Wo Kontrafagott und Jazz verführen

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konzert der Lehrkräfte 50 Jahre Musikschule
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Jubiläum Mit einem ganz besonderen Konzert setzen die Lehrkräfte ein Glanzlicht bei den Feierlichkeiten zum 50jährigen Bestehen der Städtischen Musikschule Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd

Mit dem Konzert der Lehrkräfte setzte die Städtische Musikschule einen weiteren Glanzpunkt in ihr 50-Jahr-Jubiläum. „Urgestein und jüngere Kräfte“ bewiesen in der facettenreichen Werkwahl, was sie ihren Instrumenten entlocken können.

„Die Musik steht im Mittelpunkt!“, das steht für Bürgermeister Christian Baron fest trotz schwieriger Zeiten. Sicherlich seien die Lehrer der Musikschule an diesem Abend genauso aufgeregt wie ihre Schüler, wenn diese zum Vorspiel antreten. Musikschulleiter Friedemann Gramm sekundierte mit: „Die Lehrer zeigen nicht, ob sie was können, sondern zeigen ihr Können.“

Schon das Gitarren-Duo Andreas Kümmerle und Peter Sonnentag brachten den dicht besetzten Hans-Baldung-Grien-Saal des Congress-Centrums mit einer traditionell spanischen Flamenco-Rumba in Schwung. Als geschickt gesetzter Akzent folgte das Allegro der Sonate für Violine und Viola Nr. 1 G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Hier brillierte die neue Viola- und Violinlehrerin Yih-Jing Chen neben Sigrun Plocher, Violine.

Ungewöhnlich das Solo des Kontrafagotts mit Arlette Probst. Das tieftönende Instrument hat einen festen Platz im Orchester, ein Auftritt als Soloinstrument ungewöhnlich. In tiefen, einzeln aufeinanderfolgenden Tönen, dann in melodiösen Folgen erklang Erwin Schulhoffs ‚Bass Nachtigall‘. ‚Melancolia‘ zog in die Tiefen, wurde abgelöst von dem schnell gespielten ‚Perpetuum Mobile‘, um in einer ‚Fuga‘ zu enden. Lang anhaltender Applaus belohnte Probst für diese besondere Vorstellung.

Stellvertretender Schulleiter Udo Penz, Akkordeon, und „sein Ensemble“ versetzten Zuhörerinnen und Zuhörer in Tangostimmung. Bei Astor Piazzollas ‚Inverro porteno‘ und ‚Michelangelo 70‘ blieb bei Penz‘ Akkordeon, Marina Sondereggers Violine, Volker Helds Kontrabass, Andreas Kümmerles Gitarre, und Katja Trinkles Klavier, kein Fuß still. Echter Tangosound in raffiniert rasantem Tempo, manchmal dissonant, sorgte für Stimmung im Saal.

Nach der Pause trat Sopranistin Anna Escala gemeinsam mit Andreas Kümmerle und Peter Sonnentag, Gitarre, auf die Bühne. In ihrem langen roten Kleid, den geschmeidigen Bewegungen und Kastagnetten in Händen vermittelte sie unmittelbar südliches Flair. Zwei Lieder mit spanischem Text, der heiter und fröhlich sein musste, wie ihre amüsierte Mimik versprach, setzten einen flotten Anfang, gemeinsam mit den gekonnten Gitarrenklängen.

Beim Betreten des Saals hatte das ‚Bühnenbild‘ mit farbenreichem großen Blumengebinde vor der Harfe die Blicke auf sich gezogen. Nun schob Magdalena Walesch ihr goldfarbenes Instrument in die Mitte der Bühne und brachte gemeinsam mit Violinlehrerin Sigrun Plocher Larghetto und Allegro aus Gaetano Donizettis ‚Sonate für Violine und Harfe g-Moll‘.

Ein Höhepunkt zweier Meister ihres Instruments war das Zusammenspiel von Klarinettist Peter Varda und dem Pianisten Dr. Carl-Friedrich Beck. Mit langem Atem und beweglichen Fingern interpretierten die beiden Lehrer das Andante und Allegro von Ernest Chausson, einem der bedeutendsten französischen Komponisten, voll hoher Musikalität und technischem Können.

Eine neue Gruppierung für dieses Konzert hatte sich gebildet, um mit Florian Bony und seinem Kontrabass Giovanni Battista Pergolesis Sonate in F-Dur zu spielen. Das Streicherensemble mit Sigrun Plocher und Marina Sonderegger, Violine, Yih-Jing Chen, Viola, und kurz eingesprungenem Cello-“Ersatz“ Arlette Probst, Fagott, gab den beschwingten Rahmen für die Hauptperson „Kontrabaß“.

Man kennt es schon von vielen Musikschulkonzerten, den Schluss bildet immer Jazz. Das war hier nicht anders. Stefan Spielmannleitners Trompete erhielt Gesellschaft von Christoph Braun. Klangreich, voller Varianten Saxophon und Flöte von Bastian Brugger. Andreas Kümmerles Gitarrensolo zeigte Bühnenreife. Hannes Stollsteimers Finger auf den schwarz-weißen Tasten verzauberten. Kontrabaß von Florian Bony und Svend Renkenbergers Schlagzeug waren in Bestform. Mit ‚Bei mir bistu shein‘, ‚Rambah Zamba‘ und ‚Sweet Emma‘ fiel es schwer, auf den Sitzen zu bleiben. Hier ließen sie’s raus, was musikalisch in ihnen steckt. Ein toller Schlussakzent. Das packte die Zuhörenden, die mit schwingendem Schritt in angeregte Gespräche vertieft sich über ihre Vorlieben der Musikstücke austauschten. Friedemann Gramm schickte noch die Nachricht aus: „Wir sind jetzt auf Instagram:

Wir sind jetzt auch auf Instagram.“

Friedemann Gramm,, Musikschulleiter

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