Zuspruch und Kritik für Corona-Proteste

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Mit Transparenten und Plakaten ausgestattet ziehen die Demonstranten friedlich durch die Gmünder Innenstadt.
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Rund 40 Menschen ziehen mit Transparenten durch die Innenstadt.

Schwäbisch Gmünd. Es geht ihnen um die "Wahrung und Wiederherstellung der Grundrechte". Gleichzeitig wollen sie "auf Missstände und Unklarheiten" in Zeiten der Pandemie aufmerksam machen. So müssten die gültigen Corona-Verordnungen angesichts niedriger Fallzahlen in Deutschland "klarer formuliert und regelmäßiger angepasst werden", betont Tina Ramdhani von "Wir für Grundrechte GD".

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hatte die Gruppierung am Samstag zu einer weiteren Demonstration auf dem Johannisplatz eingeladen, an der sich rund 40 Menschen unter Einhaltung der Abstandsregeln beteiligten. Jedoch verzichteten die Organisatoren dieses Mal auf lange Reden. Vielmehr wollten sie auf sich aufmerksam machen – mit einem Spaziergang durch die Gmünder Innenstadt.

Empörung am Straßenrand

Ausgestattet mit Transparenten und Plakaten zogen die Demonstranten sodann friedlich und das Freiheitslied "Die Gedanken sind frei" singend quer durch das Stadtzentrum – zum Unmut einiger Passanten. "Euer Protest ist reiner Egoismus – an andere denkt ihr nicht", rief ein älterer Herr den Demonstranten hinterher. Andere Passanten beschimpften die Demonstranten regelrecht. Nannten sie "Spinner" oder "Idioten". Und eine Seniorin zeigte sich regelrecht empört über die Proteste: "Die demonstrieren für die Grundrechte? Aber was ist denn mit meinem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit?", fragte sie die Demonstranten mit Blick auf eine mögliche Ansteckungsgefahr, sollten die Verordnungen zurückgenommen werden – eine Antwort erhielt sie nicht.

Eine ähnliche Ansicht vertritt Kurt Schöberl. Der 79-Jährige aus Bettringen fühle sich derzeit in mancher Situation zwar "auch etwas eingeschränkt", aber er arrangiere sich mit den Corona-Verordnungen. Zum Wohle der eigenen Gesundheit und zum Schutz der anderen. Denn "die Pandemie ist noch nicht überstanden – und was ist, wenn eine zweite Welle kommt?", gab er zu Bedenken. Ein solches Szenario oder Zustände wie in den USA gelte es zu verhindern, daher halte er sich strikt an die geltenden Abstands- und Hygieneregeln.

"Wir wissen, dass es Menschen gibt, die anders denken wie wir", sagt Tina Ramdhani. Das sei aber "vollkommen okay". Denn jeder habe das Recht auf seine eigene Meinung – so auch die Gruppierung "Wir für Grundrechte GD", die sich auch weiterhin für ihre Forderungen einsetzen wolle. Ebenso für finanzschwache oder pflegebedürftige Menschen, die in der Corona-Krise "von der Politik vergessen werden".

Nächste Demo ist geplant

Doch die rund 40 Demonstranten erfuhren während ihres rund 45-minütigen Protestmarsches durch die Gmünder Innenstadt nicht nur Kritik, sondern auch viel Zuspruch. "Das ist super", "Endlich tut jemand etwas" oder "Richtig so" sind nur einige der Aussagen verschiedener Passanten am Straßenrand. Mit ein Grund, warum die Gruppe "Wir für Grundrechte GD" weiter machen will – und das bereits am kommenden Samstag, 11. Juli, um 11 Uhr. Dann soll auf dem Johannisplatz erneut demonstriert werden – dann wieder mit Rednern und ohne Spaziergang.

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