Woha sanieren oder teilweise abreißen

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Das Woha-Areal mit den Gebäuden Marktplatz 6, Kornhausstraße 1 und Radgässle 6.
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Verwaltung stellt im Bauausschuss zwei Varianten für die Zukunft der seit 13 Jahren leer stehenden Gebäude vor. Projektgruppe „Woha wohin?“ ist der nächste Schritt.

Schwäbisch Gmünd

Für Oberbürgermeister Richard Arnold war's ein „erster Aufschlag“: Die Stuttgarter Stadtentwickungsgesellschaft STEG hat am Mittwoch den Stadträten des Bauausschusses zwei Szenarien für das Woha-Areal präsentiert. Bei der ersten Variante bleiben die Gebäude Marktplatz 6 und Kornhausstraße 1 zum Marktplatz hin sowie das hintere Gebäude Radgässle 6 erhalten und werden saniert. Bei der zweiten Variante wird das Radgässle 6 abgerissen und durch Stadthäuser ersetzt. Voraussetzung für beide Varianten ist, dass die Eigentumsverhältnisse bei diesen Gebäuden geklärt sind. Diese offene Frage war etwa 13 Jahre lang der Grund, weshalb die Gebäude mehr und mehr verkamen. Jetzt sind die Verhältnisse nach Auskunft der Stadtverwaltung geklärt.

In beiden Varianten ist für das Erdgeschoss des Gebäudes Marktplatz 6 Handel vorgesehen, in den oberen drei Stockwerken bis unters Dach Dienstleistungen wie Arztpraxen und Wohnungen. Im Erdgeschoss der Kornhausstraße 1 kann sich die STEG laut Projektleiter Götz Hofmann Gastronomie vorstellen, in den weiteren Etagen ebenfalls Dienstleistungen und Wohnungen. Ganz anders im Radgässle 6. Die erste Variante sieht im bestehenden Gebäude im Erdgeschoss Parken vor, in den weiteren drei Etagen Dienstleistungen wie zum Beispiel ein Gesundheitszentrum. In der zweiten Variante sollen fünf Wohnungen mit je etwa 185 Quadratmetern Fläche entstehen, im Erdgeschoss soll's 14 Parkplätze zu den Wohnungen geben, die Zufahrt erfolgt über die Franziskanergasse.

Hofmann bewertete beide Szenarien: Die Häuser Marktplatz 6 und Kornhausstraße 1 zu sanieren, sei „sinnvoll“. Er hielt es für „problemlos“, in der Stadt an dieser Stelle Wohnraum zu schaffen. Weichen sollte nach Hofmanns Ansicht der Verbindungsbau zwischen Marktplatz 6 und Kornhausstraße 1. Das Gebäude Radgässle 6 zu erhalten, sei technisch möglich. Nutzungen dafür zu finden, sei abgesehen von Wohnungen aber schwierig. Insbesondere das Erdgeschoss habe wenig Licht und sei deshalb für Handel nicht geeignet. Wird dieses abgerissen, kann Hofmann sich für den Neubau und die entstehenden Wohnungen eine „attraktive Ausgestaltung“ vorstellen.

Das Woha-Areal sei ein „Schlüsselgrundstück zur Revitalisierung der Innenstadt nach der Pandemie“, sagte Arnold. Und zählte weitere Ideen für das Areal auf: Man könnte dort ein Nachhaltigkeitskaufhaus einrichten. Dort werden nur faire und umweltfreundlich hergestellte Produkte angeboten. Oder „Erlebnisgastronomie“. Für ein Gesundheitszentrum müsse man Kräfte bündeln, neben Ärzten Landeseinrichtungen gewinnen. Arnold regte zudem an, die Polizei in die Innenstadt zu holen und deren aktuellen Sitz in der Haußmannstraße für die Pädagogische Hochschule zu verwenden. „So bekommen wir junge Leute in die Stadt“, sagte der OB. Dafür jedoch müsse man nicht nur das Staatliche Hochbauamt gewinnen, sondern auch das Finanzministerium. Alle Gedanken will die Stadt nun in einer Projektgruppe „Woha – wohin?“ bündeln, zu der auch die Eigentümer der drei Immobilien gehören.

Für die Präsentation und die Ideen gab's von allen Fraktionen Lob. Dieser „erste Aufschlag“ sei „richtig gut“, sagte Christof Preiß (CDU). Endlich tue sich etwas, sagte Karl Miller (Grüne) und fügte hinzu: „nach Jahrzehnten eines Trauerspiels in der City“. Ein nachhaltiges Kaufhaus begrüßte Miller, bei einem Gesundheitszentrum war er skeptisch. Johannes Zengerle (SPD) begrüßte die Ideen ebenfalls und fragte, was mit dem Gebäude Woha-Mode in der Rinderbachergasse sei. Dieses sei bislang außen vor, sagte Arnold. „Schön, dass es Bewegung gibt“, sagte Prof. Dr. Andreas Benk (Die Linke). Er hinterfragte, ob beim Radgässle 6 tatsächlich Parkplätze die zentrale Rolle in der Diskussion spielen sollten. Dr. Constance Schwarzkopf-Streit (FWF) und Brigitte Abele (BL) brachten die Idee eines Jugendhotels ins Spiel. Abele und Dr. Peter Vatheuer (FDP/FW) gefiel die zweite Variante besser.

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