Woha: Minderwertig soll es nicht werden

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Blühende Gewerbe-Landschaft auf dem Gmünder Marktplatz? Die Stadt führt Gespräche mit Interessenten, mit denen das leerstehende Woha-Areal wieder belebt werden soll.

Das Woha-Areal, Gespräche mit Interessenten und die Frage: Wie kann dort ein Kompromiss zwischen Stadtplanung und Nutzenmaximierung aussehen?

Schwäbisch Gmünd

Wie geht’s voran mit den Woha-Gebäuden in Gmünd? „Es gibt Interessenten“, sagt Alexander Groll, der städtische Wirtschaftsbeauftragte. Denn diesen Job hat die Stadt übernommen: künftige Nutzer für das leerstehende Areal am Marktplatz zu finden.

Es sind die Hausaufgaben, die jetzt gemacht werden müssen, wenn die Stadt den 13-Jahre-Leerstand beenden will. Er habe schon einige Gespräche in den Sommerferien geführt, weitere folgen, sagt Groll. So weit, dass es mit einigen der Interessenten ernst werde, sei man aber noch nicht, so Groll.

Eigentümer entscheidet

Die Stadt kann nur vorschlagen, aber nicht entscheiden: „Das hängt vom Eigentümer ab“, so Groll. Wobei der Wirtschaftsbeauftragte auch die Interessenten der Stadt zu berücksichtigen versucht. Billigmärkte sind beispielsweise nichts für den repräsentativen Marktplatz „Wir wollen es nicht mit etwas Minderwertigem füllen“, sagt Groll. Solche Bewerber gebe es auch, und die wären, „wenn der Eigentümer nur aufs Geld schaut“, durchaus attraktiv. Den Interessenskonflikt zwischen Gewinnmaximierung einerseits und städtebaulichen Grundsätzen andererseits gilt es mit Kompromissen zu lösen. „Ich hoffe, dass wir gemeinsam eine Lösung finden, für die nachher alle an einem Strang ziehen“, so Groll. Eine Lösung, die dann „eine nachhaltige“ sein sollte. Infrage kommen als Nutzer: Gastronomie, Kanzleien, Arztpraxen, Bildungseinrichtungen. Dazu soll es Wohnungen in den oberen Stockwerken und im rückwärtigen Bereich des Gebäudekomplexes geben.

Schritt für Schritt bauen

Dabei muss nicht zwingend der gesamte ehemalige Woha, das Areal mit den Gebäuden Marktplatz 6, Kornhausstraße 1 und Radgässle 6, am Stück renoviert oder umgebaut werden. „Das kann auch in Modulbauweise, Schritt für Schritt umgesetzt werden“, sagt Gerhard Hackner vom Stadtplanungsamt, der für die Bau-Aspekte zuständig ist. Ein Architekturbüro wirke auch schon an der Planung mit , so Hackner.

Wie ein neutraler Mittler zwischen Stadt und Eigentümer kann man auch die Stuttgarter Stadtentwicklungsgesellschaft STEG sehen, die im Juni zwei grundsätzliche Szenarien für das Areal dem Gmünder Bauausschuss vorgelegt hatte. Gerhard Hackner äußert sich optimistisch über die Projektgruppe „Woha – wohin?“: „Es ist Leben drin, das Ding wächst“, sagt er und fügt hinzu: „Der Eigentümer ist hochmotiviert, aufgrund der positiven Vorstellung im Bauausschuss, die Sache anzugehen.“ Der Stadtentwickler hofft, in rund einem halben Jahr ein Konzept zu haben für die künftige Nutzung des Woha-Areals.

„Ein Schlüsselgrundstück“

Die STEG hatte den Stadträten des Bauausschusses im Juni zwei grundlegende Szenarien für das Areal aufgezeigt. Bei der ersten Variante bleiben alle drei Gebäude erhalten und werden saniert. Bei der zweiten Variante wird das Radgässle 6 abgerissen und durch Stadthäuser ersetzt. In beiden Varianten ist für das Erdgeschoss des Gebäudes Marktplatz 6 Handel vorgesehen, in den oberen drei Stockwerken bis unters Dach Dienstleistungen, Arztpraxen und Wohnungen. Im Erdgeschoss der Kornhausstraße 1 kann sich die STEG laut Projektleiter Götz Hofmann Gastronomie vorstellen. Oberbürgermeister Richard Arnold hatte das Woha-Areal als „Schlüsselgrundstück zur Revitalisierung der Innenstadt nach der Pandemie“ bezeichnet.

Der Eigentümer ist hochmotiviert, die Sache anzugehen.“

Gerhard Hackner, Stadtplanungsamt

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