Zwei neue Bauwagen für 40 Natur-Kinder

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So kann es aussehen: Die Bauwagen für den Naturkindergarten haben jeweils eine große Terrasse.
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Großdeinbach und Wustenriet bekommen jeweils neue Naturkindergartengruppe.

Schwäbisch Gmünd. Die Stadt ist zum Handeln gezwungen: Es ist absehbar, dass die Plätze für Kinder ab drei Jahren in den Kindergärten in Großdeinbach und Wustenriet ab September 2022 nicht mehr reichen. Mit zwei neu eingerichteten Naturkindergartengruppen will Gmünd auf die starke Nachfrage reagieren.

Gesamtkosten: 435 000 Euro

Die Zahl solcher Gruppen nimmt in ganz Baden-Württemberg zu: „Der Trend geht ganz klar nach draußen“, sagt Oberbürgermeister Richard Arnold. Für den Bau sind insgesamt 435 000 Euro eingeplant. Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats hat dem Vorhaben am Mittwoch einstimmig zugestimmt.

Kritik gab es aber, weil Planung und Bau nun sehr kurzfristig erfolgen, weil der Bedarfsplan der Stadt den Bedarf nicht vorgesehen hatte. „Da wundere ich mich doch sehr. Wir müssen mehr in die Planung“, meinte Sigrid Heusel, Vorsitzende der SPD-Fraktion. Und Thomas Krieg von den Grünen meinte: „Das sollte man in Zukunft bei der Ausweisung neuer Baugebiete gleich mitdenken.“ „Haben wir“, versicherte Richard Arnold, „aber wir haben an anderer Stelle Kinder dazubekommen, die keiner einplanen konnte. Das muss, aber das kann nicht bis zur letzten Konsequenz mitgedacht werden.“

Die Planung sieht vor, dass in Großdeinbach die dann zum Kindergarten Villa Holder gehörende Naturkindergartengruppe auf der Rückseite der Grundschule ihren Platz findet, 205 000 Euro sind dafür eingeplant. In Wustenried ist ein Platz am östlichen Ortsrand ausgesucht worden – beim Wald nahe des Neubaugebiets Wolfsäcker. Die dortige Gruppe wird zum Kindergarten KIGAWU gehören, investiert werden 230 000 Euro. An beiden Standorten sollen beheizbare Bauwagen den Kindern als Schutzraum zur Verfügung stehen. Zur Sicherheit soll es auch jeweils ein Ausweichquartier geben für ganz schlechtes Wetter, etwa wenn Sturm herrscht: „In Großdeinbach in der Schule, in Wustenriet im Haus der Dorfgemeinschaft“, so Regina Stöckle vom Amt für Schule und Sport.

Für die Schutzhütten liegt der Stadt ein Angebot der Firma Wagenbau Junginger vor. Die Bauwagen haben jeweils eine große angebaute Terrasse, der Innenraum ist komplett ausgebaut mit Küche, Garderobe, Tischen und Stühlen.

Start im September 2022

Mit der Vorbereitung des Geländes soll an beiden Standorten im nächsten Jahr begonnen werden, die Bauwagen dann spätestens im Juli 2022 aufgestellt werden. Im September 2022, so die Planung der Stadt, sollen die Kinder einziehen und der Betrieb losgehen.

Die Planer der Stadt hatten die Standorte zusammen mit Fachleuten aus Forstverwaltung, der Abteilung Frühe Bildung des Schulamts und Ortsvorsteher Gerd Zischka ausgewählt. Nun steht noch die notwendige „Erteilung einer Betriebserlaubnis“ durch den Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg aus.

Beide Bau-Maßnahmen sind in der bisherigen Finanzplanung nicht enthalten, der Beschluss ist ein Vorgriff auf den Haushalt 2022/2023.

Flexibel dank der Bauwagen

Bisher werden in Großdeinbach in den städtischen Kindergärten Pfiffikus und Villa Holder sowie im Waldorfkindergarten Groß-deinbach insgesamt 131 Kinder betreut, im Wustenriet im Kindergarten KIGAWU sind es 35 Kinder.

„Welche Laufzeit ist denn geplant?“, wollte Stadtrat Gabriel Baum (Grüne) noch wissen. Regina Stöckle gab zur Antwort: „Es ist nicht in Jahren geplant, aber wir sind da sehr flexibel, die Wagen kann man auch woanders aufbauen.“ Bernd Müller

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