„Wir sind wie Oberammergau“

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Noch sehen die Macher ganz weltlich-gegenwärtig aus - im Juli wird es staufisch im Remspark.
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Viele Mitmacher, Genauigkeit im Detail - und Bärte, die noch acht Wochen wachsen können: So laufen die Vorbereitungen zu den Europäischen Staufertagen vom 6. bis 10. Juli.

Schwäbisch Gmünd

Wann muss ich anfangen, meinen Bart wachsen zu lassen?“ Das ist die Frage, die er in diesen Tagen am häufigsten gestellt bekomme, erzählt Pat Mueller, der Storyentwickler der „Momente der Staufersaga“. Acht Wochen haben die Bärte der männlichen Darsteller noch Zeit zu sprießen, dann startet das große Festwochenende im Remspark: die Europäischen Staufertage vom 6. bis 10. Juli.

Der präzise Probenplan: 538 Darstellerinnen und Darsteller bereiten sich auf ihren Auftritt beim Saga-Revival vor, im Moment proben sie themenbezogen in 108 einzelnen Gruppen. Die Probenarbeit folgt einem präzisen Plan. „Wir bewegen uns Stück für Stück auf die Originalsituation zu“, sagt Michael Schaumann vom Regieteam. Ende Mai werden zum ersten Mal alle 538 Saga-Mitspieler in der Großsporthalle zur Probe zusammen kommen.

Das lebendige Gemälde: Bloßer Statist soll bei den vier Aufführungen niemand sein. „Es ist ein großes Gemälde, das auf die Bühne kommt. Und es kommt auf jeden Einzelnen an – das Publikum sucht ja das Gemälde ab“, sagt Oberbürgermeister Richard Arnold. An insgesamt fünf verschiedenen Stellen, darunter auch der Balkon des Rokokoschlösschens, werden Darsteller auftreten. Das große Bühnenbild der original Staufersaga von 2012 und 2016 wird es nicht geben. „Die Menschen in den Gewändern werden das lebendige Bühnenbild sein“, sagt Regisseurin Gerburg Maria Müller.

Das Publikum ganz nah dran: Bei der neuen Aufführung, den „Momenten der Staufersaga“, ist das Publikum auf zweierlei Arten näher am Geschehen als bei der Ur-Saga. Zeitlich, weil die neue Geschichte mit zwei Zeitebenen spielt, die Gegenwart berührt die Momente der staufischen Vergangenheit. „Da erwartet die Zuschauer viel Neues“, sagt Pat Mueller. Auch räumlich sind die Leute nah dran: „Die Massenszenen spielen links und rechts vom Publikum, im Mittelgang zwischen den Zuschauern werden viele Auf- und Abgänge stattfinden“, sagt Michael Schaumann.

Jedes Details zählt: Die Bärte werden echt sein, Uhren, Schmuck, Brillen müssen weg – wenn die Staufersaga-Macher erzählen, merkt man, wie sehr sie ins Detail gehen. Auch die Lichtverhältnisse sind Teil der Planung: Am Mittwochabend war ein Termin im Remspark, um festzulegen, welche Laternen abgeschaltet gehören während der Aufführung. Auch der Sonnenstand – die Aufführungen beginnen um 20 Uhr - spielt für die Regisseure eine Rolle. „Bei Tageslicht ist es anders als im Dunkeln, da gibt es noch keine Beleuchtungseffekte, die dem Publikum bei der Fokussierung helfen können“, erklärt Schaumann. Der OB sieht Gmünd bei der Professionalität auf einer Stufe mit bekannten Freilichtspielen: „Wir machen das wie Oberammergau.“

Die europäische Dimension: Am 6. und 7. sowie am 9. und 10. Juli – das sind die Aufführungstermine der Saga. Die Lücke zwischen den Terminen ist für die Partnerstädte reserviert. Gmünds Partnerstädte Bethlehem in den USA, Antibes in Frankreich, Székesfehérvár in Ungarn, Faenza in Italien und Barnsley in England brachten 2021 insgesamt 175 Jahre an Verbundenheit mit Gmünd zusammen. Das ausgefallene Jubiläum wird nun nachgeholt: Am Freitag, 8. Juli, gibt es einen Jubiläumsabend mit Programmpunkten aus allen Partnerstädten. Auch bei der Saga selbst sind Menschen von dort beteiligt, etwa Fahnenschwinger aus Faenza und Volkstänzer aus Székesfehérvár.

„Man sollte sich sputen“: Mehr als 1800 Karten weg

Die Karten sind zu mehr als der Hälfte weg. „Über 1800 sind schon verkauft“, sagt Markus Herrmann von der Touristik- und Marketing GmbH. „Wer gute Plätze will, sollte sich sputen.“
Im Münster: Am letzten Festivaltag soll es einen feierlichen Gottesdienst im Münster geben - staufischer Glanz im gotischen Gemäuer.

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