Wird Klepperletrasse zur Bahnstrecke?

  • Weitere
    schließen
+
Derzeit ist die landschaftlich schön gelegene Bahntrasse beliebt bei Spaziergängern. Joggern und Radfahrern. Das könnte sich mit Schienen dort ändern.
  • schließen

Ein Gutachten bescheinigt der Strecke zwischen Schwäbisch Gmünd und Göppingen eine große Nachfrage, falls dort wieder Züge verkehren.

Schwäbisch Gmünd

Die Nachfrage für eine Bahn auf der Klepperletrasse zwischen Schwäbisch Gmünd und Göppingen wäre sehr hoch. Das zumindest zeigt eine Untersuchung, die das Landesverkehrsministerium am Dienstag unter dem Titel "Landesoffensive zur Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken" vorgestellt hat. Für die Untersuchung kamen verschiedene kommunale und regionale Akteure sowie Verkehrsverbünde und Eisenbahnunternehmen zu einer Online-Veranstaltung zusammen. Insgesamt 42 stillgelegte Strecken im Land wurden dabei durch ein vergleichendes Gutachten auf ihr Fahrgastpotenzial hin untersucht.

Auf Grundlage des zu erwartenden Fahrgastaufkommens wurden die Strecken in vier Kategorien eingeteilt. Ein sehr hohes Nachfragepotenzial von mehr als 1500 Fahrgästen pro Schultag ist demnach auf zwölf der untersuchten Strecken zu erwarten – darunter die einstige Bahntrasse, die unter dem Titel Hohenstaufenbahn von Schwäbisch Gmünd über Straßdorf nach Göppingen führt und von dort als Voralbbahn weiter nach Bad Boll.

"In vielen der stillgelegten Bahnstrecken steckt ein beträchtliches Potenzial. Das wollen wir heben", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann und fügte hinzu: "Lassen Sie uns gemeinsam eine neue Reaktivierungsoffensive starten und dafür sorgen, dass viele Städte und Gemeinden wieder an die Schiene angebunden werden – in den Verdichtungsräumen, aber auch im ländlichen Raum." Die Reaktivierungsoffensive sei "ein wichtiger Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz".

Das sehen Gmünder SPD-Politiker genauso: "Die Reaktivierung von früheren Schienenstrecken kann ein wichtiger Beitrag sein, um in der Frage der Mobilität der Zukunft voranzukommen", unterstreicht SPD-Landtagskandidat Jakob Unrath in einer Pressemitteilung und fordert: "Die betroffenen Kommunen und Landkreise sollten sich an einer jetzt notwendigen Machbarkeitsstudie beteiligen." Das Potenzial dieser Strecke sei mit 63 000 Personenkilometern und 5580 täglichen Nutzern offenbar enorm. "Nicht nur die direkte Verbindung ins Filstal per Bahn, sondern auch die Effekte für Tourismus und Wirtschaft können der Region großen Nutzen bringen", betont Jakob Unrath.

Lassen Sie uns gemeinsam eine neue Reaktivierungsoffensive starten.

Winfried Herrmann, Landesverkehrsminister

SPD-Stadtrat Dr. Uwe Beck erinnert daran, dass die Entscheidung der Stilllegung hoch umstritten gewesen sei: "Es ist nun allerhöchste Zeit, verkehrspolitische Fehler rückgängig zu machen." Auch SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Fridays-for-Future-Aktivist Tim-Luka Schwab unterstützt die Forderung nach einer Machbarkeitsstudie, für die Kommunen laut Land auf Fördermittel von 75 Prozent zurückgreifen können.

Wichtige Verbindung

Die Verbindung nach Göppingen sei "sehr wichtig" für Schwäbisch Gmünd, sagt Markus Herrmann, Gmünds Stadtsprecher und Chef der Gmünder Touristik und Marketing GmbH, auf Nachfrage zum Ergebnis des Gutachtens und der Landesoffensive. Nun gelte es, sich dies im Detail anzusehen, politisch zu bewerten und auch mit den Nachbarkommunen entlang der Strecke zu diskutieren.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

WEITERE ARTIKEL