Wie gut geht Gmünd?

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Fußwege sind den Gmünder Gemeinderatsfraktionen wichtig. Einige gelungene Beispiele und wo es in der Stadt Handlungsbedarf gibt.

Schwäbisch Gmünd

Nachhaltig mobil zu sein ist deutlich effizienter, platzsparender, macht fit und hält lange gesund,“ stimmt Sebastian Fritz, Fraktionsvorsitzender der Linken, ein Loblied auf den Fuß- und Radverkehr an. Gabriel Baum von den Grünen fasst es noch genauer, wenn er sagt, Fußverkehr sei die „nachhaltigste, am wenigsten Ressourcen verbrauchende und gesündeste Art der Fortbewegung“.

Alfred Baumhauer von der CDU-Fraktion nennt einen weiteren Aspekt, der den Fußverkehr für Städte wertvoll macht: Er belebe die Innenstadt und die Stadtteile. Deshalb brauche es Maßnahmen, um das Zufußgehen noch attraktiver zu machen – eine Position, der fast alle Fraktionen zustimmen, außer der FDP/FW. Deren Sprecher Dr. Peter Vatheuer meint, dass Schwäbisch Gmünd „in Sachen Fußgängerfreundlichkeit durchaus als vorbildlich anzusehen ist“ und bezieht sich damit eher auf Spaziergänger und die durch die Landesgartenschau aufgewerteten Wege etwa entlang des Josefsbachs.

Eldorado für Fußgänger

Dass der Marktplatz, der Stadtgarten, der Zeiselberg, die Honiggasse und der Salvator sowie das Taubental ein Eldorado für Fußgänger sind, darin sind sich alle einig. Doch wie sieht es darüber hinaus aus? Fast alle sehen einigen Handlungsbedarf.

Sigrid Heusel, SPD, beginnt ganz allgemein: „Der Autoverkehr ist jahrzehntelang bevorzugt worden“, nun sei es an der Zeit, sowohl Fußgängern als auch Radfahrern mehr Raum zu geben. „Es gibt viele kurze oder auch längere Wege, die man im Alltag gern zu Fuß erledigen würde“, doch dafür brauche es attraktiv angelegte und sichere Wege.

Als ganz wichtig erachtet Sigrid Heusel, dass Fußwege nicht von anderen Verkehrsteilnehmern mitbenutzt werden – sie denkt hierbei vor allem an Radfahrer –, da sich hieraus oft Probleme ergeben. Ausreichend breit und genügend Abstand zum Autoverkehr sei ferner wichtig. Angesichts klammer kommunaler Kassen sieht sie Bund und Land in der Pflicht, die die Verkehrswende mehr unterstützen sollten. „Die aktuellen Fördermöglichkeiten sind zu knapp!“ Doch nicht für alles brauche es viel Geld. Mit kürzeren Wartezeiten an den Ampeln etwa oder mehr 30er-Zonen könne man viel für Fußgänger tun. Fritz fordert in diesem Zusammenhang die Stadt auf, den Lärmaktionsplan umzusetzen. Mit Tempo 30 komme man den Zielen mehr Sicherheit, weniger Verkehr und weniger Abgase näher.

Gute Beleuchtung ist wichtig

Was den meisten Fraktionen ebenfalls wichtig ist: ein ganzheitliches Konzept, oder, wie es Alfred Baumhauer fordert: eine verkehrspolitische Gesamtschau aller Interessen und Gruppierungen. „Wir sehen aber auch, dass in Schwäbisch Gmünd das Zufußgehen noch mehr Raum bekommen muss.“ Seine Fraktion wünscht sich mehr attraktive Wege, die „zum Gehen einladen“. Eine große Rolle spiele hierbei auch der Sicherheitsgedanke, beispielsweise eine gute Beleuchtung.

Karin Rauscher von den Freien Wähler Frauen nennt weitere Faktoren, die zur Sicherheit beitragen: Ist der Weg übersichtlich, gibt es Engstellen, ist der Belag zu holprig? Für wichtig erachtet sie, die Bürger bei der Planung zu beteiligen, „denn die kennen sich aus“. Besonders im Blick müsse man haben, dass die Gesellschaft älter wird, manche Straßen für Senioren aber sehr schwer zu überqueren seien. Auch sie sieht in Gmünd noch „überall Verbesserungsbedarf“ bei den Fußwegen.

Dem schließt sich Gabriel Baum von den Grünen an: „Die Anbindung an die Südstadt etwa ist noch lange nicht gut.“ Zu oft müsse sich der Fußverkehr noch dem Autoverkehr unterordnen. Die Wartezeiten an der Ampel am Bahnhofsboulevard etwa nennt er „unter aller Kanone“. Der Fußgänger sei das schwächste Glied in der Kette und müsse besonders geschützt werden.

Eine Innenstadt ohne Autos

Ullrich Dombrowski von der Bürgerliste fordert, dass weiter an einer autofreien Innenstadt gearbeitet werden müsse. „Insbesondere die Rinderbacher Gasse, die Brandstatt und das Milchgässle sollten ausschließlich den Fußgängern vorbehalten bleiben.“ So bekäme man den für Fußgänger störenden und „ökologisch problematischen Parkplatzsuchverkehr“ in den Griff. Auch die Franziskanergasse sollte man bei diesen Überlegungen mit einbeziehen.

Sebastian Fritz fordert in diesem Zusammenhang, die Fußgängerzonen mehr zu überwachen, „denn allzu oft werden diese verbotenerweise mit dem Auto befahren.“ Und Alfred Baumhauer spricht ein weiteres Ärgernis für Fußgänger an: Hindernisse in Form von parkenden Autos, „wie beispielsweise in der Klarenbergstraße“. Auch wenn vieles schon gut ist, bleibt in Sachen Fußverkehr noch viel zu tun.

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