Wohnen mit den gewissen Extras

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Architekt Karl Miller (links), Bürgermeister Julius Mihm (3. von rechts) mit Eigentümern der Wohnungen in der Oberbettringer Straße. Im Bild die Südansicht des Gebäudes.
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Bürgermeister Julius Mihm besichtigt das Haus der „Baugruppe Sonnenhügel“. Wegen Corona Verzicht auf ein Einweihungsfest. Bauherrschaft schätzt Karl Millers Begleitung.

Schwäbisch Gmünd

Sie alle konnten sich ihre Nachbarn selbst aussuchen, sie alle haben den Schritt nicht bereut, sich in der „Baugruppe Sonnenhügel“ zu engagieren. Seit einem Jahr wohnen sie an der Oberbettringer Straße unter einem Dach. Ein richtiges Eröffnungsfest hat Corona verhindert. Nun soll es an diesem Sonntag ein Bewohnerfest geben, um auch die Menschen besser kennenzulernen, die nicht als Eigentümer an den vielen Sitzungen vor und während des Baus beteiligt waren. Sitzungen, die sie alle noch in guter Erinnerung haben, denn „Architekt Karl Miller ist auch ein guter Kommunikator“, sagt Wohnungsinhaber Ingo Treuter. Alles sei harmonisch abgelaufen, auch Regina Schwarz wohnt dort, sie ist Stadtteilkoordinatorin und schätzt „die große Geduld, mit der uns Karl Miller begegnet ist“.

Stimmig auch das Ergebnis, der Neubau mit 23 Wohnungen und 13 Eigentümern, die ihren Wohlfühlplatz gefunden haben. Das war nicht immer einfach. Daran erinnert Bürgermeister Julius Mihm, der sich am Donnerstag über das Projekt vor Ort informierte. Er hat, da sind sich Architekt und Bauherrn einig, „das Projekt von vornherein gut begleitet“. Erste Ansätze dazu habe sich aus Bürgergesprächen ergeben. „Wir möchten gerne hier möglicht eine Eigentumswohnung erwerben, finden aber nichts Entsprechendes“, habe er immer wieder gehört. Nach ersten Anfragen für eine Baugruppe habe die Standortsuche begonnen. Die sei nicht so einfach, weil Baugruppen am liebsten die Peripherie der Innenstadt im Auge haben. Das Grundstück auf dem Hardt, knapp 1800 Quadratmeter groß, habe sich angeboten. „Ein toller Standort, mit Blick in die Landschaft und Anbindung durch die beste Buslinie 1“, so der Baubürgermeister.

„Unser Ziel ist es ja, das Hardt auch demografisch neu aufzustellen“, sagt Julius Mihm. Wichtig sei dabei eine gute Mischung aus Jung und Alt und genau das habe man mit der Baugruppe auch erzielt. Architekt Karl Miller bringt Baugruppen-Erfahrungen mit, wohnt selbst im ersten Gmünder Baugruppen-Projekt und schätzt die Zusammenarbeit mit der Sonnenhügel-Gruppe. Weil viele Wünsche unter einen Hut gebracht werden müssen, dauert so ein Vorhaben auch etwas länger. „Einige Interessenten sind auch wieder ausgestiegen“, weiß er und freut sich, dass die verbliebene Bauherrschaft viele seiner Vorschläge angenommen habe, „auch wenn sie an einigen Stellen mehr Geld gekostet haben“. Stolz ist er wie die Bewohner auf den großen Pflanztrog im Bereich des transparenten Treppenhauses. Dort kann sich das Grün über alle Etagen hocharbeiten.

An der Nordseite des Gebäudes sind 30 Nistkästen für Fledermäuse und Mauersegler fest eingebaut, selbst für Kunst am Bau konnte Karl Miller die Beteiligten gewinnen. Bunte Glaselemente ziehen sich über dem Eingang bis zum Dach, eine Arbeit von Alkie Osterland. Alle der 35 bis 130 Quadratmeter großen Wohnungen haben Balkon oder Terrasse. Dabei sind die Balkone Teil der Architektur und nicht als gleichförmige Kästen angedockt. Mit ihren Holzverkleidungen, die partiell Raumhöhe erreichen, schaffen sie auch ein Stück Intimität. Dennoch hat man den Ausblick nach Süden, auf die weite Landschaft oder drei hochgewachsene Bäume, eine Eiche, eine Linde und eine Buche, die vermutlich seit 80 Jahren dort stehen. Bäume, die auch Schatten bieten, wenn man mal gemeinsam draußen feiern möchte.

Wichtig ist Karl Miller die Energieeffizienz. Erdwärme, Solarstromanlage und Stromspeicher sorgen in Verbindung mit der Wärmedämmung für niedrige Energiekosten. Sie sollen für eine 100-Quadratmeter-Wohnung 150 Euro im Jahr betragen. Verzichtet wurde auf eine Tiefgarage, dafür gibt es 30 zum Teil überdachte Außenstellplätze und 40 Fahrradstellplätze.

Ein toller Standort, mit Blick in die Landschaft.“

Julius Mihm,, Bürgermeister

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