Wie Gmünd Gemündern helfen will

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Gemünd Eifel
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Den Feuerwehrleuten aus dem vom Hochwasser zerstörten Gemünd soll mit Spenden ein wenig geholfen werden.

Schwäbisch Gmünd

Was Feuerwehrkommandant Udo Schmitz erzählt, geht unter die Haut: Wie sich jeder Einsatz seiner Leute in der Hochwassernacht nur noch um Menschenrettung drehte. Und wie nicht jeder Versuch, das zu tun, erfolgreich war.

Neun Menschen sind ums Leben gekommen im 4000-Einwohner-Ort Gemünd, dem größtem Stadtteil von Schleiden in der Eifel, das stark von der Hochwasserkatastrophe in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli getroffen worden ist. Jetzt werden in Gmünd Spenden gesammelt – um den Gemündern ein wenig zu helfen.

„Die Idee entstand aus dem Zusammenschluss Gmünder in Europa, Feuerwehrkommandant Uwe Schubert hat den Kontakt zu den Kameraden hergestellt“, erzählt Gmünds Erster Bürgermeister Christian Baron. Sein Amtskollege im namensverwandten Ort sitzt auch fünf Wochen nach der Katastrophe noch einem Krisenstab vor. „Es müssen immer noch Teile der Bevölkerung mit Essen versorgt werden“, erzählt Bürgermeister Ingo Pfennings. Täglich sind es 800 Essen, die von einem Caterer geliefert werden. Das für einen Ort, der knapp 4000 Einwohner hat, die Hälfte davon ist vom Hochwasser betroffen. Neun Menschen sind in der Hochwassernacht in Gemünd ums Leben gekommen. Vom Normalbetrieb bei sich im Rathaus ist Pfennings noch weit entfernt. „Wir haben 60 Verwaltungsmitarbeiter, 20 davon haben alles verloren“ erzählt der Bürgermeister. „Und es melden sich immer wieder Menschen, die untergebracht werden müssen, weil ihr Haus statisch nicht mehr zu halten ist.“ Auch das Thema Müllentsorgung sei eine großes Thema. „Googeln sie mal Müll und Vogelsang“, sagt er, dann sehe man einen Müllhaufen von 30 000 Kubikmetern, alles vom Hochwasser zerstört Einrichtung von Häusern.

Darum haben Gmünder sich entschlossen, in Gemünd zu helfen. 3200 Euro sind schon beisammen, erzählt Christian Baron. „Der Gemeinderat hat 2000 Euro Sitzungsgeld zur Verfügung gestellt, 1200 Euro haben die Abteilungen der Gmünder Feuerwehr gesammelt, zusätzlich 500 Euro gibt es vom Freibadförderverein.“ Das sei bei dem Ausmaß der Gesamtschäden nicht viel, „aber wir wollen damit ausdrücken wir wollen helfen, wir sind da füreinander“. Und es soll ja noch mehr werden. „Wir werden in nächsten Tagen bei Veranstaltungen in Schwäbisch Gmünd immer wieder dazu aufrufen“, sagt Stadtsprecher Markus Herrmann. „Die Hilfe richtet sich ganz konkret an die Feuerwehrleute, die Helfer sind und in der Situation auch viel verloren haben“, sagt Baron. Das Geld soll persönlich übergeben werden: Gmünds Kommandant Uwe Schubert will in einigen Wochen selbst in die Eifel fahren, um die Spende aus Gmünd zu übergeben. „Ich werde persönlich hochkommen und das Geld zu erreichen, wir wollen es nicht nur auf eine Nummernkonto überweisen.“

Schubert weiß schon in etwa, was ihn dort erwartet an Verlust und Schäden, schließlich waren Gmünder Feuerwehrleute im Hochwassergebiet für einige tage im Einsatz gewesen. „Wir waren ja drei Tage in Ahrweiler, wenn man das erfahren hat, versteht man die ganze Wucht und Kraft des Wassers.“ Jetzt setzt er auf die kraft menschlicher Solidarität: „Es ist uns wichtig, Euch zu zeigen, dass wir in Gmünd auch für Euch auch da sind.“

  • Wo Gemünd liegt und wie man helfen kann
  • Gemünd ist mit über 3800 Einwohnern der größte Stadtteil von Schleiden in der Eifel. Bis vor einigen Wochen war Gemünd ein beschaulicher Kneipp-Kurort, bei dem die Olef in die Urft mündet. Jetzt schätzt Bürgermeister Ingo Pfennings die Gesamtschäden in der Gemeinde auf „eine Milliarde Euro“.
  • Spendenkonto bei der Kreissparkasse Ostalb. IBAN: DE75 6145 0050 0440 0001 41. Verwendungszweck: „Gmünd hilft Gemünd“

„Es müssen immer noch Teile der Bevölkerung mit Essen versorgt werden.“

Ingo Pfennings,, Bürgermeister von Gemünd

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