Windräder und was ihnen im Weg steht

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Winfried Kretschmann im Gespräch
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Die Ostalb braucht die eigene Produktion von grünem Strom – Winfried Kretschmann im Gespräch mit Bürgermeistern.

Schwäbisch Gmünd. Der Weg zur klimaneutralen Wirtschaft ist reich an Hindernissen: Das wird einem bewusst, wenn man eine Weile zugehört hat, was Winfried Kretschmann mit den Bürgermeistern aus der Region bespricht.

Eine zentrale Frage, die alle umtreibt, heißt: Wie bekommt man auf der Ostalb schnell genug erneuerbare Energie produziert? Weil es ohne nicht klappen wird mit dem Umbau zur klimaneutralen Wirtschaft. Aspen sei nur die eine Seite der Medaille, sagt Oberbürgermeister Richard Arnold. Die andere ist grüner Strom, vor Ort produziert.

Doch dann geht’s eine Dreiviertelstunde um Hürden, lange Planungsfristen und andere Probleme. Waldstettens Bürgermeister Michael Rembold etwa bemängelt, wie Gesetze zum Naturschutz und Artenschutz Anlagen zur Energieerzeugung ausbremsen. „Das belastet uns, es schwächt uns ein Stück weit“, sagt Rembold. „Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen, dass wir mehr Handlungsspielraum in den Kommunen haben.“

Wobei auch die Landesregierung nicht immer großen Handlungsspielraum hat: Die EU habe die Regeln beim Artenschutz definiert, „und sie haben nicht Artenschutz, sondern Individualschutz als Grundsatz“ – dass also jedes einzelne Tier geschützt werden muss. Dennoch sei er „da extrem hinterher, den Populationsschutz in den Vordergrund zu rücken“.

Ein weiteres Problem in Deutschland wird deutlich, wenn der Gmünder OB Richard Arnold ins Detail geht und über „Bebauungsplanbeschleunigungsverfahren“ redet. Überlang wie das Wort sind manche Verfahren, bis gebaut werden kann. „Wir haben inzwischen sieben Jahre Planungszeit für neue Windkraftanlagen, wir müssen das drastisch reduzieren“, sagt der Ministerpräsident. Um die Zeit „mindestens zu halbieren“ habe er eine Taskforce eingerichtet, so Kretschmann.

Eine Taskforce könnte wohl auch Sebastian Maier von der ODR gebrauchen. Den Bau von Stromleitungen schildert er als großes Problem. „Für eine Leitung, die ich bauen will, braucht es zehn Jahre“, so der ODR-Vorstand. „Unsere Industriekunden brennen darauf, ihre Dächer mit Photovoltaik vollzumachen“, aber sein Unternehmen müsse viele Anfragen ablehnen. „So werden wir die Transformation nicht schaffen. Wir brauchen den Ausbau der Netze.“

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