Zeit der schmerzhaften und der stillen Erinnerung

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Bei der Feier zu Allerheiligen auf dem Dreifalltigkeitsfriedhof mit Dekan Robert Kloker legten die Vertreter der Heimat- und der Vertriebenenverbände zum Gedenken an die Toten „in der alten Heimat“ Kränze nieder.
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Wort-Gottes-Feier zum Totengedenken mit Kranzniederlegung auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof.

Schwäbisch Gmünd

Mit einer Wort-Gottes-Feier begingen am Dienstag zahlreiche Besucher auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof das katholische Hochfest Allerheiligen. In seiner Ansprache erinnerte Dekan Robert Kloker an den Grund des Feiertags. An Allerheiligen trete man gemeinsam an die Gräber der Verstorbenen und bete für sie.

Die Erinnerung könne schmerzhaft sein, Tage wie Allerheiligen wecken Erinnerungen und wühlen Trauer neu auf. Die gemeinsame Zeit, all das Schöne, das man mit den Verstorbenen erlebt habe, werden wieder präsent. Bei manchen stehe der Schmerz über einen plötzlichen Tod im Vordergrund, bei dem kein echter Abschied möglich war, manches unausgesprochen blieb und auf eine abschließende Versöhnung warte. Was geschehen und vergangen ist, das könne man nicht ändern.

Trauerarbeit ist Schwerstarbeit

Der Dekan erinnerte daran, dass Trauerarbeit Schwerstarbeit für die menschliche Seele sei. Trauerarbeit gebe das Gefühl von Machtlosigkeit, Niedergeschlagenheit, man fühle sich müde und leer. Für jeden gebe es persönliche Wege, mit der Trauer um einen Menschen umzugehen. „Jeder von uns trauert auf eine andere Weise“, sagte Kloker. Tage wie Allerheiligen können helfen, aus anderen Perspektiven auf das zu schauen, was passiert ist und mit einem gewissen zeitlichen Abstand an die verstorbenen Angehörigen zu denken, meinte der Geistliche. Teils lautstarker Trauer folge eine Zeit stiller Erinnerung.

Unter den einsamen Trompetenklängen von „Hohe Tannen“ folgte die Gemeinde dem Dekan nach der Andacht zum Mahnmal der Kriegsopfer. Hier gedachte die Gemeinde mit dem Geistlichen an die unzähligen Toten durch die Kriege - Soldaten und zivilen Opfern. Kloker erinnerte an die Menschen, die durch Unruhen, Anschläge, Terror und Gewaltherrschaft ums Leben gekommen sind. Und es wurde der Menschen gedacht, die durch ihren Glauben, Überzeugungen oder Abstammung in Gefängnissen und Konzentrationslagern gequält wurden. Die Gemeinde wurde an all jene erinnert, die durch Hunger, Seuchen, bittere Armut und Ungerechtigkeit ihr Leben lassen mussten. Kloker sprach von den Menschen, die ihr Leben für andere hingegeben haben und sich für Freiheit und Frieden eingesetzt haben. Und von den Menschen, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren haben oder jenen, die vertrieben wurden und Haus und Hof verlassen mussten.

Die Vertreter der Gemeinschaft Iglauer Sprachinsel, Bruna - der Heimatverband der Brünner, der Verband der Siebenbürger Sachsen, die Sudetendeutschen, die Heimatgruppe Isergebirge und die Landsmannschaft Deutsche aus Russland legten ihre Kränze am Mahnmal ab. Gertrude Molner sprach für den Bund der Vertriebenen und gedachte all der Toten, „die in der alten Heimat ruhen und „deren Gräber über lange Zeit nicht besucht werden konnten“. Viele der Gräber seien zerstört worden und seien nicht mehr auffindbar gewesen, als nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder Heimatbesuche möglich gewesen seien.

Allerheiligen Dreifaltigkeitsfriedhof
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Bei der Feier zu Allerheiligen auf dem Dreifalltigkeitsfriedhof mit Dekan Robert Kloker legten die Vertreter der Heimat- und der Vertriebenenverbände zum Gedenken an die Toten „in der alten Heimat“ Kränze nieder.
Allerheiligen Dreifaltigkeitsfriedhof

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