Wo Solidarität belohnt wird

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Sie profitieren von den Pop-Up-Stores in der Kornhausstraße und in der Bocksgasse – ebenso die Kunden. Mit einem gemeinsamen Gruppenbild wollen die Standbetreiber des abgesagten Weihnachtsmarkts der Stadt Schwäbisch Gmünd ein symbolisches Dankeschön
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Die 15 Standbetreiber in den vier Pop-Up-Stores in Schwäbisch Gmünd zaubern ein Stück Weihnachtsflair. Die Besucherresonanz ist zufriedenstellend

Schwäbisch Gmünd

Es wird gelacht und gescherzt. Von trüber Stimmung keine Spur, auch wenn sich pünktlich zum Gruppenbild am Samstag unangenehmer Sprühregen dazugesellt. Es ist nicht zu übersehen, dass aus den einst enttäuschten Standbetreibern des abgesagten Weihnachtsmarkts eine starke Solidargemeinschaft gewachsen ist. Konkurrenzdenken gibt es nicht. Man hilft sich gegenseitig. Betreut in den insgesamt vier Pop-Up-Läden in der Kornhausstraße und in der Bocksgasse auch schon mal den Stand der Nachbarin, wenn diese kurz unpässlich ist. Alle Seiten profitieren von diesem ungewöhnlichen Weihnachtsmarkt, der einfach in leerstehende Geschäftsräume eingezogen ist. Schnell und unbürokratisch. Ein gemeinsamer Schulterschluss von Stadtverwaltung, Ladenbesitzern und Standbetreibern.

Eine positive Zwischenbilanz haben sämtliche Beteiligte nun am Samstag gezogen, als man mit einem gemeinsamen Gruppenbild der Stadt ein symbolisches Dankeschön sendet.

Der Blick in die Schaufenster der Pop-Up-Märkte lohnt. Hübsche Weihnachtsdekoration lockt ins Innere. Hochwertige Kunst, Kerzen, Dekoratives allerorten. Dazu frisches Obst und Olivenöl aus Sizilien, Schmuck, Socken, Kräuter und Gewürze und vieles mehr laden zum Bummel ein. „Und es ist wärmer als draußen“, ist man sich einig.

So wird die Tradition des Weihnachtsmarktes aufrechterhalten, wenn auch in anderer Form. Denn zum zweiten Mal coronabedingt abgesagt, wollte die Stadt nicht so einfach resignieren. Und die Ladenbesitzer machten kurzerhand mit. Mietfrei können die Markthändler ihre Stände in den leerstehenden Geschäften anbieten. Die Nebenkosten trägt die Stadt.

„Es ist klasse, dass uns diese Möglichkeit des Verkaufs gegeben wird“, sagt Standbetreiberin Monika Maiter-Sabouni. Als „grundsätzlich positiv“ beschreibt sie die Besucherresonanz in der Kornhausgasse. Künstlerin Aurelia Mertens und Bernardo Cirulla geben ihr recht. Vor allem an den Markttagen in Schwäbisch Gmünd freue man sich über viel Kundschaft. Auch wenn das Angebot im Laden „natürlich nicht vergleichbar“ mit dem traditionellen Standbetrieb auf dem traditionellen Weihnachtsmarkt sei. Doch so sei es „besser als nichts“, sagt Isolde Schirle, die in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt mit ihrem Kerzenverkauf das 25-jährige Jubiläum gefeiert hätte.

Der selben Meinung ist Heike Böger. Ihre Krippen und Krippenfiguren sind begehrt. „Es läuft besser als erwartet“, sagt sie. Auch Carmen Leischner ist zufrieden. Ihr Angebot in Sachen Beleuchtetes und Kristall kommt an. Sie zollt der Stadt und den Ladenbesitzern, die diese Alternative zum abgesagten Weihnachtsmarkt ermöglichten, „großen Respekt“.

Begeistert vom Miteinander der insgesamt 15 Standbetreiber zeigt sich Erika Mozer: „Ich freu mich ganz arg über die Solidarität.“ Und das obwohl die Anbieter aus unterschiedlichen Orten wie Urbach, Ellwangen, Vordersteinenberg, Göggingen, Leinzell oder auch Schwäbisch Gmünd kommen. Die einen kennen sich schon lange, die anderen sind neu dazugekommen.

Tradition am Leben halten

Alle profitieren von dieser Aktion, die aus der Not heraus quasi über Nacht aus dem Boden gestampft wurde – unter Federführung des Gmünder Oberbürgermeisters Richard Arnold und des Weihnachtsmarkt-Organisators Robert Frank. Gemeinsames Ansinnen war, „die lange Tradition des Weihnachtsmarkts am Leben zu halte und nicht für immer die Standbetreiber zu verlieren. Davon profitiere auch die Kundschaft. Und unterm Strich natürlich auch die Gmünder Innenstadt. Denn was gibt es Tristeres rund um den Marktplatz als leere Ladengeschäfte. Und dank der Pop-up-Läden ist nun eben doch ein Hauch von Weihnachtsmarkt in Schwäbisch Gmünd zu spüren.

"Es ist klasse, dass uns diese Möglichkeit des Verkaufs gegeben wird.“

Monika Maiter-Sabouni,, Standbetreiberin
  • Weihnachtliches bis Heiligabend¶
  • Die vier Pop-Up-Stores haben bis Heiligabend in der Gmünder Innenstadt geöffnet. 15 Standbetreiber bieten Dekoratives in allen Materialien, Obst, Kräuter und vieles mehr von 10 bis 19 Uhr. Das Angebot ist in der Bocksgasse und in der Kornhausstraße zu finden. Die „Speisemeisterei“ am Rathaus dient als „kulinarische Brücke“.

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