Zeiselberg-Lokal nicht entschieden

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Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat für März einen Vor-Ort-Termin auf dem Zeiselberg angesetzt. Dabei sollen offene Frage zum Bau eines Gasthauses geklärt werden.
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Verwaltungsgericht Stuttgart setzt Vor-Ort-Termin im März in Gmünd an, um sich über den Charakter des Gebietes einen Eindruck zu verschaffen.

Schwäbisch Gmünd

Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat noch nicht über die Baugenehmigung für ein Lokal auf dem Zeiselberg entschieden. Das Gericht hat stattdessen eine Vor-Ort-Besichtigung im März in Schwäbisch Gmünd angesetzt. Dies sagte am Mittwoch der Pressesprecher und Richter am Verwaltungsgericht, Dr. Samuel Thomann. Er erläuterte die Vorgehensweise des Gerichts. Dieses wolle sich vor Ort einen Eindruck verschaffen, wie der Charakter des Gebietes dort sei, in dem das Lokal gebaut werden soll. Ob dieser eher einem Wohngebiet oder einem Mischgebiet mit Wohnen und Gewerbe entspricht. Für das Gericht spielt zudem die Frage von Lärm und dessen Quellen eine Rolle.

Die an dem Streit beteiligten Parteien kommentierten die Vorgehensweise unterschiedlich. Es sei gut, dass das Gericht sich intensiv mit dem Thema befasse, sagte Bürgermeister Christian Baron. Das so genannte „Beweismittel in Augenschein“ sei nicht ungewöhnlich, zumal die Gmünder den Zeiselberg kennen, das Gericht jedoch nicht. Die Vorgehensweise des Gerichts sei ein „Zeichen von Sorgfalt“. Für den Ausgang des Verfahrens sei es weder ein gutes noch ein schlechtes Zeichen. Er selbst sei zuversichtlich, sagte Baron im Namen der Stadt, die die Baugenehmigung für das Gasthaus erteilt hat und diese auch für rechtens hält.

Ebenfalls positiv bewerten die Kläger, Stanislaus Müller-Härlin und Frank Eißmann, den Vor-Ort-Termin. Dies zeige, dass sich das Gericht der Sache ernsthaft annehme, sagte Müller-Härlin. Für ihn sei am Dienstag bei der Verhandlung schon das Interesse des Gerichts an der Frage offensichtlich gewesen, ob ein so großes Lokal ohne Stellplätze auskommen könne. Anders als Baron, für den die Vor-Ort-Besichtigung im Rahmen eines Verfahrens nichts Ungewöhnliches ist, hält Eißmann dies für ein Zeichen dafür, dass „tatsächlich Bedenken gegen den Standort bzw. ein solch großes Vorhaben an eben diesem Standort vorliegen“. Gerichtssprecher Thomann hingegen betonte, dass das Gericht in der mündlichen Verhandlung keine Entscheidung habe durchblicken lassen.

Für den Investor des Gasthauses auf dem Zeiselberg, Andreas Kunz von der Untergröninger Lamm-Brauerei, bedeutet dies, dass er weiterhin auf Klarheit warten muss. Kunz will auf dem Zeiselberg ein Lokal mit 90 Sitzplätzen im Erdgeschoss und 250 Sitzplätzen im Biergarten sowie Mitarbeiterwohnungen im ersten Stock errichten. Die Stadtverwaltung hatte ihm im Februar 2019 die Baugenehmigung dafür erteilt. Müller-Härlin und Eißmann hatten gegen diese geklagt. Er stehe auf jeden Fall zu dem ⋌Projekt, sagte Kunz am Mittwoch auf GT-Anfrage. Man sei nun ein Stückle weiter, irgendwann werde es etwas werden. Schade wär's, sagte Kunz, wenn's nicht klappen würde.

Wir stehen auf jeden Fall zu dem Projekt.“

Andreas Kunz,, Investor fürs Zeiselberg-Gasthaus

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