühle mich fitter, trotz weniger Schlaf.“

Ulrike Philipp,, Teilnehmerin Stadtradeln

Möglichst weg von der Straße, das ist für sie das Idealmodell, so wie die Klepperlestrasse, die Ulrike Philipp jeden Tag nimmt, wenn sie zur Arbeit radelt: „Die Trasse ist super gemütlich.“ Fahrradstraßen, wie sie in Gmünd in der Klarenbergstraße und der Schwerzerallee in Planung sind, findet sie auch eine gute Idee. „In Fellbach zum Beispiel gibt's viele solcher Fahrradstraßen“, da bekomme man das Signal: „Hier erfährt man Wertschätzung.“

Was auch noch wichtig ist, wenn man mit dem Rad pendeln will: Ausrüstung. Zum Umziehen vor der Arbeit - „es ist sinnvoll, einen zweiten Satz Kleidung zu haben“ - und unterwegs zum Schutz vor dem Wetter. Philipp greift zum alten Sprichwort: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ Dich manchmal lässt auch sie das Rad stehen und fährt Auto - „wenn den ganzen Tag Gewitter oder ein Starkregen angesagt ist.“ Es bleibt die Ausnahme – damit es was wird mit dem ehrgeizigen Ziel: „500 Kilometer will auch ich diesmal beim Stadtradeln wieder schaffen.“

Die Aktion Stadtradeln endet für die Gmünder Radlerinnen und Radler am Sonntag, 27. Juni. Dann wird abgerechnet – bisher sind 439 Teilnehmer mehr als 100000 Kilometer gefahren – und haben so rund 16 Tonnen CO² eingespart.

Mehr unter: www.stadtradeln.de/schwaebisch-gmuend.

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