Doppeltes Kunstgeschenk

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Dort, wo Rolf Haugs "Stele" stand, hat nun ein anderes Werk des Gmünder Künstlers seinen Platz gefunden. Es ergänzt die "Wege zur Kunst" in Straßdorf.

Der Ersatz für Rolf Haugs "Stele" steht nun auf den "Wegen zur Kunst" in Straßdorf. Versicherungssumme für soziale Zwecke.

Schwäbisch Gmünd-Straßdorf

Die "Wege zur Kunst" in Straßdorf sind um ein "soziales" Kunstwerk reicher. Grund dafür ist ein Unfall, bei dem im Februar die "Stele" von Rolf Haug so beschädigt wurde, dass eine Reparatur nicht mehr möglich war. Die "Stele", eine der Abstraktion nahe figürliche Darstellung, war 2006 eine Schenkung aus dem Nachlass des 2001 verstorbenen Künstlers an den Förderverein Straßdorf. Beim Rangieren wurde das Werk von einem Lastwagen umgefahren. Erste Überlegungen, die Skulptur zu restaurieren, erwiesen sich als nicht machbar. Thomas Hörner, Neffe des verstorbenen Künstlers und Verwalter des künstlerischen Nachlasses, konnte die so entstandene Lücke durch ein anderes Kunstwerk Rolf Haugs schließen. "Es hat durchaus Ähnlichkeit mit der zerstörten Arbeit", sagt er. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine figürliche Darstellung, weniger abstrakt als das ursprünglich dort platzierte Werk.

Die Versicherung hat in diesem Fall die Kosten für die neue Skulptur übernommen. Die komplette Summe spendete Thomas Hörner dem Wunsch der vor Jahren verstorbenen Witwe des Künstlers, Gretel Haug-Hörner, entsprechend, für gemeinnützige Zwecke. Unter anderem an den Förderverein Onkologie, für die Orgel in Augustinus und an weitere Einrichtungen in Schwäbisch Gmünd.

Das Kunstwerk hat durchaus Ähnlichkeit mit der zerstörten Arbeit.

Thomas Hörner, Neffe des Künstlers

Wie schon die zerstörte "Stele", ist auch das aktuell zu sehende Werk ein Unikat. "Das liegt an der besonderen Technik, die Rolf Haug bevorzugte", sagt Thomas Hörner. Um ein Stahlgerüst hat der Künstler Beton aufgetragen und Schicht für Schicht aufgebaut. Weil er durch eine Kriegsverletzung nur einen kleinen Teil der Sehkraft besaß, schätzte Rolf Haug breitflächige Lineaturen, in seinen Bildern leuchtende Farben. Kunstfreunde konnten sich 2005 bei einer Ausstellung in der Galerie im Prediger einen Eindruck davon verschaffen. Zeitlebens lehnte es der Künstler ab, sich mit seinem Werk in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Er arbeitete vielmehr zurückgezogen in seinem Atelier. Ein zweites Werk Rolf Haugs steht seit Jahren mitten in Schwäbisch Gmünd. Zwischen Stadtarchiv und Augustinuskirche ist eine verschlungene zwei Meter hohe Skulptur des Künstlers zu sehen, geschaffen um das Jahr 1980.

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