Stauferfries nimmt Form an

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Harald Bohlinger von HB Laser in Straßdorf und der Künstler Helmut Gruber-Ballehr präsentieren ein Probestück des Stauferfrieses.
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Ein Teil der von Helmut Gruber-Ballehr in Edelmetall erzählten Geschichte des Herrschergeschlechts ist in Straßdorf zu sehen.

Schwäbisch Gmünd

Der Stauferfries wächst. Ein erstes Teilstück des Kunstwerks des Gmünder Künstlers Helmut Gruber-Ballehr ist seit einigen Tagen an der Fassade des Unternehmens HB Laser in Straßdorf zu sehen. Der Fries, der die Geschichte der Staufer erzählt, soll auf 60 Metern an der Backsteinwand der Remsgalerie installiert werden. Das Projekt wird ausschließlich über Spenden finanziert, etwas mehr als die Hälfte der erforderlichen 300000 Euro sind inzwischen beisammen. Die Idee zum Fries hatte Gruber-Ballehr im Jahr 2013. Entstanden ist sie nach der ersten Aufführung der Staufersaga zum 850-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2012, bei der Gruber-Ballehr und seine Frau selbst mitgespielt haben. Er habe, sagt Gruber-Ballehr, die „legendäre Aufführung“ unter der Regie von Stefan Kirchenbauer-Arnold aufgegriffen und daraus den Fries entwickelt: Das Kunstwerk zeigt den Einzug Konradins, des letzten Staufers, im Jahr 1266 in die Stadt Schwäbisch Gmünd. Konradin war Herzog von Schwaben und König des Heiligen Römischen Reiches. 1266 war er auf dem Weg von Bayern nach Sizilien, um das staufische Erbe zu verteidigen. Die Schlacht dort jedoch verlor er und wurde 1268 im Alter von nur 16 Jahren hingerichtet.

Gruber-Ballehrs Fries zeigt den Einzug zum Weihnachtsfest 1266 in Gmünd mit mehr als 90 Figuren. Diese entstehen mit einer ausgefeilten Technik. Erste Grundlage sind freie Zeichnungen mit Pinseln. Aus diesen erwachsen Bleistiftzeichnungen. Aus diesen wiederum wird eine digitale Fassung, die die Grundlage für den Stahlschnitt bildet. Die Figuren werden dabei aus einer Edelstahlplatte herausgeschnitten.

Den Stauferfries hat Gruber-Ballehr für die Südseite der Remsgalerie entworfen. Dort sollen die Figuren mit einem kleinen Abstand zur Backsteinwand angebracht werden. Der Künstler spielt mit dem Fries in dreifacher Weise mit Gmünds Stadtgeschichte. Mit Konradins Einzug erinnert er an das aus dieser Region stammende Herrschergeschlecht der Staufer. Und daran, dass Schwäbisch Gmünd mit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1162 in der Lorcher Urkunde „Gimundin cives“ älteste Stauferstadt ist.

Gleichzeitig aber spielt er mit der Gestaltung des Fries aus Edelstahl auf Gmünds Tradition als Stadt der Gold- und Silberschmiede an, die in deren Ansiedlung der Kunsthandwerker für die Gmünder Klöster im Mittelalter begründet ist.

Und nicht zuletzt spielt Gruber-Ballehr mit dem Fries in der Stadt des Schattentheaters mit Licht und Schatten. Denn so wie die Sonne auf den Fries an der Südseite der Remsgalerie fällt, so verändert sich das Bild, das die Bürger und Besucher am Eingang zur Ledergasse wahrnehmen. Dazu kommt, dass der Fries nachts von hinten beleuchtet wird. Eine weitere Facette in dem faszinierenden Projekt, das Gmünds Bedeutung als Stauferstadt beleuchtet und gewiss auch deshalb von Oberbürgermeister Richard Arnold als Schirmherr unterstützt wird. Im Vorwort zur Broschüre zum Projekt Stauferfries erläutert das Stadtoberhaupt sein Engagement so: In Edelstahl geschnitten, werde das Kunstwerk „für viele Generationen die Bedeutung der Staufer für die Stadt sichtbar machen“.

„Das Kunstwerk macht die Bedeutung der Staufer für die Stadt sichtbar.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister

Der Künstler bittet die Bürger um ihre Mithilfe

Helmut Gruber-Ballehr und seine Frau Almuth bitten die Bürger um Spenden für den Stauferfries. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Bürger können die Patenschaft für eine der Figuren übernehmen. Dies ist ab einem Spendenwert von 1000 Euro möglich. Es ist aber auch möglich, einfach einen Betrag für den Fries zu spenden. Infos über den Stauferfries gibt es auch auf der Spendenplattform gut-fuer-die-ostalb. Bürger können das Projekt dort mit einer Online-Spende unterstützen. Zudem gibt es Infos über das Projekt auf www.stauferfries.de oder unter 0170-5464373.

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