Zwei 18-monatige Schuljahre als Corona-Ausgleich?

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G8-Gymnasien möchten einen Schulversuch wagen. Positive Signale aus der Elternschaft.

Schwäbisch Gmünd. Noch ist es eine Idee, aber die könnte in G8-Gymnasien schon bald Wirklichkeit werden: Zwei verlängerte Schuljahre sollen Schülerinnen und Schüler auf den nötigen Wissensstand bringen, die Klassengemeinschaft stärken und Zusatzangebote möglich machen. Die Anregung kam aus der Elternschaft, das Parler-Gymnasium und das Scheffold-Gymnasium greifen den Vorschlag auf. Deren Schulleiter Thomas Eich und Bernd Gockel zeigen mögliche Wege auf.

Das Konzept zielt auf die Klassen fünf bis zehn der G8-Gymnasien.

Das Schuljahr 2021/22 würde von September 2021 bis Januar 2023 gehen.

Das Schuljahr 2022/23 wäre von Februar 2023 bis Juli 2024.

Danach würde man zur normalen Dauer eines Schuljahres zurückkehren.

In regulären Schuljahren aufzuholen, was in der Pandemie nicht möglich war, ist nach Einschätzung von Bernd Gockel kaum möglich. „Bei 36 Wochenstunden im G8 können wir nicht noch mehr oben draufpacken.“ Die Schulleitungen nennen Gründe für das Vorhaben: In diesem Schuljahr habe es kaum regulären Präsenzunterricht gegeben, dazu „sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen fürs Fernlernen“. Gute Schüler seien damit zurecht gekommen, schwächere Schüler entsprechend weniger. Die Rückkehr zum üblichen Schuljahr biete zu wenig Spielraum. Etwa für Lernangebote außerhalb des regulären Stundenplans. Das gymnasiale Niveau sollte, so heißt es dort weiter, nicht verwässert werden. Dabei könnten leistungsstarke Schüler zusätzlich gefordert, die anderen mehr gefördert werden. Im G8 sei das nur mit zusätzlichem Zeitfenster möglich. Wenn die folgenden zwei Schuljahre auf drei Jahre ausgedehnt werden, könne man Lernlücken im regulären Unterricht schließen.Soziales Lernen in Gruppen, Zusatzangebote in Musik, Theater, Kunst oder Sport könnten realisiert werden. Man brauche dazu keinen neuen Bildungsplan, sondern könne die Idee in der Schule umsetzen.

Beschlossene Sache sind die Vorschläge noch nicht. „Wir werden natürlich den Dienstweg einhalten“, sagt Thomas Eich. Gespräche mit Schülern und Eltern stehen an. Dann soll ein Meinungsbild entstehen. Bernd Gockel wie Thomas Eich sind sich einig: „Nur wenn über 90 Prozent der Eltern dafür sind, soll das Vorhaben weiter verfolgt werden.“ Dann stünden Gespräche mit der Stadt als Schulträger an. „Und wir werden auf das Regierungspräsidium und Kultusministerium zugehen,“ so Bernd Gockel, der das als Schulversuch anmelden würde.

Elternvertreter optimistisch

Noch gibt es im Land keine entsprechenden Anträge. Thomas Eich schließt eine Realisierung nicht aus. „Wir hatten ja auch schon mal ein Kurzschuljahr, warum soll in der außergewöhnlichen Situation nicht auch ein verlängertes Schuljahr möglich sein.“ 1966 wurde zur Umstellung auf den Schuljahresbeginn im Monat September ein siebenmonatiges Schuljahr eingeschoben. Viele Eltern sind von den Vorschlägen überzeugt. Der Elternbeirat des Scheffold-Gymnasiums hat sich nach Worten von Bernd Gockel zu 100 Prozent dafür ausgesprochen.

Andreas Gehrung, Gesamt-Elternbeiratsvorsitzender der Stadt , betont, es reiche nicht und werde der Sache nicht gerecht, während den Ferien zusätzlich Schulstunden anzubieten. „Die Schüler brauchen die Ferien, um auch Defizite, die im sozialen Bereich entstanden sind, aufzuholen“, so Gehrung. Die Initiative des Parler - und des Scheffold-Gymnasiums hält er für einen diskussionswürdigen Vorschlag, der beachtet und weiter verfolgt werden sollte.

Kuno Staudenmaier

Schule.

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Rubriklistenbild: © pixabay

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