„Wir brauchen gute Kräfte“

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Der Heilige Geist stand im Zentrum des ökumenischen Gottesdienstes: Wie er jeden Menschen mit Gaben ausstattet, die eine Gemeinschaft voranbringen, machte die Feier deutlich.
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Was der Heilige Geist die Menschen mit der Gabe ausstattet, sich für das Wohl anderer einzusetzen, verdeutlicht das Pfingstfest und der ökumenische Gottesdienst auf der Remsparkbühne. 

Schwäbisch Gmünd. Nicht durch Heer oder Kraft soll es geschehen, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr Zebaoth“, eröffnete Dekan Robert Kloker mit einem Bibelvers aus Sacharja 4,6 den ökumenischen Pfingstmontagsgottesdienst auf der Remsparkbühne, der mit rund 200 Gläubigen sehr gut besucht war. Wer gedacht hat, es gehe nun mit dem Krieg in der Ukraine weiter, lag falsch. Viel grundsätzlicher stand der Heilige Geist im Zentrum der Feier – an Pfingsten feiern die Christen die Sendung des Geistes Gottes. Wie er jeden Menschen mit Gaben ausstattet, die eine Gemeinschaft voranbringen, machte die Feier deutlich.

Beide Kirchen sind sich nahe

„Wie sehr brauchen wir gute Kräfte“, ging Dekanin Ursula Richter auf die vielen derzeitigen Verunsicherungen ein. Im persönlichen Leben, in den Kirchen und in der Welt dürfe man nicht die Menschlichkeit und den langen Atem verlieren. Der Gottesdienst wurde in guter ökumenischer Verbundenheit gemeinsam gehalten, was an Pfingsten besonders beglückend sei, meinte Marie Baumann, eine der Besucherinnen. An einem solchen Tag sehe man, wie nah beieinander die beiden großen christlichen Kirchen sind. Sie sieht dies als ein Weg nach vorne: „Ökumene ist dran“, zumal die Aufgaben die gleichen seien.

Ganz konkrete Schieflagen und damit verbundene Aufgaben benannte Kloker in der gemeinsamen Ansprache: die Spannung zwischen arm und reich, Wohnungsnot und Luxusurlaube als der krasse Gegensatz hierzu sowie Konflikte in der Kirche, bei denen es oft um Macht und Deutungshoheit geht. „Wie stehen wir zur Sexualität, zu Ehescheidung und Wiederverheiratung?“, sprach er auch einige in der katholischen Kirche heiß diskutierte Fragen an. Wenn es darum gehe, wer am Mahl teilnehmen dürfe, seien dies Fragen von Ausschluss und Zugehörigkeit.

Die Lesung aus dem 1. Korintherbrief des Apostels Paulus entführte in die antike griechische Hafenstadt Korinth, einem Zentrum des Handels. Was die frühe christliche Gemeinde dort erlebt habe, wirke weit weg, doch es stecke viel Aktuelles drin, stellten Kloker und Richter Bezüge zu heute her: Wer hat das Sagen? Wie sieht der rechte Glaube aus. Als eine Spaltung droht, wenden sich die Korinther an Paulus, der ihnen mit auf den Weg gibt: „Jede und jeder bekommt durch den einen Geist eine besondere Gabe.“

Zwei Gedanken seien dem Apostel besonders wichtig, so die beiden Theologen: „Meine Gabe wird mir geschenkt, damit sie anderen nützt.“ Die eigene Gabe zu entdecken, und sie zum Wohl der anderen einzusetzen, helfe den Menschen, stärke das Zusammenleben und gebe dem Leben Sinn.

Zweitens: „Die verschiedenen Gaben kommen aus dem einen Geist und dem einen Gott.“ Daraus könne man schließen, dass jede Gabe gleich viel Wert sei, wie auch jeder Mensch gleich viel Wert sei, da beides von Gott komme.

Band der Verständigung

„Und so vertrauen wir in enger ökumenischer Verbundenheit auf diesen Geist Gottes, der immer wieder neue Gaben schenkt und Menschen befähigt zum Aufbau des Leibes Christi tätig zu werden“, sprachen die beiden Gmünder Dekane die Kernbotschaft am Ende der Ansprache gemeinsam, die auch auf die Ökumene abzielte: Gott knüpfe ein tragfähiges Band der Verständigung, auch zwischen den christlichen Konfessionen – was an Pfingsten, das als Geburtsfest der Kirche gilt, besonders sinnfällig ist.

Passend hierzu folgte das Lied „Ein Licht geht uns auf“, das von Patricia Vogel am E-Piano und Remo Steiner als Solotrompeter „begeistert und inspiriert“ begleitet wurde, bedankte sich Kloker. Bei der Kollekte ging es dann doch um das Land im Krieg: Sie war für die Ukrainehilfe bestimmt.

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