Zeit gewinnen ist das Ziel beim nächsten Starkregen

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Die Pfitzer-Unterführung und die anderen Straßenunterführungen unter der Bahnlinie erwiesen sich auch beim Starkregen im Juni 2021 als neuralgische Punkte. Archivfoto: Tom
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Nach den Hochwasserereignissen 2016 und 2021 bereitet sich die Stadt auf den nächsten derartigen Ernstfall vor.

Schwäbisch Gmünd

Nach dem schlimmen Hochwasser 2016 und dem Starkregen im Juni 2021 bereitet sich die Stadt auf das nächste Ereignis dieser Art vor. Eines der Hauptziele dabei: den Helfern und Rettern mehr Zeit zur Reaktion verschaffen. Das wurde deutlich bei dem Zwischenbericht, den die zuständigen Gemeinderatsausschüsse am Mittwoch bekamen.

Nicht mal fünf Minuten, nachdem der Starkregen im vergangenen Jahr begonnen hatte, trat der Pfaffenbach im Schießtal über die Ufer. Nach einer halben Stunde war das Bosch-Gelände dort komplett überschwemmt - schneller, als die Mitarbeiter vor Ort die bereitstehenden Hochwasserwände aufstellen konnten. Diesen Ablauf schilderte der Leiter des städtischen Tiefbauamts, Jürgen Musch, den Stadträten. Bosch AS verstärke deshalb seine Schutzmaßnahmen und richte ein Frühwarnsystem ein. Für den benachbarten Tennisverein, der schon zweimal von einem Starkregen heimgesucht wurde, wird eine Schwelle entlang der Straße vorbereitet, die das Wasser bis zum Schießtalsee weiterleiten soll. „Wir müssen im Ernstfall Zeit gewinnen“, folgerte Jürgen Musch aus den damaligen Abläufen.

Im Taubental, ebenfalls einem neuralgischen Ort bei Starkregen, möchte die Stadt einen Damm bauen, um Wasser zurückzuhalten. Bis der jedoch realisiert werden kann, werde es einige Zeit dauern. Deshalb, so der Amtsleiter, baut die Stadt nun im vorderen Bereich der Taubentalstraße einen Damm aus Natursteinen, um die dortigen Anwohner besser zu schützen.

Außerdem möchte die Stadt an Bächen und Kanälen etwa acht Sensoren installieren, die sehr rasch steigende Wasserstände melden. Zusammen mit Daten des Deutschen Wetterdienstes könne so ein Frühwarnsystem für das Stadtgebiet eingerichtet werden, das den Helfern Zeit gibt, die Bevölkerung zu warnen.

Laut warnen

Der Kommandant der Gmünder Feuerwehr, Uwe Schubert, informierte die Ausschussmitglieder darüber, wie die Bevölkerung gewarnt werden soll. Dafür sei zum Beispiel eine App wie NINA auf dem Handy sinnvoll. Aber die Feuerwehr richtet daneben auch ein sehr lautes Warnsystem ein: 15 Sirenen werden angeschafft, die in jedem Stadtteil und -quartier auf Dächern installiert werden sollen. Zudem hat die Feuerwehr zwei mobile Sirenen beschafft, weitere sollen noch gekauft werden.Parallel dazu tüftelt die Stadtverwaltung daran, wie sie die Bürger nach dem Sirenenalarm über die Situation informiert. Dese Information müsse möglichst zeitnah nach dem Wecken durch die Sirenen folgen, erläuterte Schubert einen Grundsatz.

Oberbürgermeister Richard Arnold geht davon aus, dass das nächste Starkregenereignis sehr rasch kommen wird. Dann gehe es darum, Zeit für die Helfer zu gewinnen. „Ein Mehr an Zeit kann auch lebensrettend sein“, sagte er mit Blick auf den Starkregen 2016, der zwei Menschenleben gefordert hat.

Ein Mehr an Zeit kann auch lebensrettend sein.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister

Hier soll es imErnstfall heulen

  • Die 15 Sirenen sollen auf folgenden Dächern installiert werden: Rathaus, Stauferschule, Wissenswerkstatt, Universitätspark, Friedensschule, Bezirksamt Bettringen, Bezirksamt Herlikofen, Bezirksamt Hussenhofen, Feuerwehrhaus Großdeinbach, Bezirksamt Lindach, Bezirksamt Bargau, Grundschule Weiler, Feuerwehrhaus Degenfeld, Bezirksamt Straßdorf, Bezirksamt Rechberg.
In der Taubental-Unterführung waren während des Hochwassers 2016 zwei Menschen ums Leben gekommen. Archivfoto: Tom

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