Wo Wissensdurst gestillt wird

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Was Kinder und Jugendliche beim Tag der Kinderakademie in der Gmünder Wissenswerkstatt Eule erlebt haben und welche Ziele die Veranstalter verfolgen.

Schwäbisch Gmünd. Kinder gilt es zu unterstützen, sind sie doch die Zukunft. Viel Unterstützung wird vor allem denjenigen zuteil, die Lerndefizite und Lernschwächen haben. Doch es gilt auch, sich um hochbegabte Kinder so zu kümmern, dass diese bestmöglich unterstützt und gefördert werden. Hier gibt’s aber noch ein großes Manko, wie sich in dem Impulsvortrag von Ursula Barth, einst Beraterin am Landesgymnasium für Hochbegabte, zeigte. „Bis zu 50 Prozent der Lehrkräfte an Schulen erkennen eine Hochbegabung beim Kind nicht“, informiert eine Studie. Im schlimmsten Fall bedeutet dies, dass das Kind zum „Underachiever“ wird, sprich, Lernblockaden hat und sich zurückzieht. „So entwickelt sich ein Kind, das in seiner Persönlichkeit nicht gesehen wird“, mahnte die Pädagogin an.

Die beiden Geschäftsführerinnen der Kinderakademie in der Eule, Daniela Maschka-Dengler und Dorothea Brecht, freuten sich beim Tag der Kinderakademie viele Eltern mit ihrem Nachwuchs begrüßen zu können. Bedauerten aber auch, dass keine Pädagogen der Einladung gefolgt waren. Schließlich seien diese diejenigen, die eine Hochbegabung erkennen sollten. Und auch die, die an Eltern Nominierungsformulare für die Kinderakademie geben, wenn ein Kind besonders begabt erscheint. So kann der Nachwuchs, sofern die Eltern dies zulassen, an vielfältigen Kursen in der Kinderakademie teilnehmen, die außerhalb des schulischen Unterrichts zum Lernen, Ausprobieren und Kreativsein motivieren.

Begabungen werden sichtbar

„Es ist wichtig, die Kinder zu fördern“, betont Daniela Maschka -Dengler. Und wünscht sich ebenso wie Dorothea Brecht, dass die Kinderakademie nicht nur für Kinder bis zur vierten Klasse, sondern auch noch für die Schülerinnen und Schüler in der Unterstufe angeboten werden sollte. Denn: Die Begabungsfaktoren werden in der Leistung sichtbar. Die Kinderakademie wird von der Hector Stiftung unterstützt, die ins Bildungssystem integriert ist.

Jährlich sind zwischen 270 und 320 Kinder aus 40 Schulen im Altkreis Schwäbisch Gmünd an der Kinderakademie eingeschrieben. Rund 25 Kurse werden pro Halbjahr angeboten. Diese bieten eine große Bandbreite an – von Mathematik und Informatik sowie Technik und Naturwissenschaften bis zu musischen Fächern und Sprachen.

Lernbegierde fördern

Gegründet wurden die Hector Kinderakademien von Diplom-Mathematiker Hans-Werner Hector, Gründer von SAP. Ziel ist es, die Begabung zu fördern, ungeachtet des sozialen Hintergrunds eines Kindes. In den Kursen wird der Wissensdurst der Kinder gestillt, die Lernbegierde gefördert. Denn „bei Hochbegabten kommt die Motivation kommt von innen. Nicht durch die Eltern oder die Pädagogen“, erklärte Referentin Ursula Barth. Und, wenn ein Kind Langeweile und Unterforderung im Unterricht erfährt, werden auch Autoritäten hinterfragt. „Man muss wahrhaftig sein und Regeln begründen“, machte sie deutlich. Und gab unumwunden zu: „Da tut sich mancher Pädagoge schwer damit.“

Ebenfalls am Tag der Kinderakademie wurden „Känguru“ Wettbewerbspreise an rund 50 Grundschülern für ihre erfolgreiche Teilnahme durch Marcel Homberg überreicht. Daniela Maschka-Dengler beschrieb: „Da wurden auch knifflige Textaufgaben gerechnet und richtig gelöst, obwohl man in der ersten Klasse noch nicht das ganze Alphabet gelernt hat.“

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