ZSL hilft und berät Schulen und Lehrer

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Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung ZSL hat seinen Sitz im Gmündtech im Gewerbegebiet „Krähe“. Es versteht sich als Dienstleister für Schulen im und um den Gmünder Raum. Archivfoto: hoj
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Zentrum in der „Krähe“ wirkt mit 36 Kräften stagnierenden und teilweise schlechter werdenden Schülerleistungen entgegen. Vorstellung im Gemeinderat.

Schwäbisch Gmünd

Eigentlich, sagte Oberbürgermeister Richard Arnold, müsste das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) in der Innenstadt sein. Dessen Leiter, Renzo Constantino, stellte dieses am Mittwoch den Stadträten des Verwaltungsausschusses vor. Präziser: die Regionalstelle des ZSL in der „Krähe“.

Im September 2019 habe er in Gmünd angefangen, sagte Constantino. Zuvor war der Gymnasiallehrer im Kultusministerium. Das ZSL ist entstanden im Rahmen eines Qualitätskonzeptes für Baden-Württemberg, weil die Schülerleistungen stagniert hätten bzw. sogar schlechter geworden seien, sagte Constantino. Hier soll das ZSL mit Bildung, Fortbildung und Beratung von Lehrern entgegen wirken. Parallel gebe es in Stuttgart das Institut für Bildungsanalyse, mit dem das ZSL zusammenarbeitet. Neben der Regionalstelle in Gmünd gibt es fünf weitere ZSL-Regionalstellen im Land und eine Hauptstelle in Stuttgart.

Im Rahmen des Qualitätskonzeptes haben 4500 Personen im Kultusbereich eine neue dienstliche Anbindung erhalten. Sie sind eine Servicestelle für etwa 900 Schulen mit etwa 280 000 Schülern und 24 000  Lehrkräften in Nord- und Ostwürttemberg. Die Regionalstelle in Gmünd ist aufgeteilt in Arbeitsfelder, die für die unterschiedlichen Schultypen und für psychologische Beratung zuständig sind. Aktuell hat das ZSL Gmünd 16 festangestellte Mitarbeiter und 20 Lehrkräfte, die das ZSL unterstützen, insgesamt also „36 Köpfe“. Dazu kommen mehr als 200 Ausbilder an fünf Lehrerseminaren, mehr als 400 Fortbildner für alle Schularten und 43 Schulpsychologen. Er selbst, sagte Constantino, sei sehr glücklich mit seinem Team. Einige von den Kollegen kämen aus Gmünd.

Das ZSL habe viele Aufgaben. Die wichtigsten: Basiskompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen sichern. Gleichzeitig müsse die Unterrichtsqualität gefördert werden. Die Mitarbeiter unterstützen Lehrer dabei, digitale Werkzeuge im Unterricht zu nutzen, und sie sind engagiert in der Erziehung zu Demokratie. Nötig ist dies, weil beispielsweise in den Haupt- und Werkrealschulen nach Untersuchungen über 75 Prozent der Schüler in Mathematik den Mindeststandard nicht erreichen. Ähnlich sieht es im Fach Deutsch aus.

Wenn die Pandemie vorbei sei, würden im ZSL Veranstaltungen in Präsenz durchgeführt, warf Oberbürgermeister Arnold nach Constantinos Ausführungen einen Blick in die Zukunft.

SPD-Fraktionschefin Sigfrid Heusel begrüßte, dass es das ZSL in Gmünd gebe. Sie fragte, welche Erkenntnisse Constantino zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Bildung habe. Constantino verwies auf das Programm „Lernen mit Rückenwind“. Dieses basiere auf der Erkenntnis, dass es pandemie-bedingte Defizite gebe. Bei diesem Programm werde nicht nur das Fach in den Blick genommen, sondern auch kommunikative Ansätze. Für das Programm hätte er sich mehr Lehrkräfte und damit mehr Angebote gewünscht. Dennoch sei das ZSL da gut aufgestellt.

Leistungen der Schüler stagnierten oder wurden schlechter.“

Renzo Constantino, Leiter ZSL

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