Wir trommeln und Ihr tanzt!

Maracatú heißt in der Sprache der Brasilianischen Tupi-Indianer "Fest mit Tanz". Und als solches entwickelte sich der Sambaabend des Vereins Gmünd Folk im Schwäbisch Gmünder Stadtgarten schon nach wenigen Klängen. Samba als Wundermittel gegen kalte Füße und Winterkoller.

"Hier drinnen wird es warm, bunt und laut", kündigte Ulrike Schmidt von Gmünd Folk den Abend im Hans-Baldung-Grien-Saal im Stadtgarten an. Sie versprach nicht zu viel. Schon nach wenigen Takten waren die ersten Tanzwütigen auf der Tanzfläche. Der Rhythmus und die kraftvollen Grooves gehen in die Beine. Maracatú ist nämlich auch ein Rhythmus aus dem Nordosten Brasiliens, der mitreißt und für gute Laune sorgt. Und: Banda Maracatú ist die Stuttgarter Trommelgruppe rund um den Percussionisten Christoph Haas. Sechzehn Leute, die mit Percussions-Instrumenten aus aller Welt ausgestattet sind, mit Rahmentrommeln, Rasseln, Glocken, Congas und Pfeifen und die voller Leidenschaft Samba spielen. "Wir trommeln, Ihr tanzt!" ist der klare Arbeitsauftrag von Christoph Haas an das Gmünder Publikum. Wobei, so einfach macht es sich der Musiker, Komponist und Rhythmuslehrer nicht. Er selbst springt, hüpft, klatscht und heizt im Stadtgarten mächtig ein. Christoph Haas lebt seine Musik. Der Musiker studierte in Afrika, Lateinamerika und Indien die großen Rhythmuskulturen und lässt verschiedene Einflüsse miteinander verschmelzen. Samba Reggae und Funky Samba hatte er mit seiner Gruppe am Freitagabend im Gepäck. Ein klassisches Sambastück mit der Doppelglocke Agogo gespielt, brachte Karneval in Rio-Stimmung in den Saal. Dass Samba auch ruhig und getragen sein kann, zeigte Banda Maracatú in "Ciranda d´Itamaracá". Ein Tambourin mit Hülsenfrüchten sorgte für das Meeresrauschen und Alfred Schöffend verzauberte mit seinem Berimbao. Und immer wieder gibt es den namensgebenden, hypnotisierenden Rhythmus Maracatú zu hören. Dabei vermischen sich die portugiesischen Einflüsse mit ihren Militärmusikinstrumenten wie der großen Trommel und der Basstrommel mit den afrikanischen Glocken und der indigenen Musik mit ihren Rasseln und Pfeifen. In "Yemaja" wird die personifizierte Kraft des Meeres besungen, die verführerische Schöne, die schon so manchen Seemann in die Tiefe riss. Lieblich und sanft begann das Intro, wild und kraftvoll setzt nach und nach die ganze Gruppe ein. Einen musikalischen Ausflug nach Südafrika unternahm Banda Maracatú in "Ewe Thina". Faszinierend auch, wie die Gruppe ständig die Percussionsinstrumente durchwechselte. Kein Instrument, kein Musiker stand im Mittelpunkt. Die Gruppe verschmolz zu einem Klangteppich, verbunden mit vielstimmigem Gesang. Etwas mehr Gäste hätte das Sambafest zwar gut vertragen. Der Stimmung tat es dennoch keinen Abbruch. Mit einem Samba aus Rio verabschiedete sich Banda Maracatú und durfte erst nach einer weiteren Zugabe aufhören.

Anne Schührer

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