Wild-West-Stimmung in Ziegertown

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Seltenes Bild in Zeiten von Corona: Freizeit auf dem Ziegerhof mit gut 40 Kindern und Betreuern, unterteilt in drei Gruppen. Die Holzbalken markieren die Bereiche.
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Die Kirchengemeinde St. Maria Wetzgau/ Rehnenhof bietet eine Ziegerhoffreizeit für gut 40 Kinder.

Schwäbisch Gmünd. Völlig verlassen lag sie da, keine Cowboys, keine Pferde, keine Goldgräber: Die Ziegertown glich einer Geisterstadt. Seit Montag sieht's dort anders aus: Über 40 Kinder haben das Ziegerhof-Gelände bei Reitprechts in Beschlag genommen. Mit rund 30 Betreuern der Kirchengemeinde St. Maria Wetzgau/ Rehnenhof erleben sie dort zwei Wochen Kinderfreizeit. Fast wie vor Corona.

Das Motto der Freizeit? Es kehrt wieder leben ein in Ziegertown, eine verlassene Goldgräberstadt im wilden Westen. Denn die ersten Goldfunde locken Leute an, der Goldrausch beginnt. „Das Gelände war ja tatsächlich eineinhalb Jahre verlassen“, erklärt Mit-Organisator Robin Kucher. Die Corona-Pandemie machte den Freizeiten im vergangenen Jahr einen Strich durch die Rechnung. Die Kirchengemeinde St. Maria hat sich dazu entschlossen, dieses Jahr eine Freizeit in Präsenz anzubieten. Viel Aufwand im Vorfeld, denn das Hygienekonzept musste passen. Das Organisationsteam studierte die Coronaverordnungen, plante in der Theorie und setzte schließlich alles in der Praxis um. Ein Kraftakt, der sich aber laut Robin Kucher schon jetzt gelohnt hat. Die Kinder und die Betreuer freuten sich riesig auf die Freizeit. „Wir wollen den Kindern ein bisschen Feriengefühl geben“, sagt Robin Kucher.

Und das geht so: Morgens reisen die Mädchen und Jungs mit zwei Bussen an. Im Bus herrscht Maskenpflicht. Auf dem Gelände gibt's drei feste Gruppen, in denen die Kinder mit ihren Betreuern die zwei Wochen Freizeit verbringen. In den Gruppen dürfen alle ohne Maske und ohne Abstand spielen, basteln, Spaß haben. Auch das Essen wird in den Gruppen an Tischen im Freien eingenommen. Morgens gibt's das leckere Ziegerhof-Müsli, auf das sich alle mächtig freuen. Das ist eine Mischung aus Cornflakes, bunten Kringeln und Schokoballs. „Der absolute Renner bei den Kindern“, weiß Kucher. Mittags stehen Schinkennudeln, Gyros und andere Wild-West-Gerichte auf dem Speiseplan. Im großen Kolosseum treffen sich alle zum Singen, beten, zum morgendlichen Anspiel und zum Abschluss. Jede Gruppe hat dabei ihren festen Platz.

Eigentlich hätten gut 70 Kinder bei der Freizeit mitmachen können. Es haben sich aber nur gut 40 Kinder angemeldet. Woran's liegt? Das könne keiner sagen, berichtet Robin Kucher. Vielleicht habe die Kirchengemeinde das Angebot zu kurzfristig bekannt gegeben und viele Familien hatten ihre Ferien bereits geplant. „Wir konnten es aber nicht vorher sagen“, erläutert der Organisator, denn mit Blick auf die Coronalage sei ein langfristiges Planen derzeit schwierig. Das Positive an der kleinen Gruppe? Betreuer könnten besser auf die Kinder eingehen. Die Kinder seien nicht in großen Gruppen überfordert, sondern hätten ihre feste Kleingruppe, um Freundschaften zu knüpfen.

Marie Enßle

  • Der Ziegerhof bei Reitprechts
  • Der Ziegerhof ist seit über 40 Jahren eine Einrichtung der Kirchengemeinden Schwäbisch Gmünd. Die Gemeinde Heilig Kreuz bietet die Freizeit 2021 in digitaler Form, St. Franziskus bietet drei Tage Freizeit mit Übernachtung und Coronatest beim Start.

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