Wilder Park für die Oststadt

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Auch die Brennnessel ist essbar. Solche Wildpflanzen sollen in einem Park unterhalb des Buchhölzle-Walds in der Gmünder Oststadt angepflanzt werden.
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Projekt am Buchhölzle gibt auch Anstoß für einen „grünen Pfad“ vom Hardt bis zum Weleda-Garten in Wetzgau.

Schwäbisch Gmünd

In der Oststadt soll der wohl erste Park mit essbaren Wildpflanzen im Land entstehen. Und die Idee der Oststadt-Koordinatorin Christa Bareiß stößt auch eine weitere Entwicklung für Gmünd an: einen „grünen Pfad“ vom Hardt bis zum Himmelsgarten.

Ein Vortrag von Dr. Markus Strauß, der sich mit seiner Stiftung Ewilpa (Essbare-Wildpflanzen-Parks) für die Einrichtung von Parks mit essbaren Wildpflanzen einsetzt, brachte Christa Bareiß auf die Idee: Ein solcher Park, in dem nach dem Vorbild der mittelalterlichen Allmende jede und jeder ernten kann, wäre auch in schwierigen Zeiten wie während der Corona-Krise ein Beitrag zum sozialen Miteinander. Auch ein Gelände dafür hat sie bereits im Blick, wie sie im Gespräch mit der Gmünder Tagespost sagt: rund 40000 Quadratmeter unterhalb des Buchhölzle-Waldes, zu beiden Seiten des Wegs, der vom Hardt durch den Wald in die Oststadt führt. Der Vorteil des Gebiets: Ein Teil gehört der Stadt, der andere Teil der Hospitalstiftung. Zusammen mit der Pädagogischen Hochschule arbeitet Christa Bareiß schon an einem pädagogischen Konzept, mit dem auch Kindergarten-Gruppen und Schulklassen die essbaren Wildpflanzen sinnlich und wissensmäßig erfahren sollen. Dabei sollen auch digitale Medien eingesetzt werden, die Jugendliche besonders ansprechen.

Selbst für ein Schulungs- und Seminargebäude ist bereits Vorarbeit geleistet, wie Bareiß sagt: Studenten der Uni Stuttgart haben im Sommersemester Planungsüberlegungen für ein solches Gebäude angestellt und schon die Möglichkeit abgeklopft, bestehende Gebäude zu nutzen. Und Studenten der Gmünder Hochschule für Gestaltung haben schon einen Orientierungsplan für den Park erarbeitet, berichtet Bareiß.

Kette an der Rems

Dr. Markus Strauß, bei dem sich Christa Bareiß die Anregung für einen solchen Park geholt hat, ist etwas vertraut mit dem Remstal: Zur interkommunalen Gartenschau 2019 hat er den Vorschlag eingebracht, in den Orten entlang der Rems eine Kette von Wildpflanzenparks anzulegen. Nun könnte die Idee in der Oststadt etwas verändert Wirklichkeit werden. Bäume, Sträucher und Stauden, die essbare Bestandteile hervorbringen, sollen am Buchhölzle „kontrolliert verwildern“, beschreibt Christa Bareiß die Pläne.

Die Beschreibung entspricht dem Ziel, das Dr. Strauß verfolgt: Er schreibt Bücher und gibt regelmäßig Tipps, welche essbaren Produkte Interessierte in der Natur finden und was sie damit zubereiten können. Von diesem Park erhofft Bareiß sich etwas, das in der Oststadt noch Mangelware ist: einen öffentlichen Treffpunkt und ein gemeinsames Betätigungsfeld.

Wenig Freiraum

Den Bedarf dafür sieht auch Baubürgermeister Julius Mihm: Die Oststadt sei bislang „nicht mit Freiraum gesegnet“. Die Idee des Wildpflanzenparks wird deshalb auch im Rathaus unterstützt, wie die Oststadt-Koordinatorin sagt: Förderanträge beim Bundesamt für Naturschutz und bei der Allianz für Beteiligung seien bereits gestellt oder in Arbeit.

Die Stadtverwaltung würde den Wildpflanzenpark zudem gerne in einen größeren Zusammenhang stellen, wie Mihm bestätigt: ein „grüner Pfad“ soll ein Bewusstsein schaffen für die Vielzahl verschiedener Grünräume im Bereich der Innenstadt. Der Pfad werde, so der Plan, am Familien- und Freizeitpark auf dem Hardt starten zum Wildpflanzenpark und dem Weltgarten in der Buchstraße führen, die Weleda in der Innenstadt und den Leonhardsfriedhof streifen, durchs Taubental weiter zum Himmelsgarten und am Heilpflanzengarten der Weleda enden. Mihm kann sich vorstellen, dass damit wieder mehr Leute die Stadt zu Fuß durchqueren. „Die Gartenschau hat den Leuten auch den Weg durchs Taubental wieder eingeübt“.

Wenn die Allianz für Beteiligung das Vorhaben fördert, könnte bereits im Dezember der ganz wichtige Aspekt der Bürgerbeteiligung starten, hofft Christa Bareiß. Nach ihrem derzeitigen Kenntnisstand wäre der Park mit essbaren Wildpflanzen in der Gmünder Oststadt der erste in Baden-Württemberg und auch der erste, der mit einem Bildungskonzept verknüpft ist.

"Die Gartenschau hat den Leuten den Weg durchs Taubental wieder eingeübt.“

Julius Mihm,, Baubürgermeister
  • Ausstellung der Studenten-Ideen
  • Was die Studenten der Gmünder Hochschule für Gestaltung und der Universität Stuttgart für den Gmünder Wildpflanzenpark entwickelt haben, ist demnächst in einer Ausstellung in der Volkshochschule zu sehen. Sie wird am Freitag, 1. Oktober, um 18 Uhr, im VHS-Gebäude am Münsterplatz eröffnet.
  • Wildpflanzen, die zumindest in Teilen essbar sind, sind bei weitem nicht nur Beeren oder die bekannten Kräuter. Die Palette reicht vom Giersch über die Brennnessel, Stiefmütterchen, Gänseblümchen bis hinauf zu Lärche, Fichte oder Rotbuche.
Grüner Pfad vom Hardt bis Himmelsgarten
Grüner Pfad vom Hardt bis Himmelsgarten
Grüner Pfad vom Hardt bis Himmelsgarten
Grüner Pfad vom Hardt bis Himmelsgarten
Grüner Pfad
Grüner Pfad
Auch viele wilde Pflanzen können lecker schmecken. In der Gmünder Oststadt entsteht nun ein Park mit Wildpflanzen, die ganz oder teilweise essbar sind.
Grüner Pfad vom Hardt bis Himmelsgarten
Grüner Pfad vom Hardt bis Himmelsgarten

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