Zum 100. Geburtstag eine Doppelhochzeit im Gmünder Prediger

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Ein Blumenstrauß zum Geburtstag: Markus Herrmann (l.) beglückwünscht Margit Moser zum 100. Geburtstag.
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Mit ihrer Hochzeit erfüllen Joschi Moser und Michael Hensel Mama Margit Moser einen Herzenswunsch zu ihrem 100. Geburtstag.

Schwäbisch Gmünd

Festlich gekleidete Menschen füllten am Samstag das Refektorium im Prediger. In ihrer Mitte, eine strahlende Margit Moser. Sie erblickte am 4. September 1920 in Ungarn das Licht der Welt und kam nach Flucht und Vertreibung nach Schwäbisch Gmünd. Zu ihrem 100. Geburtstag erfüllt Sohn Joschi Moser nun seiner Mutter einen Herzenswunsch. Seit 26 Jahren sei er bereits in einer Partnerschaft mit Michael Hensel, erzählt er. Und „Mama hat immer gefragt wann wir endlich heiraten.“

Die Entscheidung fiel im Mai, als Joschi Moser schwer an Corona erkrankt im Krankenhaus lag. „Die Sorge kam auf, dass wir diesen Schritt nie gehen werden könnten.“ Joschi Moser übersteht die Infektion und Mama Margrit ist voll des Glücks. Sie sei glücklich darüber, diesen Tag erleben zu dürfen. „Mit der Hochzeit an Mamas Geburtstag möchte ich Mama auch Danke sagen, für ihre Lebensleistung und für alles, was sie für mich getan hat“, stellt Joschi Moser gerührt fest.

Für den Standesbeamten Markus Herrmann stellte dieser Samstag ebenfalls eine Premiere dar: Er durfte zum einen Margit Moser zum 100. Geburtstag die Glückwünsche der gesamten Stadtspitze überbringen, und zum anderen eine Doppelhochzeit vollziehen. Denn neben Joschi Moser und Michael Hensel „trauten“ sich an diesem Vormittag auch deren Freunde Volker Kujawski und Sunny Pal. Der anwesenden Festgesellschaft und den fünf Hauptakteuren gegenüber zeigte sich der Standesbeamte „gerührt und bewegt“, ob dieses „außergewöhnlichen Moments“ - einer Doppelhochzeit und einem 100. Geburtstag.

Das Ja bedeutet auch ein Nein

Mit der Eheschließung sagen die beiden Paare – Joschi Moser und Michael Hensel sowie Volker Kujawski und Sunny Pal – „Ja“ zu den eigenen Werten und Überzeugungen und „Nein“ zu Konventionen und Erwartungen“. denen beide Paare immer mutig entgegengetreten sind.

Gute Freunde und Weggefährten seien besonders in schweren Zeiten eine große Stütze. Dies hätten Sunny Pal und Margit Moser nach ihrer jeweiligen Flucht erfahren dürfen, als sie hierzulande mit „offenen Armen“ aufgenommen worden seien. Zwar hätten sich beruflich nicht „alle Wünsche“ erfüllt, aber das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement von Joschi Moser und Volker Kujawski beweise: „Beider Herzen schlagen schon immer für die Mitmenschen.“ Mehr noch: „Ihr habt die Stadt Schwäbisch Gmünd geprägt und verändert“, lobte der Standesbeamte.

Mit einem Augenzwinkern gab Markus Herrmann noch kleine persönliche Informationen der beiden Paare bekannt, während es bei Joschi Moser und Michael Hensel „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen sei, sei die Liebe zwischen Volker Kujawski und Sunny Pal über die Jahre gewachsen. Alle vier seien „mutige Ja-Sager mit Zivilcourage“, betonte Herrmann. Vor dem Ringtausch bat er die beiden Paare darum, nicht nur den augenblicklichen Moment festzuhalten und zu genießen, sondern auch in Zukunft den Partner anzunehmen und zu all seinen Stärken und Schwächen „Ja“ zu sagen.

„Sie sind mutige Ja-Sager mit Zivilcourage“.

Markus Herrmann,, Standesbeamter
Markus Herrmann (l.) traut die beiden Paare – Joschi Moser und Michael Hensel sowie Volker Kujawski und Sunny Pal (v.r.n.l.).

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